27.10.2017 - 20:46 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Sitzweil des evangelischen Frauenkreises: Kaltenbrunner Engel

Sitzweil - die passende Bezeichnung für ein Brauchtum, das der Evangelische Frauenkreis (EFK) wiederbelebt. Die Gäste füllen das im herbstlichen Ambiente geschmückte Gemeindehaus.

Mal nachdenklich, mal originell sind die Lieder des Duos "Raureif" bei der Sitzweil des Evangelischen Frauenkreises. Bild: bk
von Siegfried BockProfil

Kaltenbrunn. Das Duo "Raureif" verstand es aufs Beste, Mitglieder und Gäste, darunter auch Männer, mitzunehmen. Geradezu andächtig lauschten sie, als Gisela Reil und Ulrike Rauch "Manches Mal vergess ma, wia guad uns geiht" und "Unsa dahoam" sangen. Nachdenklich stimmten "Du brauchst einen Traum, für den du lebst", "Ich wünsche dir Zeit" und "Alles hat sei Zeit".

Auch Pfarrer Matthias Weih verfolgte den Vortrag voller lustiger Episoden von Markt-Historiker Alfons Bösl. "Dös woarn nu Zeit'n" hieß es, als der 77-Jährige alte Fotos aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts präsentierte. Zu sehen waren Hopfenäcker und Kommunbrauhäuser. Rund 100 russische Kriegsgefangene mussten 1943 Straßen und Wasserleitung bauen.

Bösl erinnerte an die Keller an der evangelischen Kirche, viele Backöfen, die Pegmatitgrube in der Schlemm und das alte Hüthaus. Weitere Bilder zeigten den Kammervirtuosen Josef Hösl, den großen Förderer von Max Reger. "Der Weiler Schickenhof müsste eigentlich ins Guiness-Buch der Rekorde", meinte Bösl. "Aus den drei Bauernhöfen sind zwei Lehrer und Nobelpreisträger Dr. Johann Stark hervorgegangen."

Zum Vorschein kamen Ansichten von Thansüß und Konradinsgrund. Schmunzeln löste die Geschichte von den "Kaltenbrunner Engeln" aus. "O Kaltenbrunn, wie bist du so schön, drum wollen wir nicht von hier gehen", heißt es in Bösls Gedicht.

Für die Pause war ein üppiges Schmankerlbüfett aufgebaut. Frauenkreis-Vorsitzende Christa Heidrich wünschte allen einen bunten Strauß von Interessen, "der euch mit anderen Menschen in eine Begegnung bringt. Bleibt's g'sund und munter, dann geiht die Welt bestimmt nird unter". "Mit Herz und Seele tian se musiziern und singa und bringa a ihre Lieda zum Klinga" bescheinigte Heidrich dem Duo "Rauhreif"

 

 

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