06.09.2017 - 20:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Chor "Ambitus" aus Echternach in Luxemburg singt Meisterwerke des Chorgesangs

Als Teil der Feierlichkeiten zur 650-Jahrfeier der "Goldenen Straße" gastierte in der Kirche St. Anna der bekannte Chor "Ambitus" aus Echternach in Luxemburg. Bemerkenswert waren die genauen, fein abgestimmten Einsätze der Chorgruppen.

Maria Hirsch führte gekonnt durch das Programm.
von Redaktion OnetzProfil

Die "Goldene Straße" gilt seit dem Mittelalter als einer der wichtigsten Handelswege und verlief vom heutigen Grenzübergang Echternach über Nürnberg und die Oberpfalz bis nach Prag. Der bedeutende böhmische König und ab 1355 deutsch-römische Kaiser Karl IV. entstammte dem Geschlecht der Luxemburger. Er verband durch seine Straße Völker und Kulturen miteinander. Ebenso versucht der Chor "Ambitus" (meint den Tonumfang eines Stückes) nach Aussage des Dirigenten Roby Schiltz "Brücken zu schlagen durch ein Musikrepertoire aus verschiedenen Ländern und Zeiten". Im aktuellen Programm waren es vorwiegend neuere französische, englische und luxemburgische Komponisten - da man sich nach seinen Worten nicht anmaßen wollte, als Luxemburger deutsche Musik nach Deutschland zu bringen.

In der gut gefüllten St.-Anna-Kirche hätte man eine Stecknadel fallen hören, als zu Beginn der Dirigent vor dem Altarraum stand und auf sein Zeichen hin ganz leise und gefühlvoll, dann zunehmend anschwellend die harmonischen Stimmen aus dem Hintergrund der Kirche erklangen.

Das Stück "Da Pacem" (Gib Frieden), eine ergreifende Komposition auf ein lateinisches Gebet aus dem 7. Jahrhundert des estnischen Komponisten Arvo Pärt, zwei Tage nach einem terroristischen Anschlag in Madrid 2004 begonnen, sollte sein Beitrag sein, der Opfer zu gedenken. Der Chor sang nun vom Altarraum aus weiter A-Capella-Stücke verschiedener modernerer Komponisten, wie Jos Kinze, Jean-Pierre Beicht, Francis Poulenc und Charles Stanford, um einige zu nennen.

Auffällig an den Darbietungen waren die genauen, fein abgestimmten Einsätze der Chorgruppen, die große Lautstärkedynamik und die ausgewogene Stimmenbesetzung vom tiefen Männerbass bis zum strahlenden Sopran. Eines der schönsten Meisterwerke im Neo-Klassizismus, das Poesie und Musik in vokaler Reinheit verschmelzen lässt, war das "Salve Regina" des französischen Komponisten Poulenc, das an den Chor höchste Ansprüche stellte.

Während eines virtuosen Solos auf der Orgel durch den jungen Organisten Michel Krier, begab sich der Chor auf die Empore, um von nun an mit Orgelbegleitung zu konzertieren. Nach weiteren vier, tiefgründigen Stücken forderte das Publikum mit begeistertem Applaus eine Zugabe. Mit "Until we meet again" verabschiedete sich das großartige Ensemble und der Großteil der Zuhörer war der Meinung: " Gerne bald wieder!"

Durch das Programm führte mit treffenden Worten Maria Hirsch. Zu verdanken ist dieser schöne Abend dem Initiator des Konzerts, Rainer Christoph aus Weiden.

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