01.03.2018 - 20:10 Uhr
Wernberg-Köblitz

Heiko Ruprecht und Veronika Ponzer begeistern die Zuhörer Balladen statt Bergidylle

Die Organisatoren vom Wernberg-Köblitzer Kulturforum freuen sich: Die Veranstaltung im Fürstensaal ist restlos ausverkauft. Schauspieler Heiko Ruprecht trägt in faszinierender Weise Balladen von Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe vor, harmonisch begleitet von der Harfensolistin Veronika Ponzer.

Schauspieler Heiko Ruprecht, der Bruder des "Bergdoktors", gibt jeder Ballade eine eigene Melodie. Der Vortrag wird unterstützt von faszinierender Mimik, Gestik und Körpersprache. Bilder: twi (2)
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Heiko Ruprecht ist vor allem bekannt aus der erfolgreichen ZDF-Reihe "Der Bergdoktor", in der er Hans Gruber, den Bruder des Bergdoktors spielt. Regelmäßig ist er in beliebten Krimiserien oder den TV-Formaten "Katie Forde" oder "Rosamunde Pilcher" zu sehen. Den Kennern ist er aber auch als namhafter Theaterschauspieler bekannt, der schon viele große Rollen, wie den Faust in Goethes "Urfaust" oder "Richard III." in Shakespeares gleichnamigem Stück spielte.

Der musikalische Werdegang der mehrfach ausgezeichneten Harfenistin Veronika Ponzer ist begleitet von zahlreichen Fernsehaufnahmen und nationalen und internationalen Engagements. Neben ihren solistischen Darbietungen tritt sie mit vielen Ensembles auf und begleitete schon viele Lesungen von namhaften Schauspielern, wie Ruth Maria Kubitschek, Senta Berger oder Michael Lerchenberg. "Erlkönig", "Der Taucher", "Die Bürgschaft", "Totentanz", "Der Handschuh", "Der König in Thule" und andere berühmte Balladen von Goethe, Schiller und Schwab werden im Stehen erzählt, gelesen und gespielt von Heiko Ruprecht. Er baut sich vor dem Publikum auf, beginnt mit leiser Stimme, und schon nach einigen Zeilen aus Goethes "Zauberlehrling" hängen die Zuhörer gebannt an seinen Lippen. Er versteht es, mit der ungeheuren Variabilität seiner Stimme und mit herausragender Schauspielkunst eine eindringliche Wirkung und Spannung zu erzeugen. Jede Ballade hat eine eigene Melodie, die getragen wird von unterschiedlicher Tonlage und Rhythmik, Tempowechseln und Lautstärkedynamik. Der Vortrag wird unterstützt von perfekter Mimik, Gestik und Körpersprache.

Und er ist ein Meister der Pausen, in denen man sich kaum zu atmen traut. Die Geschichten erzählen von todesmutigen Jünglingen und unmenschlichen Königen, von großen Liebenden und goldenen Bechern, von glücklichen Herrschern und verfluchten Ringen, von stolzen Rittern und grimmigen Bestien, von verschmähter Liebe und geduldiger Hingabe. Das Gehörte wird komplettiert durch die engelhafte Harfenmusik Veronika Ponzers. Ihre virtuose Musik aus dem 19. Jahrhundert verbindet das Vorgetragene, stimmt ein und leitet über, gibt dem Zuhörer Zeit zum Nachsinnen und Eintauchen.

Beispielsweise beginnt sie schon leise mit perlenden Akkordzerlegungen im letzten Vers von Schillers "Der Taucher". Ihr folgendes Stück von Alphonse Hasselmanns heißt "La Source" ("Die Quelle") und vertieft damit den Eindruck des vorher Gehörten. Ponzers schönstes Stück ist wohl "Die Phantasie in c-moll" von Louis Spohr. Hier zeigt sie alle Facetten der Harfenmusik mit rasend schnellen Arpeggi und vielen Melodie-, Rhythmus- und Tempowechseln von zart-lieblich bis dramatisch. Die Zuhörer sind von dieser Symbiose aus Wort und Musik hingerissen.

Als Heiko Ruprecht nach dem Auftritt noch einmal den Saal betritt, lässt er charmant die Wünsche einer Traube begeisterter Damen nach Autogrammen und gemeinsamen Handy-Selfies über sich ergehen. Zusammen mit seiner Partnerin äußerte er danach: "Die phantastische Atmosphäre im Fürstensaal und das Publikum waren unübertrefflich."

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