04.05.2018 - 12:18 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

"Harmonic Brass" serviert mit dem neuem Programm "Delicatessen" musikalische Feinkost für Auge ...: Töne auf Sterne-Niveau

Da waren wahrlich Spitzenköche am Werk: "Harmonic Brass" serviert mit dem neuem Programm "Delicatessen" musikalische Feinkost für Auge und Ohr.

Fünf Spitzenköche von "Harmonic Brass" servieren in der Kaltenbrunner Kirche feinste musikalische Häppchen. Das Publikum belohnt die Akteure mit stehenden Ovationen. Bild: bk
von Siegfried BockProfil

Kaltenbrunn. Bereits der Einzug in die bis zu den Emporen gefüllte St.-Martins-Kirche erfolgte klangstark zum "Crown imperial" von William Walton. Das wechselnde farbige Licht im Altarraum verbreitete eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Pfarrer Matthias Weih gebührt Dank, weil es ihm erneut gelang, das in großen Konzerthallen und Kirchen weltweit auftretende Münchner Bläserensemble zum dritten Mal zu gewinnen. Im ersten Teil kam das Können der Ausnahmekünstler bei der Ouvertüre in D-Dur von Georg Philipp Telemann zu Mozarts "Der Hölle Rache" aus "Die Zauberflöte" und der Champagnerie aus "Do Giovanni" zum Tragen.

Hornist Andreas Binder entführte mit humorvoller Moderation ins Lieblingsrestaurant, garnierte das Ganze und wünschte guten Appetit zum fünfgängigen "Harmonic-Brass"-Menü, zu dem jeder seinen Satz selber komponiert hatte. "Große Orchester und Filmregisseure sind hinter ihr her, aber sie hat sich für uns entschieden - die Frau, mit der wir noch älter werden wollen" charakterisierte Binder - er hatte zuvor "Nudeln mit schwarzen Trüffeln" kreiert - Elisabeth Fessler, die beim "griechischen Bauernsalat" auch ihr großes schauspielerisches Talent verriet. Die "schottische Graupensuppe" bot Manfred Häberlein mit fränkischer Gelassenheit. Und mit "dem argentinischen Rindersteak" glänzte Posaunist und Manager Thomas Lux. Der "Big Fat Chocolate Cake" von Chefkoch Hans Zellner ließ das Wasser im Munde zusammenlaufen. Mit Rossinis Ouvertüre aus "Der Barbier von Sevilla" ging es in die Pause. Einen speziellen französischen Eintopf bereiteten dann die vier Spitzenköche zusammen mit "Mademoiselle Ratatouille" (Fessler). Dazu erklangen die "Feuerwerksmusik" von G. F. Händel und bayerische Potpourris. Beim Hit "Garden Party" der isländischen Band "Mezzoforte" imponierte Fessler nicht nur mit der Mariachi-Trompete, sondern auch am Schlagzeug. Reinhard und Helga Brunner aus Neubau, zum ersten Mal dabei: "Das war spitze, diese Klangfülle und -harmonie wie ein Orchester, gepaart mit Handwerkskunst."

Eine Hommage an Udo Jürgens bildete das Medley unter dem Titel "A tribute to" mit dessen unsterblichen Evergreens, die das Publikum zum Mitsingen animierten. Vollends begeistert waren die Konzertbesucher nach der Zugabe des italienischen Lieds "Funiculi, Funicula" (auf bayerisch "Schau hi, da liegt a toter Fisch im Wasser, den mach ma hi"), den das Quintett als letzten Happen servierte und bei dem Häberlein mit seiner Tuba die Zuhörer verzauberte. Mit einem träumerischen sanften Abendsegen geleitete das Ensemble in die Nacht.

 

 

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