20.10.2017 - 19:06 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Lieferant befüllt Rohstoffsilo beim Flachglashersteller Pilkington falsch Zement statt Soda

Fatale Panne bei Pilkington: Ein Zulieferer befüllte ein Rohstoffsilo falsch. Statt Soda kippte er eine ganze Lkw-Ladung weißen Zement in den Behälter. Daraufhin stand mehrere Tage lang die Produktion an einer Schmelzwanne.

Nach einem verhängnisvollen Befüllungsfehler eines Zulieferers stand beim Flachglashersteller NSG Pilkington im Industriegebiet Weiherhammer mehrere Tage die Produktionslinie zwei (rechts) still. Luftbild: Michael Ascherl
von Martin Staffe Kontakt Profil

Laut Werksleiter Reinhold Gietl ereignete sich die Verwechslung bereits am Samstag, 9. September. Nur wenige Stunden nach dem Malheur bemerkten die Arbeiter an der Linie zwei, dass die Qualität des Glases nicht mehr passt. Schnell war die Ursache für die Schmelzstörung gefunden: Statt Soda floss Zement in die Wanne. Beide Pulver sehen gleich aus, erklärt Gietl.

Daraufhin war Feuer auf dem Dach. Die Wanne stand mehrere Tage still. Über 2000 Tonnen Glas mussten in die Tonne gekippt werden. Pilkington konnte Kunden nicht mehr beliefern. Abgesehen vom Imageverlust ist auch der finanzielle Schaden beträchtlich. Eine Summe will Gietl nicht nennen. Die versicherungstechnische Abwicklung sei noch nicht abgeschlossen.

Die Assekuranz des Verursachers schickte einen Gutachter. Der wiederum schaltete einen Experten zur Reinigung des kontaminierten Silos ein. Diese Arbeiten dauern immer noch an. Chef Gietl bestätigte, dass dem Lieferanten das gleiche Missgeschick schon einmal im Januar passiert sei. Damals hätten es die Pilkington-Leute aber noch rechtzeitig bemerkt, so dass nur das Silo gesäubert werden musste.

Soda verwenden die Glasmacher als Flussmittel. Es reduziert den Schmelzpunkt des Sandes.

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