10.04.2017 - 16:16 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Abwechslungsreicher Konzertabend des Kulturforums auf Burg Wernberg: Wenn Flöten sich "verstehen"

Abwechslung war das Kennzeichen des Konzertabends des Kulturforums im Fürstensaal der Burg. Musik für mehrere Flöten und Klavier steht ja nicht so oft in Konzerten auf dem Programm.

Für das gelungene Konzert auf Burg Wernberg zeichneten (von links) Edmund Wächter, Angela Lex, Eva Schieferstein und Elisabeth Weinzierl verantwortlich. Bild: tie
von Reinhold TietzProfil

Mit der "Burleske" op 64 für drei Flöten und Klavier von Carl Rorich begannen alle vier Interpreten ihre Vortragsfolge. Wie es der Titel verlangt, ging es hektisch zu, denn moderne Tonalität prägt das Werk. Elisabeth Weinzierl, Edmund Wächter und Angela Lex gaben ein Musterbeispiel für abgestimmtes Flötenspiel. Eva Schieferstein begleitete stets aufmerksam am Klavier die Spielweise der Blasinstrumente. Ganz andere Töne entfaltete die "Sonate D - Dur" op 7/1 für drei Flöten von Joseph Bodin de Boismortier. Die fünf Sätze des Werks entsprechen den Vorstellungen der Barockaera, in der die Abwechslung schneller und langsamer Sätze ein Stück prägt. Das Zusammenspiel der drei Flöten war auch ohne Mitwirkung des Klaviers tadellos in Harmonie und Gestaltung. Als Ausgleich war dann eine Sonate für Klavier allein angekündigt.

Eva Schieferstein spielte Mozarts "Klaviersonate A-Dur", das berühmteste Werk des Komponisten für Klavier solo. 2014 war in der Musikbibliothek Budapest eine bislang verschollene Handschrift dieses Stücks entdeckt worden, welche die Pianistin vorstellte. Vor allem auf die Variationen des beginnenden "Andante grazioso" erstreckten sich etliche Erweiterungen. Das "Menuetto" verlief in ruhiger Manier, dann folgte der berühmte "Alla Turca" - Satz, den die Interpretin mit ihrem schwungvollen Spiel zu einem schönen Erlebnis werden ließ. Franz Doppler verfasste die "Rigoletto-Fantasie", ein "Duo concertant für zwei Flöten und Klavier nach Motiven aus der gleichnamigen Verdi-Oper. Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter waren in ihrer Interpretation einfach mitreißend.

Nach der Pause gab es zuerst Bearbeitungen für zwei Flöten und Klavier. Der berühmte Flötenbauer und Komponist Theobald Böhm hat "Ich wollt, meine Lieb ergösse sich all in ein einzig Wort" und das "Herbstlied" von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie "Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss" von Franz Lachner für diese Besetzung arrangiert: Liebliche Melodien voller Gefühl.

Einen Höhepunkt des Abends stellten die fünf Stücke nach Themen von Paul Hindemith für drei Querflöten von Helmut Burkhardt dar. Elisabeth Weinzierl, Edmund Wächter und Angela Lex bewältigten die meist flotten Weisen in komplizierter Taktgestaltung und erweiterter Tonalität virtuos und schufen gleichzeitig interessante Klangkombinationen.

Zum Abschluss des Abends erklangen die 2011 von Ian Clarke geschaffenen "Curves für drei Flöten und Klavier". Als Zugabe gab es ein schwungvoll von allen gespieltes Stück: Scott Joplin schrieb "The Strenuous Life - A Ragtime Two Step". Den Interpreten gelang es, selten zu hörende Werke aus der Versenkung hervorzuholen und in einer Weise zu interpretieren, bei der man die hohe Qualität der Stücke erkennt.

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