05.09.2017 - 14:12 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Schule und Jugendheim als Themen bei Besuch des Staatssekretärs Mittelschule soll nicht sterben

Mut machte Staatssekretär Bernd Sibler beim Thema Mittelschule. Der fehlen derzeit Schüler und Klassen, "aber ihr habt mit eurem sanierten Schulhaus ein gutes Argument". Da sei viel "Verhandlungssache", versicherte Sibler bei einem Gespräch mit Bürgermeisterkandidat Konrad Kiener und dem CSU-Ortsverband.

Die Schule in Wernberg-Köblitz ist Teil des Mittelschulverbunds Oberes Naabtal. Daher werden im nächsten Schuljahr die wenigen Fünftklässler des Ortes aus organisatorischen Gründen in der Mittelschule Nabburg unterrichtet. So gibt es in den Räumen der Mittelschule Wernberg-Köblitz an der Pfarrer-Schreyer-Straße nur noch eine sechste und eine achte Klasse. Bild: Dobler
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Nachdem aus der vierten Klasse der Wernberg-Köblitzer Schule zum Schuljahresende drei Viertel aller Jungen und Mädchen an eine weiterführende Schule übergetreten sind, war guter Rat teuer, was mit den verbleibenden zehn Kindern geschieht. An der Spitze des Mittelschulverbunds Oberes Naabtal, zu dem neben Wernberg-Köblitz auch Schwarzenfeld, Pfreimd, Nabburg und Schmidgaden gehören, wurde entschieden, dass die angehenden Fünftklässler in Nabburg unterrichtet werden sollen. "Und da bleiben sie auch bis zum Ende ihres Schülerlebens", wusste Kiener.

"Nicht untypisch"

Kiener hatte in seiner Eigenschaft als Bürgermeisterkandidat der CSU zu einer Diskussion über die Zukunft der Schule einen einflussreichen Parteifreund eingeladen - den aus Straubing stammenden Staatssekretär im Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler. Der wies darauf hin, dass früher eine Schule geschlossen worden sei, wenn ihr, wie in Wernberg-Köblitz, zwei Jahrgänge fehlen - denn die siebte und die neunte Klasse sind ausgelagert, so dass in der Mittelschule an der Pfarrer-Schreyer-Straße nur noch die Klassen sechs und acht unterrichtet werden.

"Die Situation in Wernberg-Köblitz ist nicht untypisch", urteilte der Staatssekretär. Für das bevorstehende Schuljahr ließe sich zwar nichts mehr machen, "da ist die Musi gspuit". Aber für die Zeit danach habe der Ort mit seinem "sanierten Schulhaus ein gutes Argument". Sibler regte unter anderem ein "rollierendes System" an. Vieles sei Verhandlungssache "und man muss reden, was möglich ist, um Schulen mitkommen zu lassen".

Zu lösen habe das Problem der Mittelschulverbund Oberes Naabtal. "Dort", so empfahl der Staatssekretär, "muss man mal kreative Dinge denken". Da auch Elternbeiräte da waren, unter ihnen die beiden Vorsitzenden Silke Petrat (Mittelschule) und Jeannine Greschan (Grundschule), wollte Sibler nicht den Eindruck erwecken, "dass die Dinge einfach zu lösen wären".

"Für Standort kämpfen"

Auf den Hinweis der stellvertretenden Schulleiterin Karin Butz, dass das Schulamt erst sehr spät entschieden habe, dass auch die siebte Klasse nach Nabburg müsse, bat der Staatssekretär in Richtung Behörde, "die Sache früher anzugehen".

Kiener nahm aus Siblers Beitrag die Hoffnung mit, dass die Lage nicht hoffnungslos sei und man verhandeln müsse. "Wir müssen für den Standort kämpfen und ihn herausstellen", gab Kiener als Parole aus.

Jugendheim neu nutzen

Beim Redaktionsgespräch vor wenigen Tagen zur Bürgermeisterwahl in Wernberg-Köblitz hatte Konrad Kiener (CSU) das Thema "Jugendheim" (Kolpingstraße) bereits angesprochen. Es war am Montag auch Thema bei einer Veranstaltung mit Bernd Sibler, dem Staatssekretär im Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Bei der Jugendheim-Sanierung sehe das Architektenkonzept Nutzungen mit bis zu 200 Leuten vor. Kiener denkt da an eine Kulturscheune mit teilweiser Verwendung als Vereinsheim, zum Beispiel von Naabtalern, Kirwa- und Theaterverein. Er sieht diesen kleineren Veranstaltungsort als sinnvolle Ergänzung, keineswegs als Konkurrenz zur Halle oder zu den Wirten.

Mit dem Konzept von Architekten Bernd Reiszky aus Deggendorf müsse möglichst umgehend nach staatlichen Fördermitteln gesucht werden. Im Gespräch ist dabei der "Kulturfonds Bayern", der bis zu 30 Prozent Zuschuss gewähren könnte. Bis Ende Oktober sei der entsprechende Antrag zu stellen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.