27.07.2017 - 17:30 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Europa redet bei der Halle mit

Bevor bei der Mehrfachhalle der erste Baustein gesetzt werden kann, muss ein aufwendiges Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Bis 1. September können sich Architekten beim Markt bewerben. Wenn die Honorarangebote ausgewertet sind, kommt die Jury ins Spiel.

In dem kleinen Wäldchen (links) gegenüber dem Seniorenheim "Am Sand" (rechts) entsteht die neue Mehrfachhalle. Für das Projekt muss ein aufwendiges Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Wenn alles reibungslos läuft, kann mit einer Baufertigstellung vorsichtig in der zweiten Jahreshälfte 2019 gerechnet werden. Bild: Völkl
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Wie Bürgermeister Georg Butz in der Marktratsitzung mitteilte, wurden inzwischen mit dem früheren Mitarbeiter des Kommunalen Prüfungsverbandes, Gerhardt Schäfer, die Unterlagen für die Ausschreibung der Architektenleistung zusammengestellt. Die Veröffentlichung im Staatsanzeiger folgt in den nächsten Tagen. Von den Bewerbern werden dann Honorarangebote angefordert und bewertet. Im September soll eine Jury - bestehend aus Schäfer, den drei Bürgermeistern, dem geschäftsleitenden Beamten und Vertretern aus allen Fraktionen - die ausgewerteten Angebote abwägen und eine Vergabeempfehlung geben. Die Auftragvergabe ist in der Oktobersitzung vorgesehen.

Wie sieht der Gesamtfahrplan aus? Auf NT-Nachfrage berichtet Bürgermeister Georg Butz, dass die letzte Kostenschätzung des Architekturbüros Mages & Mages aus Wernberg-Köblitz bei rund 6,3 Millionen Euro liegt. Ob man damit auskommt, ist laut Bürgermeister noch offen. Die definitiven Kosten für Brand- und Immissionsschallschutz sind noch nicht endgültig bekannt. Eines steht jedoch fest: Ab einem Kostenvolumen von 6,2 Millionen Euro ist die Kommune als Auftraggeber verpflichtet, für die Bauleistungen ein europaweites Ausschreibungsverfahren durchzuziehen. Unabhängig von den Bauleistungen ist für die Vergabe der Architektenleistung (Leistungsphasen 4-9) ein sogenanntes VgV-Verfahren durchzuführen. Von der Marktgemeinde wurde dafür Gerhart Schäfer ins Boot geholt, der schon für den Landkreis das 30-Millionen-Projekt Berufsschule mit auf den Weg gebracht hat.

Architekten im Vergleich

Auf dem Tisch liegt derzeit der Entwurf des Architekturbüros Mages, der die Leistungsphasen 1 bis 3 erbrachte. Für das VgV-Verfahren wurde nun von Schäfer ein Leistungskatalog für die Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibungsunterlagen, Bauleitung, Rechnungsüberprüfungen etc. erstellt. In den nächsten Tagen können sich nun Architekten beim Markt bewerben.

Das gesetzlich vorgegebene Vergabeverfahren ist auch für die Marktgemeinde Neuland. Schäfer arbeitet mit einer Bewertungsmatrix: Bei den Architekturbüros werden Parameter wie Leistungsfähigkeit des Büros, Ortsnähe, Honorar, etc. über ein Punktesystem bewertet und verglichen, um so den für das Projekt geeignetsten Bewerber zu bekommen.

Vergabe im Oktober

Vergabe der Architektenleistungen soll im Oktober 2017 sein. Anschließend kann die Planungsleistung weitergeführt werden. Dann muss aus dem Entwurf Mages ein genehmigungsfähiger Bauantrag gemacht werden. Ob er 1:1 aufsetzt, was wünschenswert wäre, oder überarbeitet wird, ist laut Bürgermeister Butz und Wolfgang Geitner von der Bauabteilung derzeit offen. Für die Erstellung der Genehmigungsplanung wird ein Zeitrahmen von rund drei Monaten veranschlagt. Dann wird das Paket zur Genehmigung am Landratsamt eingereicht.

Parallel dazu kann die Ausschreibung der Gewerke für den Hallenbau vorbereitet werden. Wolfgang Geitner geht davon aus, dass im Mai 2018 die Ausschreibungsunterlagen fertig sind und verschickt werden können. Angezeigt wird die Ausschreibung, je nachdem, ob die Gesamtbaukosten oberhalb oder unterhalb der EU-Schwellenwerte liegen, im europäischen Amtsblatt oder im Staatsanzeiger. Es wird wohl August 2018, bis die Angebote ausgewertet sind und die ausführenden Baufirmen feststehen. Ziel wäre es, möglichst frühzeitig alle Gewerke auszuschreiben. Natürlich können sich auch regionale Firmen bewerben, allerdings auch gegen eine europaweite Konkurrenz. Bei dieser Zeitschiene "muss wirklich alles rund laufen", da dürfe es keine Bieterbeschwerden geben, so Geitner. Aus heutiger Sicht könnte somit im Herbst 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden. "Da könnte eine schlüsselfertige Halle schon fertig sein", nimmt Butz, Befürworter dieser Variante, auf die mehrheitliche Ablehnung im Marktrat Bezug. Mit den Ausbauarbeiten und Außenanlagengestaltung würde dann 2019 begonnen. Wenn alles glatt geht, könnte in der zweiten Jahreshälfte 2019 alles fertig sein, so der bisherige Zeittakt.

Schwierig abzuschätzen ist derzeit die Entwicklung der Baupreise. Wenn die Wirtschaft weiter boomt, werden sie nicht nach unten wandern. Eher im Gegenteil. Wie gravierend die Kostenexplosionen sein können, war kürzlich beim geplanten Ausbau der Schulstraße zu sehen.

Überbrückung

Der Vertrag mit Pilkington über die Weiternutzung der alten TSV-Halle durch den TSV läuft Ende 2018 aus. Wie wird das Jahr bis zur Fertigstellung der neuen Halle überbrückt? Wünschenswert wäre, wenn Pilkington dem TSV Detag noch eine weitere Verlängerung einräumen würde, so Bürgermeister Butz. Wenn das nicht realisierbar sei, müsse die Belegung der Schulturnhalle zeitlich verdichtet werden. Hier gebe es durchaus noch Kapazitäten. (cv)

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