"Cantabile Regensburg" beim 50. Jubiläum der Pfarrkirche St. Josef in Unterköblitz
Feinste Nuancen des Chorgesangs

Kultur
Wernberg-Köblitz
02.07.2013
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Der Kirchenraum von St. Josef war am Sonntagabend immerhin mehr als zur Hälfte gefüllt, als der Kammerchor "Cantabile Regensburg" unter Leitung von Prof. Matthias Beckert sein Konzert begann. Das Kulturforum Wernberg-Köblitz präsentierte das Ensemble zur Feier des 50. Jubiläums der Pfarrkirche.

Angemessen boten die Sänger die neunstimmige Motette "Jubilate Domino" von Michael Praetorius dar. Immerhin handelt es sich um eine Lobpreisung, die mit vollem Ton und optimistischer Haltung umgesetzt wurde. Schon ab diesem ersten Stück fiel die Exaktheit der musikalischen Darstellung polyphoner Tonfolgen auf. Matthias Beckert leitete stets konzentriert und gab der Musik damit eine Kraft, die immer wieder in genaueste und schön klingende Vielstimmigkeit mündete. Dieses Können des sorgsam agierenden Dirigenten blieb den Abend über auf dem gleichen hohen Niveau.

"There is an old belief"

Den Kontrast zum Komponisten des frühen 17. Jahrhunderts bildete ein Chorwerk von Hubert Parry, einem englischen Tonschöpfer des frühen 20. Jahrhunderts. "There is an old belief" ("Da gibt es einen alten Glaubenssatz") wurde melodiös durchgestaltet, wirkte durch immer glaubhafte Harmonik und die stets ernste Aussage.
Am Rand der Tonalität bei der Melodiengestaltung war das nächste Stück: Berhard Zink aus München begriff "Komm, Trost der Nacht" als rhythmisch ereignisreiche und melodiemäßig breitgefächerte Bitte um Gottes Lob - und genau in diesem Sinn vermittelte der Chor mit vollem Einsatz die Aussage.

Aus einem Naturerlebnis heraus ist die Motette "Meine Seele preist die Größe des Herrn" entstanden, die der beim Konzert anwesende Helmut Burkhardt komplex in besinnlicher Tonalität und von ruhigen Melodien geprägter Manier vertont hat. Auch ein weiterer Zeitgenosse, der Schweizer Carl Rütti, komponiert tonal. Seine zwölfstimmige Motette "Ave Maris Stella" forderte vom Chor feinste Klangnuancen im leisen wie lauten Klang der Stimmen, stets den Vorgaben des Textes folgend.

"Jesu, meine Freude"

Dann noch einmal Michael Praetorius: Seine Motette "Pater noster" bringt jeden einzelnen Aspekt des "Vater unser" in tonlich passende Klangwelten. Eine besonders berühmte Motette folgte: "Jesu, meine Freude" von Johann Sebastian Bach ist ein Höhepunkt reiner Chormusik ohne instrumentale Begleitung.
Die Strophen glänzten durch die abgerundete Gestaltung der Hauptmelodie im Viervierteltakt, die Einschübe bildeten den rhythmischen Kontrast bis zum Zwölfachteltakt. Die Motette "Richte mich, Gott" von Felix Mendelssohn Bartholdy war ebenso hymnisch auf Gott als Erlöser ausgerichtet. Weltlich dagegen waren "Ende September" des Ungarn Zoltan Gardonyi und das "Abendlied" von Josef Gabriel Rheinberger, deren bewegende Melodiebögen die jeweiligen Aussagen glaubhaft machten - noch dazu, weil sie so intensiv vorgetragen wurden.
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