03.05.2018 - 17:04 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Auf der Deponie Kalkhäusl soll Solarpark entstehen Sonnenstrom von der Müllkippe

Um die ehemalige Mülldeponie Kalkhäusl, die dem Landkreis gehört, ist es zuletzt still geworden. Das könnte sich bald ändern. Wo es einst um belasteten Boden ging, soll bereits im Sommer saubere Energie ins Stromnetz fließen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie Kalkhäusl bei Weiherhammer könnte ein beachtlicher Solarpark entstehen. Nach und nach sollen die schraffierten Flächen bebaut werden. Schon in etwa zwei Monaten soll im Abschnitt A eine 750-kW-Anlage ans Netz gehen. Bauherr ist die Energiegenossenschaft "Zeno". Bild: Amtliche digitale Orthophotos (Top-Maps); Grafik: Oberpfalzmedien
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Auf dem Gelände nahe Dürnast plant die Energiegenossenschaft "Zeno" mit Sitz in Floß einen etwa einen Hektar großen Solarpark. Er könnte im Jahr bis zu 190 Haushalte mit Strom versorgen.

Die Gemeinde Weiherhammer, auf deren Gebiet Kalklhäusl liegt, hat bereits grünes Licht für die Bauleitplanung gegeben. "Die arbeiten super. Wenn alles klappt, könnte die Anlage zwischen Ende Juni und Mitte Juli ans Netz gehen", sagt Boris Damzog. Er ist Geschäftsführer der Zeno-Natur GmbH, einer Tochter der Zeno-Energie, an der zu 30 Prozent Kommunen aus dem östlichen Landkreis sowie die Stadtwerke Weiden beteiligt sind. Die übrigen 70 Prozent gehören der Zeno-Energie. Sie soll nach dem Bau die Anlage übernehmen und betreiben.

Geplant ist ein Solarpark mit 750 Kilowatt/peak Leistung. Das ist nicht übermäßig groß, etwa im Vergleich zum "Sonnenpark Hütten", wo die Solarfelder der Zeno auf 16 mW/p installierte Leistung ausgerichtet sind. Der Vorteil: Bis zur Grenze von 750 kW muss die Anlage nicht europaweit über die Bundesnetzagentur ausgeschrieben werden. Dann würde wahrscheinlich ein großer Wettbewerber die kleine Zeno ausstechen.

So aber bliebe alles in kommunaler Hand. Der Landkreis würde die Flächen verpachten, die kommunale Energiegenossenschaft investiert 650 000 Euro und würde die Erträge an ihre Anteilseigner in der Region weitergeben. Die Einspeisevergütung ist noch offen. Sie wird bundesweit vierteljährlich festgelegt und hängt davon ab, wieviel erneuerbare Energie gerade in Deutschland zugebaut wird. Boomen die Solaranlagen, gibt es weniger; wird zurückhaltender investiert, fließt mehr Geld. Bis Ende Juni sind es noch 0,112 Cent pro Kilowattstunde, erklärt Damzog.

In Kalkhäusl soll es nicht bei der einen 750-kW-Anlage bleiben. Die Gemeinde hat die Bauleitplanung bereits für das gesamte 13,6 Hektar große Areal übernommen. Es wurde dazu in 5 Parzellen unterteilt. Die Idee dahinter: Alle zwei Jahre könnte eine neue 750-kw-Anlage dazukommen. Die nächste könnte in Absprache mit dem Landratsamt die NEW bauen, die "Neue Energien West", eine Bürgergenossenschaft mit Sitz in Grafenwöhr. "Wenn sie nicht will, machen wir es wieder", sagt Reiner Gayer, der neben Damzog Geschäftsführer der Zeno-Natur ist.

Pläne für Solarstrom in Kalkhäusl gibt es schon länger. Bereits 2011 stellte der Landkreis dafür die Weichen. Damals hieß es noch, dass Module nur auf Teilflächen kommen, unter denen kein Müll lagert. Da die aber inzwischen verfüllt und versiegelt sind, ist es laut Gayer möglich, weitere Teile der Deponie zu nutzen.

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