30.03.2018 - 20:00 Uhr
Wernberg-Köblitz

Der Marktrat macht Nägel mit Köpfen Mehrfachhalle: Es geht voran

Endlich: Seit dem Jahr 2010 beschäftigt die geplante Mehrfachhalle den Markt Wernberg-Köblitz. Nun ist der erste Planentwurf der Kommune vom Büro Schultes aus Grafenwöhr überarbeitet. So ausgefeilt, dass der Markt jetzt Nägel mit Köpfen machen kann. Der Zeitplan steht.

So präsentiert sich die Halle: Für das Pultdach wird eine Fassadenplatte gewählt, die wie Holz aussieht, aber nicht grau wird. Plan: Büro Schultes
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Nach eineinhalb Stunden Präsentation, Kostenerläuterung und Diskussion wurde in der Marktratssitzung abgestimmt. Das Büro Schultes macht die Pläne für die Genehmigungsbehörde Landratsamt fertig und koordiniert das Bauprojekt in Höhe von 6 885 000 Euro. Dagegen stimmten Anton Kummert und Thomas Weber (CSU).

Das Thema war gut vorbereitet: Bürgermeister, Bauverwaltung und Planer hatten sich im Vorfeld intensiv ausgetauscht. Auch die Fraktionen waren eingebunden. Für fünf Millionen Euro brutto war die Halle neben der Schule im Jahr 2010 mal veranschlagt. Dafür ist sie nicht zu haben. Bei 6,885 Millionen Euro brutto liegt die Kostenberechnung. Die Halle wird auf 999 mögliche Besucher ausgelegt, pro Jahr sind zehn außersportliche Veranstaltungen möglich. Die Zeit drängt, so Wolfgang Schultes, der in der Sitzung die von seinem Büro fortgeführte Entwurfsplanung des Ingenieurbüros Mages - es war mit den Leistungsphasen I und II beauftragt - vorstellte. Der Plan muss eingereicht werden, damit Anfang 2019 die Aufträge vergeben, mit dem Bau im Frühjahr begonnen und das Projekt Ende 2020 fertiggestellt werden kann.

Schultes hatte auf die Mages-Vorplanung aufgesetzt und noch einiges variiert. Ein Knackpunkt ist der Brandschutz. Ein Treppenhaus um den Aufzug sei gesetzlich vorgeschrieben. Mehrkosten 72 000 Euro. Wichtig auch eine Akustik-Wandverkleidung - 90 000 Euro - und ballwurfsicheres Fensterglas: plus 10 000 Euro. Es gibt auch Einsparungen: 90 000 Euro, indem das Foyer verkürzt und nur auf einer Seite verglast wird. Für die andere Seite reicht Mauerwerk. Einsparung: 90 000 Euro. Das Foyer kann zur Halle hin nicht offen bleiben, sonst kann man "den Fußball ins Foyer schießen". Getüftelt wird an der Abtrennung der Halle, da sich durch das Pultdach unterschiedliche Höhen ergeben.

Preissteigerung enthalten

Schultes nannte noch etliche Details. So kann man nun, wenn die Halle abgeteilt ist, von beiden Hälften in den Geräteraum gelangen. Der Aufgang zu den Umkleiden wurde erweitert, und die Catering-Küche gegenüber den Toiletten "schmeckte" dem Planer nicht. Es gibt mehr Belichtungen und Abstellräume, ebenso eine Einbring-Öffnung, um von außen mit dem Stapler Tische oder Stühle in oberen Räumen einzulagern. Unterm Strich ergibt sich ein Mehraufwand von 120 000 Euro. Da bis zur Umsetzung des Projektes noch Zeit vergeht, hat Schultes vier Prozent Preissteigerung einberechnet, "um keine Überraschungen zu erleben". Marktrat Helmut Ries war angesichts der Mehrkosten der Ansicht, dass Sachen wie Brandschutz und Akustik auch schon im Mages-Plan enthalten gewesen seien. Im Beschrieb sei keine Wandverkleidung zu finden gewesen, entgegnete Schultes. Er trete gerne den Beweis für seine notwendigen Änderungen an.

Mit Vorsteuerabzug

Laut Bürgermeister Konrad Kiener sind sechs Millionen Euro im Etat eingeplant. Nach neuer Gesetzeslage könne bei nicht hoheitlichen Aufgaben der Gemeinde ein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden. 19 Prozent, das seien 1.4 Millionen, auf welche der Markt nicht verzichten könne. Damit verbunden sei die Erhebung von Benutzungsgebühren.

Für Dieter Rosenberg macht der Vorsteuerabzug die Kosten mit 5,4 Millionen Euro brutto erträglicher. In der Haushaltsplanung 2019/20 wurden für das Projekt sechs Millionen Euro eingestellt. Wir sollten den Bauplan jetzt auf den Weg bringen, meinte Rosenberg. Marianne Schieder bezeichnete die Kosten als "einfach realistisch". Es sei auch richtig, die Preissteigerung einzukalkulieren. "Das wird nicht besser. Das Wichtigste ist, dass wir jetzt zu Potte kommen". Nach Ansicht von Maria Schlögl wurde eine Halle präsentiert, "die passt".

Marktrat Anton Kummert hinterfragte die Kostensicherheit. Ein Großteil der Arbeiten werde im Block ausgeschrieben. Dann wisse man, "wohin die Reise geht", so Schultes. Außerdem werde mit strikter Terminplanung und Bauzeitenvorgaben eines ins andere greifen. Thomas Weber hatte seine Zweifel, ob der Bürgerentscheid pro Halle auch bei den jetzigen Kosten so ausgegangen wäre. "Die Leute wollen was Gescheites", entgegnete Marianne Schieder.

"Der Plan ist gut, der Vorsteuerabzug funktioniert, die Preise laufen davon. Wir müssen eine Entscheidung treffen", brachte es Franz Josef Putz auf den Punkt. Wenn Ende 2018 das Leistungsverzeichnis verschickt werde, kann laut Wolfgang Schultes im Februar 2019 Submission sein - ein Zeitpunkt für günstige Preise. Diverse Aspekte wie der Brandschutz seien schon im Vorfeld mit dem Landratsamt erörtert worden, damit der Bauplan "dann gut durchläuft".

Ohne Kegelbahn

Kurz vor der Sitzung wurden die "Gut Holz"-Kegler Wernberg-Köblitz-Pfreimd vorstellig: In die neue Halle sollte nun doch eine Kegelbahn integriert werden. 800 000 Euro, "das ist nicht zu machen", so Dieter Rosenberg. "Das sprengt den Etat", betonte Bürgermeister Konrad Kiener mit Blick auf die Neuverschuldung 2019. Man dürfe die Kegler aber nicht hängen lassen, wandte Maria Schlögl ein. Die Bahnen im Jugendheim müssten sicher sein. Warum nicht auf die Kegelbahn in Pfreimd ausgewichen werden könne, wollte Georg Schlögl wissen. Das sei keine Vierbahnenanlage für Meisterschaften, erklärte Kiener. Das habe man im Jugendheim aber auch nicht, so Georg Schlögl. "Lieber zwei Bahnen, als vier, die nicht kommen", fasste Kiener zusammen. Die Planung Mehrfachhalle bleibt, wie sie ist - ohne Kegelbahn.

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