17.11.2012 - 00:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Helmut Bartmann pflegt die Gedenkstätte seiner gefallenen Vorfahren auf dem Galgenberg Ort der Trauer und der Mahnung

Ein privates Kriegerdenkmal auf dem Galgenberg erinnert an die drei Gefallenen der Familie Bartmann. Vergessen sind diese Toten noch lange nicht. Der Großneffe von Alfred Bartmann, Helmut Bartmann, hat das Denkmal heuer erst renovieren lassen.

"Gefallen auf dem Feld der Ehre" sind Alfred, Georg und Emmeran Bartmann in den beiden Weltkriegen. Helmut Bartmann hält die Erinnerung an die Soldaten wach. Er pflegt das Kriegerdenkmal, das sein Großvater auf dem Galgenberg errichten ließ. Bild: Josef Eimer
von Autor SEFProfil

Am 11. November 1918 unterzeichneten Parlamentäre des Deutschen Reiches im französischen Compiègne ein Waffenstillstandsabkommen. Damit war das Ende des Ersten Weltkrieges besiegelt. Zu den fast zwei Millionen Toten auf deutscher Seite gehörten Georg und Emmeran Bartmann aus Wohlsbach, heute ein Ortsteil von Wernberg-Köblitz.

Gedenkkreuz aus Granit

Helmut Bartmann hält ihre Fotografien und Feldpostkarten in Ehren. Außer diesen Hinterlassenschaften erinnert an die jungen Wohlsbacher ein granitenes Gedenkkreuz auf einem dreistufigen Sockel. Es steht gegenüber der Burg Wernberg auf dem Gipfel des Galgenberges.

Helmut Bartmann setzte das Denkmal kürzlich instand: Er ließ die Porträtmedaillons aus Porzellan ergänzen und malte die verblassten Inschriften nach. Außerdem beseitigte er den Wildwuchs und schotterte den Weg, so dass die Erinnerungsstätte sowohl über den Wernberger Friedhof als auch über die Straße "Zur Roten Marter" erreichbar ist.

Georg Bartmann, geboren 1890, arbeitete auf dem elterlichen Hof in Wohlsbach und verbrachte die dreijährige Militärzeit im 6. bayerischen Infanterie-Regiment zu Amberg. Am 1. August 1914 wurde die Mobilmachung befohlen. Nach Wohlsbach brachte der Postbote eine "Kriegsbeorderung", der Reservist Georg Bartmann unverzüglich Folge leisten musste. In Amberg das 6. IR in feldmäßiger Ausrüstung mit Pferden und Fahrzeugen Aufstellung.

Vor Verdun

Vom 24. Juli bis 8. August 1916 erlitt das Regiment vor Verdun große Verluste. Wer diese Hölle überlebte, wurde an der Somme eingesetzt. Bei Gueudecourt traf Georg Bartmann am 25. September 1916 gegen 12 Uhr mittags ein britisches Artilleriegeschoss tödlich. Der 26-jährige fand auf dem deutschen Soldatenfriedhof St.-Laurent-Blangy bei Arras seine letzte Ruhe.

Emmeran Bartmann, drei Jahre älter als Georg, wurde zum 10. Reserve-Infanterie-Regiment zu Ingolstadt eingezogen. Er kämpfte bei La Bassèe und Arras, während der Stellungsgefechte in Flandern und im Artois. Am 21. Juli 1917 meldete Leutnant Friedrich Waller, dass Emmeran Bartmann am 12. März 1917 im Hospital von Rouen an der Seine gestorben sei. Bestattet wurde er in der Kriegsgräberstätte Rouen-Westfriedhof.

Gefallen bei Bialystok

Am 9. Mai 1921 übernahm Andreas Bartmann (geb. 1892) den elterlichen Hof und heiratete Theresia Baumann aus Feistelberg. Hatte der neue "Eihl-Bauer" im 1. Weltkrieg zwei Brüder verloren, musste er im 2. Weltkrieg den Tod seines am 18. März 1925 geborenen Sohnes Alfred beklagen. Der Infanterist fiel am 21. Juli 1944 bei Bialystok.
Weil Alfred Bartmann rund 1000 Kilometer von der Heimat entfernt den Tod gefunden hatte und seine Ruhestätte unbekannt war, errichtete Vater Andreas, dessen Enkel Helmut Bartmann ist, nach Kriegsende auf dem Galgenberg ein symbolisches Ehrengrab und umsäumte es mit Akazien. Auf dem Sockel ließ er auch die Lebensdaten und Bilder seiner Brüder Georg und Emmeran anbringen. Bis heute ist Alfred Bartmanns letzte Ruhestätte unbekannt.

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