30.10.2017 - 20:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Theaterverein Wernberg-Köblitz macht "Wirtshaustheater" Lachmuskeln strapazieren

Die großen Erfolge in den letzten Jahren hat den Theaterverein Wernberg-Köblitz veranlasst, zum fünften Mal ein Programm mit lustigen Stücken auf die Bühne zu bringen. Der neuerliche Andrang gab ihnen recht.

Eine Schulstunde, frei nach dem Roman "Die Feuerzangenbowle", mit Helmut Rubenbauer, Claudia Wandcioch, Stefanie Götz, Stephanie Most und Jule Schneider. Bilder: twi (2)
von Redaktion OnetzProfil

Josef Götz, Helmut Rubenbauer und Hermann Meiller bearbeiteten oder schrieben die Texte für kurze Einakter, klassische und szenische Gedichte und lustige Geschichten. Organisationsleiter und "Motor" für die zwei Aufführungen war Josef Götz.

Saal und Nebenzimmer des Gasthauses "Zehentbartl" waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Bühnenscheinwerfer angingen und aus der offenen Tür schon das "Dienstmanngeschrei" im Stile Hans Mosers zu hören war. Die beiden Männer (von Hermann Meiller und Josef Götz dargestellt), hantierten ungeschickt mit ihrer langen Kiste mit der Aufschrift "zerbrechlich" und brachten gleich mit derben Dialogen das Publikum zum Lachen. Die Kiste knallte auf den Bühnenboden und die Empfängerin der Fracht (Barbara Schreiner) reagierte dementsprechend empört.

"Rotkäppchen und der (krass) böse Wolf" - das bekannte Märchen wurde in ganz neuer und skurriler Form erzählt. Beim Höhepunkt des Stücks springt die Oma mit einer Riesengartenschere aus dem Schrank und Rotkäppchen (Jule Schneider) wird unter Mithilfe des Jägers aus dem Wolfsbauch "herausoperiert".

Vierter Heiliger Dreikönig

Im folgenden Lesestück in bömischer Mundart mit Hermann Meiller erfahren die Zuhörer auf amüsante Weise, warum der vierte Heilige Dreikönig aus dem Evangelium gestrichen wurde.

Ein Höhepunkt des Abends war die folgende Komödie frei nach "Der Firmling" von Karl Valentin. Im Oberpfälzer Dialekt, neuem Text und überzeugenden schauspielerischen Leistungen aktivierten die Darsteller die Lachmuskeln der Zuschauer. Der Firmling (überzeugend dargestellt von Stefanie Most) kam mit überschwenglicher Laune ins Restaurant, die nach dem Genuss der Zigarre in Übelkeit umschlug und er sich schließlich auch noch um den betrunkenen Vater kümmern musste. Die Rolle des Vaters verlangte von Josef Götz nicht nur schauspielerisches Können, sondern auch vollen körperlichen Einsatz, als er vom Stuhl fiel und den Tisch mit Geschirr umriss. Ebenso gut dargestellt der entsetzte Wirt von Hermann Zenger.

Das originellste Bühnenbild erlebten die Zuschauer nach der Pause. Dramatisch beleuchtet sitzen der Vater und der todkranke Sohn in rhythmischer Reitbewegung auf einem Pferdesattel, vor den Zügeln eine Darstellerin mit Pferdekopf, während das Gedicht "Der Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe von Hermann Meiller im Mundarttext rezitiert wird: "S is Nacht, da Wind blaoust kalt, aufm Gal reitn der Bou und der Alt. I halt di woam, du moust niad friern... Vadda siegst du niad, dass dou der Erlkönig stejht."

In dem in die Zukunft blickenden Sketch von Oma und Enkelkind wird aufgezeigt, was passiert, wenn Jugendliche mit "alter Technologie" (Buch) konfrontiert werden (Johanna Ponnath und Jule Schneider). Eine Schulstunde, frei nach dem Roman "Die Feuerzangenbowle", endet für den "Profäässor" (Helmut Rubenbauer) dank seinen "lieben" Schülern (Stefanie Götz, Claudia Wandzioch, Anna Götz und Jule Schneider) mit dem Pausengong im Chaos, als ihn die Schüler am Tisch angebunden zurücklassen.

Den Abschluss, mit großem Beifall bedacht, bildet eine Autofahrt "Fahranfänger". Die Familie unternimmt mit der Tochter als Fahranfängerin eine Ausflugsfahrt. Keiner, auch die Mutter nicht, kann es dem stets nörgelnden Vater rechtmachen. Als dieser schließlich das Steuer übernimmt, endet die Fahrt mit einem qualmenden Auto. Für die dazugehörige Ton-, Beleuchtungstechnik und Nebelmaschine sorgten Matthias und Florian Götz.

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