03.07.2017 - 20:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Sondergebiet "Windkraft Feistelberg": Anregungen eingearbeitet In die nächste Runde

Nächste Etappe in Sachen Windkraft: Der Marktrat hatte vor knapp einem Jahr die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für Windkraftanlagen im Bereich Feistelberg beschlossen. Der Vorentwurf war im Gremium gebilligt worden. Die Bürger konnten sich dazu äußern, ebenso die Fachstellen. Bürgermeister Georg Butz und Verwaltungsleiter Stefan Falter teilten in der letzten Marktratssitzung mit, dass von den Bürgern keine Stellungnahmen eingegangen waren. Von den 63 Trägern öffentlicher Belange, Fachstellen und Kommunen haben sich 20 gemeldet - nur ein Teil davon mit Anregungen oder Einwendungen.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

So zielt die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf auf eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung ab, die inzwischen vollständig vorliegt. Sie wird Bestandteil des Bebauungsplanes. Der Behörde ging es auch um die sogenannte "Realkompensation": Der Flächenverbrauch und der Eingriff in das Landschaftsbild dürften nicht nur in Geld ausgeglichen werden. Der Antragsteller kann inzwischen Grundstücke in Trausnitz und Schwand vorweisen.

Der Bayerische Bauernverband gab zu bedenken, dass zwei der drei Anlagen mit der Bebauung in Feistelberg und Kötschdorf kollidieren könnten. Die Errichtung von Windkraftanlagen dürfe nicht dazu führen, dass Landwirten künftige Stallbaumaßnahmen abgelehnt würden, falls die in punkto Schallschutz in einem zu geringen Abstand zu den Windkraftanlagen liegen. Laut Gemeinde gibt es einen schalltechnischen Bericht, wonach die Anlagen nur ein Viertel so laut seien, wie sie sein dürften.

Von wo aus sichtbar?

Von seiten des Denkmalschutzes werden bis zur nächsten Planungsstufe ausführliche Sichtbarkeitsanalysen gefordert, um die Auswirkungen auf das Landschaftsbild transparent zu machen. Das soll nun im weiteren Verfahren beachtet werden. Der Markt Leuchtenberg räumt ein, dass die Anlagen in einer weiteren Entfernung zur Burg Leuchtenberg liegen als bisher angenommen. Doch auch die Kommune fordert frühzeitige Sichtbarkeitsanalysen, um künftige Konflikte zu erkennen und zu vermeiden. Der Markt Wernberg-Köblitz verweist diesbezüglich auf einen denkmalpflegerischen Fachbeitrag mit Sichtbarkeitskarte, der Bestandteil der Unterlagen sein werde. Wernberg-Köblitz schließt daraus, dass "keine erheblichen Beeinträchtigungen" für die Burg Leuchtenberg hervorgerufen werden. Das Landesamt für Denkmalpflege werde am Verfahren beteiligt. Die Anregungen wurden in den Bebauungsplanentwurf eingearbeitet, die überarbeitete Fassung vom Markt gebilligt. Nun sind die Behörden und Bürger erneut in der nächsten Stufe des Auslegungsverfahrens beteiligt.

Eine kurze Diskussion ergab sich um die Benutzungsverordnung für die neue Kindertagesstätte "Kinderhaus Marktzwerge". Markträtin Marianne Schieder (SPD) fragte nach, warum die Einrichtung als privatrechtliche und nicht als kommunale Einrichtung bezeichnet werde. Laut Verwaltungsleiter Stefan Falter ist die Marktgemeinde mit der privatrechtlichen Regelung flexibler, da nicht jede Änderung als Satzung beschlossen werden müsse.

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