07.05.2016 - 02:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Deftige Worte zur Rente Rudolf Kraus spricht von "Riesensauerei"

Staatssekretär a. D. Rudolf Kraus spricht bei der Rente von einer "Riesensauerei". Heimatstaatsekretär Albert Füracker hält dagegen. Der Durchschnittsdeutsche werde von der ganzen Welt beneidet.

In Luxemburg sind die Renten im Schnitt 2,3 Mal höher als bei uns.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Eine "Riesensauerei" nennt es Rudolf Kraus, "dass die Deutschen die geringsten Renten in ganz Europa bekommen". Die Riester-Rente ist für den Bezirksvorsitzenden der Seniorenunion "ein glatter Betrug am Sparer, der am Ende weniger herausbekommt, als er einbezahlt hat".

"In Luxemburg sind die Renten im Schnitt 2,3 Mal höher als bei uns", erklärte der pensionierte Staatssekretär bei der Bezirksversammlung der Seniorenunion im Landgasthof Burkhard. Kraus stellt den deutschen Rentner beim Ruhegeld auf eine Stufe mit dem in Polen und Tschechien. Die Demografie, die die Politik ins Feld führe, werde weit überschätzt. "Entscheidend ist die Produktivität", so der CSU-Politiker. Und der Rentner habe keinen Anteil an der Steigerung dieser Produktivität.

Da ist CSU-Bezirksvorsitzender und Finanz-Staatssekretär Albert Füracker ganz anderer Meinung. "Der Rest der Welt beneidet den Durchschnittsdeutschen um seinen Wohlstand". Der Bund zahle pro Jahr 84 Milliarden Euro und damit 28 Prozent des Bundeshaushalts aus Steuermitteln in die Rentenkasse. So viel wie nie zuvor. Die Einschätzung seines Parteifreundes Rudolf Kraus wollte Albert Füracker nicht teilen und betonte: "Es ist alles eine Sache der Finanzierung".

Karl-Heinz Müller aus Etzenricht hält dagegen: "Die Rentenberechnungen orientieren sich am Faktor Arbeit und lassen die Maschinenproduktivität und das Kapitalwachstum außer Acht". Georg Hägler aus Rothenstadt (Landkreis Neustadt/WN) befürchtet eine unerträgliche Lärmbelästigung, wenn die Güterzüge in Zukunft im Zehn-Minuten-Takt durch seine Wohnort rasen. Die Elektrifizierung der Strecke Regensburg - Hof erfordere Lärmschutzmaßnahmen. Albert Füracker spricht beim Lärm von den "Schattenseiten der Infrastrauktur". Er will sich um den konkreten Fall "Rothenstadt" kümmern.

Der CSU-Bezirksvorsitzende möchte die strukturschwachen Gebiete stärken, Außenstellen der Fachhochschule Amberg/Weiden schaffen, einen Beitrag zur Generationengerechtigkeit leisten und den Familien die Wahlfreiheit in ihren Lebensentwürfen erleichtern.

In Luxemburg sind die Renten im Schnitt 2,3 Mal höher als bei uns.Staatssekretär a. D. Rudolf Kraus
Die Rentenberechnungen orientieren sich am Faktor Arbeit und lassen die Maschinenproduktivität und das Kapitalwachstum außer Acht.Karl-Heinz Müller, Mitglied der Seniorenunion

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