Damit es sich gut leben lässt

Vermischtes
Wernberg-Köblitz
18.05.2017
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Für Georg Butz war es die letzte Bürgerversammlung in seiner endenden Amtszeit. Er dankte für das Vertrauen, das die Wernberg-Köblitzer ihm 18 Jahre entgegen brachten. Der Bürgermeister hatte einen Wunsch: Dass sie auch mit seinem Nachfolger gut zusammenarbeiten. Vorher aber gab es eine Präsentation darüber, was in der Marktgemeinde läuft - das ist jede Menge.

Wirtschaftlich kann der Markt mit vier Millionen Euro auf eine stabile Gewerbesteuer und mit 2,45 Millionen Euro auf eine konstante Einkommensteuer setzen. "Geld, das so nicht bei uns bleibt", meinte Butz mit Blick auf die abzuführenden Umlagen. Der Schuldenstand ist mit 9,9 Millionen Euro hoch, doch er wird sich laut Finanzplan reduzieren. Außerdem könne der Markt mit dem Industrie- und Gewerbegebiet Grundvermögen dagegen setzen. Auch nach den letzten Verkäufen gebe es weitere Anfragen.

2300 Euro pro Kind


Mit ihrem Etat hat die Gemeinde viel zu schultern. Alleine für die beiden Kindergärten steuert die Kommune 2300 Euro pro Kind bei. Im August wird die neue Kindertagesstätte "Marktzwerge" fertig sein. Bei einer Bausumme von 2,6 Millionen Euro gibt es 1,18 Millionen Euro Förderung. Was die Grund- und Mittelschule anbelangt, sind die Kinder bis zur Jahrgangsstufen 7 vor Ort. Die Klassen 8 und 9 werden in Nabburg und Pfreimd unterrichtet. 1400 Euro schlagen pro Schüler für die Kommune zu Buche. Für die Feuerwehren Wernberg und Oberköblitz gibt es neue Fahrzeuge, für Woppenhof eine Tragkraftspritze. Straßen wollen unterhalten werden. Im Bestattungswesen stehen 66 000 Einnahmen 96 000 Euro Ausgaben gegenüber. In beiden Friedhöfen laufen die Bauschnitte II: Neugestaltung der Wege, im Oberköblitz auch der Teilabbruch der Friedhofsmauer.

Im Hallenbad können 30 000 Euro Einnahmen die 183 000 Euro Ausgaben nicht wett machen. Doch schon bei der Sanierung war klar, dass das Bad immer defizitär, aber ein Gewinn für die Bevölkerung sein wird. Probleme bereitete die Legionellenbildung im Duschbereich. Dem wird effektiv und erfolgreich mit Spezialfiltern entgegengewirkt. Damit in Rathaus, Bauhof, Wasserwerk, Kläranlage und Schule alles rund läuft, schlugen im Vorjahr 2,2 Millionen Personalkosten zu Buche.

Wo gespart wird


Um Ausgaben zu reduzieren, wird immer nach Einsparungspotenzialen gesucht. Butz nannte das Klärschlammenentsorgungskonzept, Energieeinsparungen bei Gebäuden und in der Straßenbeleuchtung. Immerhin: Der kommunale Gasverbrauch liegt bei 1 100 000 kWh. Eine europaweite Ausschreibung bringt ab 2018 bis 2021 eine Ersparnis von 31 Prozent. Und bei der Straßenbeleuchtung hat sich der Verbrauch seit 2010 halbiert, so der Bürgermeister.

An Projekten wurde im Vorjahr die Erschließung des neuen Baugebiets Kreuzäcker III umgesetzt. Alle Parzellen sind verkauft. Die neue Feistenbachbrücke (Raucherbrückerl) ist gebaut. Gelungen ist die einfache Dorferneuerung in Saltendorf, nun wird das gleiche Verfahren in Neunaigen gestartet. Ein Schwerpunkt liegt im Industrie- und Gewerbegebiet West. Da Anfragen nach Grundstücken in nicht erschlossene Areale reichen, soll heuer das Bebauungsplanverfahren für den vierten Bauabschnitt in Angriff genommen werden.

Finanziell gut fährt die Marktgemeinde beim Neubau des Wasserhochbehälters Fischberg. Das Projekt kostet 1,4 Millionen Euro. Da die Kommune ihre Wasserversorgung stets auf einem guten Level hält, erhält sie gemäß neuer Förderrichtlinien 300 000 Euro Zuschuss, vielleicht sogar noch mehr. Mit einiger zeitlichen Verzögerung ist der Breitbandausbau gestartet, der über das bayerische Förderprogramm abgewickelt wird. Er soll im Herbst fertig sein. Für diejenigen Maßnahmen, die mit dem Bundesprogramm gefördert werden, läuft die Ausschreibung. Satellitendörfer wie Maierhof, Friedersdorf, Schwarzberg und Rattenberg bekommen dadurch im Jahr 2018/2019 mindestens 30 Mbit/s.

Nach der Präsentation gab es nur zwei Anfragen von Josef Hammerl und Klaus Beer. Sie monierten den steilen Fußweg vom neuen Baugebiet Kreuzäcker III zum Sonnenhang. "Das Gelände war schon immer so steil, doch bisher nur geschottert und ohne Wasserführung", meinte Bürgermeister Butz. Jetzt sei das Stück gepflastert und es gebe keine Ausschwemmungen mehr.

Mehrzweckhalle und JugendheimZum Neubau der Mehrzweckhalle liegt seit März die Entwurfsplanung des Büros Mages mit 6,3 Millionen Euro Gesamtkosten vor. Nun soll als nächster Schritt ein Wirtschaftlichkeitsvergleich vorgestellt werden: Zwischen einem herkömmlichen Verfahren mit entsprechenden Planungs- und Genehmigungsphasen -Baufertigstellung in zwei bis zweieinhalb Jahren - und einem PPP-Modell.

Bei letzterem würde ein Angebotseinholungsverfahren gestartet und die Planungsleistungen vom Generalunternehmer erbracht. Baufertigstellung wäre eineinhalb Jahre nach der Festlegung auf ein PPP-Modell. Zum Jahresende 2018 könnte die Halle stehen, so Bürgermeister Butz.

Noch ein Satz zum Jugendheim: Gemäß einer Machbarkeitsstudie betragen die Sanierungskosten 1,4 Millionen Euro. Derzeit wird die Förderung abgeklärt. Bürgermeister Butz nannte ein Beispiel: Unterstützt mit Städtebaufördermitteln und Geldern aus dem Bayerischen Kulturfonds hat Waldsassen einen Kulturstadel realisiert. Dazu werden nun Infos eingeholt. (cv)
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