Amberger Staatsanwaltschaft liegt der polizeiliche Abschlussbericht noch nicht vor
Verfahren zum „Fall Loew“: Entscheidung wohl im März

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Mordfall Loew stehen kurz vor dem Abschluss. Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier (Zweiter von links) geht davon aus, dass ihm der polizeiliche Abschlussbericht voraussichtlich im März vorliegt. Erst dann könne er über die Einstellungen der Ermittlungen gegen die beiden Beschuldigten entscheiden. Archivbild: Völkl
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Wernberg-Köblitz
09.01.2017
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"Das ist für die Bevölkerung extrem schwer nachzuvollziehen", schickt Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier mit Blick auf die Länge des Verfahrens voraus. Eine Entscheidung in den beiden Ermittlungsverfahren zum Mordfall Loew wird er voraussichtlich im März treffen, kündigt er auf Nachfrage unserer Redaktion an. Dann soll der polizeiliche Abschlussbericht vorliegen.

Fieberhafte Tätersuche

Zwei Jahre nach dem brutalen Überfall auf den damals 76-jährigen Unternehmer Dieter Loew, der in der Nacht vom 21. auf 22. Dezember 2014 in seinem Haus in der Graf-Schall-Straße so schwer verletzt worden war, dass er vier Wochen später starb, sind die Ermittlungsarbeiten der Polizei noch immer nicht komplett abgeschlossen.

Die Ermittlungsgruppe "EG Wernberg" fahndete unter Federführung der Amberger Staatsanwaltschaft fieberhaft nach den Tätern. Im März 2015 konzentrierten sich die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen dann auf die getrennt lebende Ehefrau Dieter Loews und deren Lebensgefährten. Beide stehen seitdem unter Tatverdacht, befinden sich aber auf freiem Fuß.

Für die beiden Anwälte Robert Hankowetz und Thomas Winkelmeier steht fest, dass ihre Mandanten nichts mit der Bluttat an Dieter Loew zu tun haben. Selbst zwei Jahre danach seien die Ermittlungen noch immer nicht abgeschlossen. "Der an die Öffentlichkeit herangetragene Tatverdacht bleibt daher mit allen damit einhergehenden negativen Makeln bestehen", betonten die Verteidiger in einer Presseerklärung, in der sie die überlange Spurenanalyse bemängelten (wir berichteten). Ihre 54-jährige Mandantin sei nervlich belastet, der 27-jährige Polizist seit 20 Monaten vom Dienst suspendiert. Die beiden Anwälte sind der Ansicht, dass die umfangreichen Ermittlungen und Spurenauswertungen zu keinen greifbaren Ergebnissen geführt hätten. Deshalb beantragten sie bei der Staatsanwaltschaft Amberg im Dezember letzte Jahres die Einstellungen der jeweiligen Ermittlungsverfahren.

Auf Mikrospuren

Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier wird erst eine Entscheidung treffen, wenn ihm der polizeiliche Abschlussbericht vorliegt, betont er in einem Gespräch mit dem NT. Das werde voraussichtlich im März der Fall sein, da noch die Ergebnisse einiger Gutachten ausstünden. Der Tatort, die Wohnungen der Beschuldigten in Weiden, Lochau und Zürs am Arlberg seien akribisch durchsucht worden. Einzelne Fasern und Haare seien beispielsweise auf Mikrospuren zu analysieren. Man wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, dass zur Tataufklärung "etwas unterblieben sei". Bei den Gutachten müsse auf Sachverständige zurückgegriffen werden, "die extreme Nischen besetzen". Viele telefonische und persönliche Besprechungen seien da erforderlich. "Da reden wir über Monate, die ins Land gehen können", verdeutliche Dr. Strohmeier die zeitlichen Dimensionen. Wenn die Polizei ihren Schlussstrich gezogen hat, lägen ihm die kompletten Akten vor, "um dann eine Entscheidung zu treffen".

Zu der immer wieder auftauchenden Vermutung, ob nicht weitere mögliche Täter aus dem Bereich der Bandenkriminalität die Tat verübten, betonte Dr. Strohmeier: "Wir haben grundsätzlich in alle Richtungen zu ermitteln". Bislang gebe es jedoch keine konkreten Anhaltspunkte, die auf solche Täter schließen ließen.
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