23.07.2017 - 16:30 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Bürgerfest in Wernberg-Köblitz Eine Nacht zum Genießen

"Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben". Die Band "Mashed Up" drückt aus, wie sich die Bürgerfest-Besucher fühlen: Sie strömen an dem lauen Sommerabend auf den Markplatz und lassen die Hitze-Flaute am Nachmittag vergessen. Die Anbieter werden nicht mehr, man merkt, dass das Ehrenamt in die Krise kommt, manchem Verein die Helfer fehlen.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

"Ich würde mir auch wünschen, dass mehr mitmachen. Da kann man jammern oder es trotzdem anpacken", meinte Maria Schlögl, die mit Thomas Käsbauer und Konrad Kiener das Fest organisierte. Diejenigen, die am Samstag anpackten, werden es nicht bereuen. Das Geschäft brummte. Die "Wernburger" der Wernberger Feuerwehr sind besser als das Original, die Sportangler hatten sich mit 120 Makrelen, 200 Forellen und 300 Fischsemmeln für den Ansturm gerüstet. SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder und ihr Team bruzzelten Dotsch in "Mariandlschmalz". Lange Warteschlangen bildeten sich am Pizzastand der Oberköblitzer Wehr. Eine Bereicherung der Özeuropaimbiss, der neben Döner leckere türkische Vor- und Nachspeisen anbot. Bei der SKK Glaubendorf gab es Bratwürstl und Käsekrainer, bei den AH-Fußballern Käse, Brezen oder Currywurst. Schon am Nachmittag stellten CSU und Frauen-Union 15 selbst gebackene Kuchen in die Theke. Der Getränkenachschub war gesichert, dafür sorgten unter anderem die Naabtaler, der Bayern-Fanclub und die "Rescue Boum".

Für jeden Geschmack

Das Organisationsteam hatte heuer gut daran getan, mehr Bierzeltgarnituren aufzustellen. Nach 20 Uhr war es auf dem Marktplatz, in der Bachgasse und in der Hinteren Gasse rammelvoll. Für das richtige Feeling sorgten drei Gruppen: So unterschiedlich, so gut: In der CSU-Weinlaube schwelgten die Gäste in Evergreens der Loelgen Band. Die "Naabtaler Musikanten" unterhielten mit "dezenter" Blasmusik, die Platz für Unterhaltung lässt, und "Mashed Up" mit Sängerin Laura punktete mit aktuellen Hits ebenso wie mit alten, immer jungen Songs aus der Rock- und Pop-Kiste. Dabei war erstmals die Tennisabteilung des TSV Detag: Wer wollte, konnte sich in der Bachgasse auf dem improvisierten Court versuchen. "In der Nachwuchswerbung muss man neue Wege gehen", so Martin Fischer. Werbung machte auch der Kirwaverein an seiner fahrbaren Schnapsbar für den Auftritt von "La Brass Banda" im September.

Schönes Ambiente

Die Organisatoren waren rundum zufrieden. Am Abend schätzten sie die Zahl der Gäste auf 1500. Als nach 20 Uhr dann noch Besucher in Scharen herein drückten, musste diese Zahl nach oben geschraubt werden. Mag die Marktplatzgestaltung auch ihre Kritiker haben, wenn die große Fläche zur Piazza wird, die angestrahlte St.-Anna-Kirche eine Postkartenkulisse bildet, ist das Romantik pur. Bei diesem Feeling nahm man gerne noch einen Tequila Sunrise in der Cocktailbar der KJK.

Im Blickpunkt: "Politisierung des Bürgerfestes"

Das Kinderprogramm lief diesmal beim Bürgerfest auf Sparflamme. Da freuten sich die Buben und Mädchen über die SPD-Luftballons. Bürgermeisterkandidat Alexander Werner nutzte sie in der Aufschrift für seine persönliche Wahlwerbung als Bürgermeisterkandidat. Den Wahl-Infostand der SPD mit großem Roll-Up sprach Bürgermeister Georg Butz in seinen Begrüßungsworten an: Seines Wissens nach sei dafür von der Gemeinde keine Sondernutzungserlaubnis erteilt worden. Es sei nicht bekannt gewesen, dass man diese Erlaubnis einholen müsse, war von SPD-Seite zu hören. Davon abgesehen betonte Butz, dass öffentliche Plakatwerbung erst sechs Wochen vor der Wahl zulässig sei. Ein Umstand den Dritter Bürgermeister Georg Schlögl in einer Marktratssitzung Konrad Kiener angekreidet hatte, der auf Plakaten öffentlich auf eine CSU-Info-Veranstaltung aufmerksam gemacht hatte.

Butz kritisiert dem NT gegenüber die "Politisierung des Bürgerfestes". Die Verwaltung wird sich heute mit dem Thema "Sondernutzungserlaubnis" befassen. Maria Schlögl vom Organisationsteam fand es in ihrem Bürgerfest-Resümee "geschmacklos, das Bürgerfest zur Wahlwerbung zu missbrauchen." Konrad Kiener, der sich beim Bürgerfest an die Vorgaben gehalten hatte, nahm es "sportlich", legte aber dann in der CSU-Weinlaube demonstrativ auf den Tischen seinen Wahl-Flyer aus.

Blumentombola als Ersatz

Für den Obst- und Gartenbauverein war das Bürgerfest ein kleiner Ersatz für das "Frühlingserwachen", das heuer ausfallen musste. Über 400 Pflanzen und Gartenzubehör gab es in einer Tombola zu gewinnen. Am Abend war alles an den Mann und die Frau gebracht.

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