Digitalisierung wandelt entscheidend Arbeitsprozesse
Wellpappen-Anlage wird zu intelligenter Fabrik

Horst Schmidt, Niederlassungsleiter Mittelstand Weiden der Commerzbank (stehend rechts), führte durch das Programm. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Christian Engel, Gesellschafter der BHS (Vierter von links). Bild: sbü
Wirtschaft
Weiherhammer
04.04.2018
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Sind Maschinen bald intelligenter als Spezialisten? Noch ist es nicht ganz so weit, dass Expertenwissen nicht mehr benötigt wird, weil Maschinen von künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Doch Unternehmen müssen sich vorbereiten. Zu einer "#openspace Lounge" hatte die Commerzbank in das Innovisionscenter der BHS Corrugated nach Weiherhammer eingeladen.

Horst Schmidt, Firmenkundenchef bei der Commerzbank, fragte zu Beginn der Veranstaltung: "Wie verändert die Digitalisierung unsere Produkte und Betriebe?" Dicke Bretter müssten gebohrt werden, denn Organisations- und Mitarbeiterstruktur änderten sich und es kämen neue Wettbewerber. Eine ausführliche Antwort auf die Ausgangsfrage gab Christian Engel, Geschäftsführender Gesellschafter der BHS Corrugated.

Engel erläuterte, bezogen auf sein Unternehmen, die aktuellen und zukünftigen Veränderungen im Digitalisierungsprozess. "Wellpappen-Anlagen werden intelligent, sie beginnen eigene Entscheidungen zu treffen." Informationsplattformen verfügen dabei permanent über alle Prozessdaten und spielen diese zusammen. "Der Maschinenbau wird sich ändern", prognostizierte Engel. Digitaldruck zieht ein und macht Druckplatten unnötig. Zwischenlager würden kleiner. Im Fokus stehe dabei eine "Wellpappen-Fabrik" und nicht mehr eine Wellpappen-Anlage. In der Wellpappen-Fabrik müssten Produkt und Verpackung "verheiratet sein".

Für Engel begleiten zukünftig QR-Codes das verpackte Produkt "bis zum Recycling". Bei der BHS gebe es bereits 50 Arbeitsplätze ausschließlich für Digitalisierungs-Themen. Außerdem "laufen derzeit vier Dutzend Digitalisierungs-Projekte", die in eine Umgebung künstlicher Intelligenz einfließen werden. Engel erinnerte dabei an die geplante Denkwelt in Halmesricht. Dort solle auch für andere Unternehmen das "Umfeld für Digitalisierung geschaffen werden".

Vernetzung mit dem Markt

Ratschläge für die Umstellung auf digitale Geschäftsmodelle formulierte Holger Werner, Chef und Gründer der Commerzbank-Tochter #openspace GmbH. Sein Unternehmen begleitet Betriebe bei Digitalisierungsprozessen. Werner empfahl einen "radikalen Kunden-Fokus". Nur was dem Kunden nützt, fragt dieser nach. Digitalisierung sollte auch "von oben im Betrieb vorgelebt werden". Innovative Produkte und neueste Technologien müssten sich ergänzen. Zu beachten sind die Grenzen sozialer Kommunikationssysteme, denn "das Katzen-Video wird noch immer am meisten downgeloaded". Große Bedeutung misst Werner der Vernetzung mit anderen Marktteilnehmern zu. Man brauche beides - "Community und Cloud". In Deutschland werde dem Thema Vernetzung noch viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Dabei sei es sehr wichtig, auch mit "Start-Ups" zusammen zu arbeiten. Branchen-Know-how und digitales Know-how müssten zusammengebracht werden.

Kunden-Bedürfnisse

Wie Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse digitalisiert werden, zeigte Dominik Wagner von der Wasotech GmbH am Beispiel der "webbasierten" Auftragsverwaltung einer mittelständischen Entsorgungsfirma auf. Über Softwareentwicklung sprach Daniel Dengler, Geschäftsführer der Number42 GmbH und empfahl, "täglich auf Kundenbedürfnisse zu reagieren". Oftmals würden nicht die Entscheider mitdiskutieren. Mit der Präsentation der Plattform "flitz - buch dir einen Studenten" als Vermittlungsagentur für private und gewerbliche Dienstleistungen durch Harald Petersen von der Generation Ventures AG wurde die Vortragsreihe abgeschlossen.
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