11.07.2017 - 18:36 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Bald ist angerichtet BHS Corrugated stellt zwei Restaurants vor

Im September wird Weiherhammer 300 Jahre alt. Ebenso das Hüttenwerk, der Vorläufer der BHS Corrugated. Dazu beschenkt sich der Maschinenbau-Riese mit einem Neubau, von dem auch die Öffentlichkeit etwas haben soll.

Bild: Planungsbüro "Die Wohnkultur"
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Rund 45 Millionen Euro investieren die Wellpappe-Spezialisten in ihr neugestaltetes Hauptquartier. Zum futuristischen Gebäudekomplex gehören auch zwei Restaurants. Das etwas größere hat nur tagsüber von 7 bis 17 Uhr für die Mitarbeiter und ab 13 Uhr auch für Betriebsfremde geöffnet. Es bietet innen rund 200 Sitzplätze und außen weitere 150. Beide mit Blick auf Grünflächen, den Beckenweiher und die Silhouette von Weiherhammer.

Ein Stockwerk darüber ist "Fine Dining" angesagt. Dort bewirtet die BHS Geschäftskunden, am Abend kann dort jeder ausprobieren, was die Gastro-Mannschaft der Firma so auf der Pfanne hat. Dieses Lokal trägt den Namen "Elements". Es bietet innen 60, außen 80 Plätze. Sonntags soll dort auch Brunch möglich sein.

"Wir setzen auf regionale und saisonale Küche", erklärt BHS-Inhaber Christian Engel, "aber wir trauen uns auch zu, Köche aus aller Welt zu holen". Damit sind Spezialaktionen gemeint, die die Restaurants in bestimmten Abständen anbieten wollen. "Wenn Sie in der Oberpfalz zum Chinesen gehen, dann schmeckt das nicht wie in China. Wir lassen für so etwas schon mal für ein halbes Jahr einen Koch aus China holen." Das gelte auch für Italien, Japan oder Texas. Sprich: Wenn der Texaner die Küche seiner Heimat authentisch präsentiert, soll er das auch mit Rindfleisch seiner Heimat tun.

Eigene Fische und Honig

Ansonsten aber dominiert Regionalität. Ein Teil des Beckenweihers soll für Saiblings- und Forellenzucht abgezäunt werden, im angrenzenden Grüngürtel sollen Bienenstöcke der Küche den eigenen Honig liefern. "An erster Stelle steht Qualität", unterstreicht Küchenchef Thomas Wenger. Das "Elements" soll ein bisschen in die Richtung des Golfclub-Restaurants in Schwanhof oder des Gasthofs Burkhard in Wernberg gehen.

Dem soll das Betriebsrestaurant für die Mitarbeiter - das Wort Kantine klingt auf dem BHS-Gelände genauso altbacken wie Leberkässemmel - nicht nachstehen. Es soll "News" heißen. Der Name spielt mit dem Begriff "neu", und mit den Landkreis-Buchstaben NEW als Zeichen für Regionalität. Ferner sind News auf deutsch Nachrichten. Und Christian Engel ist ein Fan informeller Kommunikation. Miteinander essen, sich austauschen, Ideen schmieden: "Das ist viel besser als der ständige Blick aufs Smartphone."

Wobei auch der Mobilfunk oder der PC im Gastro-Konzept der BHS eine Rolle spielen. Mitarbeiter sollen via App ihr Essen vorbestellen, das dann so pünktlich und frisch wie möglich auf den Tisch kommt, serviert von Servicepersonal wie im Lokal. Schlangestehen an der Essensausgabe und anschließendes Jongliieren von Tabletts sind passé. Über die App, die auch Nicht-Mitarbeiter herunterladen können, wird bargeldlos abgerechnet.

Fleischig und vegan

Der Mitarbeiter zahlt 6,90 Euro für eine dreigängige Mahlzeit, der Gast 7,90. Jeden Tag sollen drei Hauptgänge zur Auswahl stehen. Fleisch, Veganes oder Vegetarisches und ein Aktionsgericht, Stichwort China oder Texas. Dazu gibt es Suppe und Salat sowie ein Dessert.

Letzteres könnte von einer eigenen Konditorin stammen. Die Küchenbrigade verstärken bekannte Namen aus dem Raum Weiden. Maria Krauß aus dem "Lobster" wird Restaurantchefin im "Elements", ferner kommt ein renommierter Koch aus dem "Eisvogel" im Hotel Birkenhof. Auch Markus Lindner vom "Weißen Schwan" in Windischeschenbach sowie Thomas Angerer und Jochen Lieberknecht aus der "Villa" gelten nicht gerade als Amateure. Die erste Anmeldung, im Oktober eine Hochzeitsgesellschaft zu verköstigen, liegt schon vor.

Zur Person

Zurzeit ist er noch Bauleiter, ab Herbst dann Küchenchef. Thomas Wenger ist Herr über die Gastronomie bei der BHS Corrugated. Die beiden Küchen werden nach seinen Vorstellungen mitgestaltet.

Der 44-Jährige kommt aus der Nähe von Stuttgart und hat unter anderem bei Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt gelernt. Er hat in der Schweiz gearbeitet, war selbstständig, hat in der Systemgastronomie Erfahrung gesammelt und den Food-Bereich einer Unternehmensberatung geleitet. Mit seinem neuen Chef Christian Engel stimmte die Chemie schon bald. "Ich bin aus dem Bewerbungsgespräch raus und hatte gleich die Baupläne in der Hand." Weiherhammer war Wenger bis dato nicht ganz unbekannt. Ein Freund hatte im Innovision-Center Hochzeit gefeiert.

Wenger wohnt in Weiden. Nächstes Jahr will er seine Frau und die beiden Töchter nachholen. Seine Leibspeise ist Zwiebelrostbraten mit Spätzle. "Wenn ein Schwabe ein Gasthaus testet, dann probiert er das bei uns zuerst", berichtet er über seine kulinarische Sozialisation. Die hat ihn so weit gebracht, dass er auch gute Kontakte zu Fernsehköchen hat. "Vielleicht holen wir mal einen nach Weiherhammer", erzählt er auf seiner Facebook-Seite.

Dort erfährt der Leser außerdem, dass Wenger leidenschaftlicher Anhänger des VfB Stuttgart ist. Wenn er ins Stadion geht, hat er einen Platz in einer Loge, wo alte Jugendfreunde ihren Stammplatz haben: die Rapper der Fantastischen Vier. (phs)

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp