12.08.2014 - 00:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Die Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung unterstützt Pater Stefan Stirnemann seit 20 Jahren Über 2300 Kinder groß gezogen

Auch in diesem Jahr verbringt Pater Stefan Stirnemann seinen Heimaturlaub in der Oberpfalz. Und auch diesmal zählte das Treffen mit Klaus und Gertrud Conrad zum festen Bestandteil des Urlaubsprogrammes. Denn der Pater, der sich um Straßenkinder und Sozialbedürftige im westafrikanischen Guinea kümmert, wird seit 20 Jahren von der Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung unterstützt.

von Redaktion OnetzProfil

Mehr als 700 000 Euro flossen bereits über die Stiftung des Hirschauer Unternehmerehepaares in die zahlreichen Projekte der gemeinnützigen Organisation "Hoffnungsstern über Conakry e. V" von Pater Stirnemann. In Conakry, der Hauptstadt im westafrikanischen Guinea, sowie drei weiteren Städten gibt es dank der Unterstützung der Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung Heime für Kinder ohne Eltern. "Mehr als 2300 Kinder haben wir in den letzten 20 Jahren groß gezogen und viele von ihnen haben den Weg in ein erfolgreiches Berufsleben gefunden", erzählt Pater Stefan. Derzeit leben 350 Kinder in "Ersatzfamilien" und werden von Pater Stefan und seinen Mitarbeitern betreut, bekommen Essen, Schulbildung und ärztliche Versorgung.

Stolz glänzen seine Augen, wenn er von seinen Mädchen und Jungen erzählt, die im ersten Jahr in den Heimen unterrichtet werden und danach so fit sind, dass sie gleich in die dritte Klasse der staatlichen Schule überwechseln können. Einige schaffen die mittlere Reife und viele von ihnen den Start ins Berufsleben als Schreiner, Elektriker, Schneider oder gar in einem Hotel. Sein neuestes Projekt ist eine Bäckerei, in der täglich mehr als 6000 Brote gebacken und verkauft werden - Geld, das er für seine Arbeit dringend benötigt.

In drei von seinem Team errichteten Krankenstationen werden neben den Kindern auch mittellose Erwachsene kostenlos behandelt. Frauen mit Kindern, die sich ohne Ernährer durchs Leben schlagen müssen, erhalten einmalig 70 Euro Startkapital, das für eine kleine Selbstständigkeit ausreichend ist. Unterstützt werden Menschen in Gefängnissen, da die Essensrationen zu knapp bemessen sind und Insassen nach Verbüßen ihrer Haftstrafe manchmal einfach dort "vergessen" werden. Bettler und Behinderte, die auf der Straße leben, erhalten eine warme Mahlzeit.

Erst Reis, dann Matratzen

Klaus Conrad, der die Projekte zusammen mit seiner Frau nicht zur finanziell unterstützt, sondern auch gerne direkt vor Ort besucht, erinnert sich: "Ich habe einmal Geld geschickt, um Matratzen für die Kinder zu kaufen, damit sie nicht am Boden schlafen müssen. Später habe ich nachgefragt, ob alles geklappt hat. Da hat er mir Pater Stefan erzählt, dass er von dem Geld Reis gekauft hat, weil die Kinder Hunger hatten. Hunger geht nun mal vor. Aber inzwischen gibt es auch Matratzen, für die die Kinder in der eigenen Schneiderei die Bezüge gefertigt haben."

Beim diesjährigen Treffen hat Pater Stefan zusammen mit Gertrud und Klaus Conrad überlegt, welche Dinge vor Ort gerade am nötigsten gebraucht werden: Nähmaschinen, Medizin und medizinische Ausrüstung sowie eine speziell für Afrika entwickelte Müll-Verbrennungsanlage standen zur Debatte. Viele der benötigten Materialien sind bereits im Hochregallager von Conrad eingelagert. Sobald ein Container voll ist, werden die Hilfsmittel auf den Weg nach Westafrika geschickt.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.conakry-hoffnungsstern.eu

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