05.05.2017 - 20:10 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

KAB Kaltenbrunn findet auch im dritten Anlauf keinen Vorstand und löst sich auf Lange Tradition endet leise

Kaltenbrunn. Vorsitzender Erich Geier hatte es prophezeit: Auch die dritte Versammlung änderte nichts mehr. 26 Mitglieder der KAB stimmten am Donnerstag für die Auflösung des Ortsverbands. So ging es nur noch um Formalitäten.

von Siegfried BockProfil

Kassier Hans Liedl hatte Kündigungsschreiben vorbereitet. Diese werden den nicht anwesenden 15 Mitgliedern zugestellt. Die Formblätter sind bei Katrin Büttner abzugeben. Die Kreisvorsitzenden Georg Schreglmann und Petra Dötsch waren noch, wie sie sagten, mit einer leisen Hoffnung gekommen. "Jeder soll sich bis 30. September überlegen, ob er weiterhin bleibt", bat Schreglmann.

Konto aufgelöst

Einen möglichen Wechsel zu einem Nachbarortsverband hielt man nicht für sinnvoll. Er wäre auch nur befristet, weil sich diese Ortsverbände aufgrund der Altersstruktur bereits im Siechtum befänden, was auch die Vorsitzenden beziehungsweise Teamleiter bestätigten. Das vorhandene Vermögen sei bereits an die Katholische Kirchenstiftung für einen mobilen Lautsprecher übergeben worden, informierte Liedl. Er reichte den Kassenbestand von 15,29 Euro an Schreglmann weiter. Das Konto ist somit aufgelöst.

Obwohl von den Mitgliedern für 2017 keine Beiträge mehr abgebucht wurden, musste der Ortsverband 1614 Euro an den Kreisverband für das ganze Jahr überweisen. Laut Bestimmungen hätte das nur bei einer Auflösung bis 31. Dezember 2016 verhindert werden können, bemerkte Liedl. Geier hatte sich im Namen des Vorstandsteams für 14 Jahre geschenktes Vertrauen bedankt.

Zur Historie: 1910 wurde der Katholische Männer- und Arbeiterverein gegründet. 57 Kaltenbrunner und 13 Dürnaster ließen sich aufnehmen. Der erste Vorsitzende hieß Johann Gräf. Wenige Wochen nach der Bannerweihe begann der Erste Weltkrieg. Bereits am 18. November senkte sich die neue Fahne über dem Grab von Josef Koppmann. Die Not der Kriegszeit spiegelte sich auch darin wider, dass 1916 und 1917 mehrere Versammlungen wegen Biermangels ausfielen. Am 12. Mai 1918 war das Requiem für die 30 Gefallenen.

Zu den sozialen Aktivitäten gehörte eine Sterbegeldversicherung sowie die Förderung des Blindenunterstützungsvereins. Schwerpunkte waren die Bildungsarbeit mit Stenografiekurs am Sonntag sowie die Gründung einer Vereinsbibliothek. Theaterspielen und Christbaumverlosungen nahmen breiten Raum ein.

Hilfe beim Kirchenbau

1933 halfen die Mitglieder beim Bau der Martinskirche tatkräftig mit. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Vereinsleben stark zurück. Aus dem späteren Werkvolk kristallisierte sich 1966 die KAB-Ortsgruppe Dürnast unter Präses Ludwig Bock und 1977 durch starkes Bemühen von Präses Franz Winklmann der Ortsverband Kaltenbrunn heraus. Die Fahne von 1914 war nicht mehr auffindbar. Fast auf den Tag genau 65 Jahre später wurde das neue Banner geweiht. Ein Stück Pfarrei- und Vereinsgeschichte ging nun am 4. Mai zu Ende.

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