Spedition Stahl stellt Insolvenzantrag - Fuhrunternehmen sucht Investor
Pläne scheitern an fehlendem Geld

Die Spedition Stahl aus Weiherhammer stellt nach 2013 erneut Insolvenzantrag beim Amtsgericht Weiden. Bild: Schönberger
Wirtschaft
Weiherhammer
07.02.2018
11103
0

Erst vor fünf Jahren ging die Spedition Stahl in die vorläufige Insolvenz. Jetzt stellte das Fuhrunternehmen aus Weiherhammer am Montag wieder Insolvenzantrag beim Amtsgericht Weiden.

Das Unternehmen "Karl Stahl Spedition GmbH" hatte die Insolvenz 2013 gerade noch abgewendet. Sohn Florian Stahl übernahm damals die Firma, die seitdem "Stahl Spedition & Logistik GmbH" heißt. Ein Leasingpartner hatte zuvor den Vertrag mit der Firma gekündigt. Stahl konnte offenbar die sofort fällig werdenden Ablösen nicht zahlen. Über die genauen Ursachen wollte das Unternehmen damals nicht sprechen.

Nun ist die Spedition erneut in finanzielle Schieflage geraten. "Das Unternehmen war bisher komplett ausfinanziert. Stahl plante nötige Umstrukturierungen, unter anderem bei Routen und Fahrten", sagt Insolvenzverwalter Hubert Ampferl aus Nürnberg. "Die Spedition hatte ein gutes Konzept, doch die Finanzierung war nicht gesichert. Stahl hätte Geld gebraucht." Es seien jedoch keine Verbindlichkeiten in exorbitanter Höhe aufgelaufen. Das Schadensereignis bei Pilkington spiele keine Rolle. "Die Versicherung reguliert das. Wir sind dankbar, dass wir Pilkington als Auftragsgeber haben." Ampferl begann am Montag mit seiner Arbeit. Gespräche mit Investoren laufen bereits. Der Geschäftsbetrieb geht weiter, da die Auftragslage laut Ampferl gut ist. Die Spedition mit dem Schwerpunkt Rohstofflieferung macht international Silo-, Schubboden- sowie Kipper- und Planentransporte. Derzeit fahren 40 Sattelzugmaschinen für Florian Stahl.

Die Mitarbeiter der Verwaltung informierte Stahl am Montag über den Antrag. "Die Lastwagen-Fahrer bekamen nach und nach telefonisch Bescheid", berichtet Ampferl. "Die Belegschaft hat sehr gefasst reagiert. Die 63 Mitarbeiter können durch das Insolvenzgeld erstmal beruhigt weiterarbeiten." Löhne und Gehälter sind bis Anfang April gesichert. Bis dahin wollen Geschäftsleitung und Insolvenzverwalter eine Sanierungslösung erarbeiten. "Es gibt Ideen, die sind aber nicht spruchreif." Chef Florian Stahl war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.