28.04.2017 - 11:38 Uhr
WenzenbachOberpfalz

Monika und Viktor Krückl verraten ihre Gartentricks Rosen, Rasen und Gemüse

Vorbei an einer dichten Hecke geht es auf einem schmalen Pfad in den Garten. Und schon öffnet sich der Blick auf eine Anlage, die einen "Berg an Arbeit" vermuten lässt. Doch Monika und Viktor Krückl schwärmen von wenig Pflege und kennen auch die Tricks dafür.

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Der gepflegte Garten in der Pestalozzistraße in Wenzenbach (Kreis Regensburg) versteckt sich hinter einer hohen Hecke. Wer hier Einlass findet, ist überrascht: Großzügige Staudenbeete, mit Buchsbäumen gesäumte Rosenbeete, Rhododendren und Funkien springen den Gast förmlich an. Im Jahr 1984 baute die damals junge Familie Krückl ihr Wohnhaus in das 926 Quadratmeter große Grundstück. Hier hatten die zwei Söhne viel Platz zum Fußballspielen. Mittlerweile wird das Spielhaus als Geräteschuppen genutzt, und wo früher die Bälle ins Netz flogen, hangeln sich Rosen am Spalier empor.

Schutz für Hortensien

"Bei uns blüht es von Frühjahr bis Herbst und das ganz schön viel", sagt Monika Krückl. Derzeit sind es Tulpen, Traubenhyazinthen und Gemswurz die das Auge erfreuen. Bald kommen Pfingstrosen und Hortensien dazu. Der Tipp: Von Januar bis April einen Jutesack als Frühjahrsschutz über die Hortensienbüsche in den Beeten stülpen, damit diese nicht zu früh austreiben.

Schon jetzt freut sie sich auf ihre 17 Rosen - überwiegend in Rosa und Rot gehalten, um die Harmonie zu den Stauden in Blau und Weiß zu halten. Lieblinge sind die Einmalblüher mit ihrer starken Leuchtkraft. "Wunderschön", sagt Monika Krückl und schwärmt vom intensiven Duft. Allerdings steht die Pflanze nach drei Wochen ohne Blüte da. Nicht so die Kletterrose "New Dawn", diese erfreut bis in den Herbst hinein. Einen gelben Farbklecks setzt die Englische Rose "The Pilgrim" mit ihren dicht gefüllten Blütenschalen. "Rosen sind pflegeleicht", sagt die Hobbygärtnerin. Über Winter häufelt sie etwas Erde an und deckt den Boden mit Reisig ab. Zurückgeschnitten wird im Frühjahr. Unkraut jäten ist keine große Sache im Hause Krückl: "Wir haben alles vollgepflanzt, damit wir wenig Arbeit haben!" Und so findet man in den Rabatten keine blanke Erde, sondern Funkien und andere Bodendecker. Darunter den Storchenschnabel, welchen die Schnecken gar nicht mögen. Das gilt auch für die einjährigen Löwenmäulchen. "Es ist schön, wenn es ein wenig wilder ausschaut", sagt Monika Krückl lachend. Auf Rindenmulch verzichtet sie. Stattdessen bleibt das Laub als Dünger unter den Sträuchern liegen. "Die Pflanzen suchen sich im Frühjahr schon ihren Weg." Im Schatten blühen Elfenblume und Gedenkemein so richtig auf.

Wir achten darauf, dass unser Garten wenig Arbeit macht.Monika und Viktor Krückl

Hausherr Viktor Krückl ist für "schwerere Arbeiten" und für den gepflegten Rasen zuständig. Dieser wurde 1985 angelegt und überlebte die 30 Jahre ohne Nachsaat in hervorragender Qualität. Das Erfolgsgeheimnis: Im Frühjahr einmal kalken, damit geht das Moos ziemlich weg. Nach zwei bis drei Wochen wird mit einem Vertikutier-Rechen ohne große Kraftanstrengung die Fläche leicht "abgezupft", dabei das abgestorbene Moos entfernt und gleichzeitig das Gras belüftet. Von einer Vertikutier-Maschine hält Krückl nicht viel: "Die arbeitet zu viel auf." Später wird das erste Mal ziemlich kurz gemäht.

Dreimal im Jahr wird gedüngt. Im Frühjahr und im Sommer bringt er einen Langzeit-Rasendünger in zwei Durchgängen (quer und längs damit es keine Flecken gibt) auf. "Nicht zuviel, lieber sparsamer", lautet der Tipp. Im November ist dann ein Herbstdünger an der Reihe, der den grünen Teppich gut über den Winter bringt - sowie eine letzte kurze Mahd. Während der Sommerhitze werden die Messer im Rasenmäher etwas höher gestellt. Den Tipp für "Loretta Superrasen" hat Viktor Krückl vom damaligen Vorsitzenden des Gartenbauvereins bekommen. Jetzt ist er es, der mit Ratschlägen weiterhelfen kann. Das fängt schon bei der Anlage der Blumenbeete an. Wenn der Rasenmäher überall hinfahren kann, dann nehmen die wöchentlichen Mährunden nicht viel Zeit in Anspruch.

System "Fruchtfolge"

Beim Gemüsegarten kommt wieder Gattin Monika ins Spiel. Nachdem im Frühjahr die Komposterde ausgebracht wurde, werden die Beete bepflanzt - und zwar nach dem System "Fruchtfolge". Jedes Gemüse hat einen anderen Nährstoff-Appetit. Mit einem zeitlichen Wechsel des Anbaus von Stark- und Schwachzehrern erreicht man eine optimale Versorgung. Zwiebeln, Karotten und Radieschen lieben es gemischt, Salat und Kohlrabi sind gute Nachbarn und Bohnen wachsen im extra Beet.

Im Gewächshaus ist Platz für Tomaten, Gurken, Paprika und eine Aubergine, die jedes Jahr mindestens zehn Früchte bringt. 2016 hat das Ehepaar ein Experiment mit einem wassergefüllten Folientunnel (Beta-Solar Wärmespeicher) gestartet und wurde positiv überrascht: "Die Pflanzen sind besser gewachsen."

Termine im Mai

Gartentage Schloss Neufahrn

29. April bis 1. Mai im Areal rund um das Schloss Neufahrn (bei Landshut) mit 100 Ausstellern zu "Garten-Kunst-Kultur".

Gartentage Lindau

5. bis 7. Mai auf der Hinteren Insel Lindau vor der traumhaften Kulisse des Bodensees und der Alpen. Mit 120 Ausstellern.

Gartenmarkt Perschen

6. und 7. Mai im Bauernmuseum Perschen/Nabburg. Alte, regionale und besondere Gemüsesorten, Obstgehölze und Zierpflanzen stehen im Mittelpunkt.

1. Freisinger Gartentage

12. bis 14. Mai in den beschaulich-meditativen Höfen und Gärten des ehemaligen Klosters Neustift in Freising. Im Rahmenprogramm steht heuer die Gartenkultur Persiens im Mittelpunkt.

Fränkisches Gartenfest

12. bis 14. Mai am Wasserschloss in Mitwitz (bei Kronach) mit Präsentation von schönen und nützlichen Dingen für Haus und Garten.

2. Altdorfer Gartenzauber

19. bis 21. Mai auf dem ehemaligen Ziegeleigelände in Altdorf bei Landshut, mit bodenständigem Charme und Handwerk. (ptr)

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