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Vermischtes
Wernberg-Köblitz
20.12.2016
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Der Wälzer "Sondergebiet Windkraft Feistelberg" umfasst 200 Seiten. Verwaltungsleiter Stefan Falter präsentierte den Markträten daraus die wichtigsten Eckpunkte des Bebauungsplanentwurfs. Jetzt werden Fachbehörden und die Öffentlichkeit eingebunden.

Im Sommer beschloss der Marktrat einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Die Windkraftanlagen der Regensburger Voltgrün GmbH sind 1,5 Kilometer nordöstlich von Feistelberg geplant. Planer Gottfried Blank hat den Entwurf erarbeitet.

198 Meter hoch

Je Windenergieanlage wird eine maximale Grundfläche von 2500 Quadratmetern festgesetzt. Landwirtschaftliche Nutzung innerhalb und außerhalb des Sondergebietes ist weiterhin zulässig. Voltgrün plant den Typ Nordex, Die Anlagen haben eine Gesamthöhe von 198 Meter. Der Rotordurchmesser beträgt 131 Meter bei einer Nabenhöhe von 134 Metern. Leistung pro Anlage: 3000 kW. Die Erschließung erfolgt größtenteils über bestehende Feld- und Waldwege, die zum Teil ausgebaut werden müssen. Man braucht gesonderte Zuwegungen. Die Anbindung an den überörtlichen Verkehr wird über die SAD 29 und die NEW 17 hergestellt.

Aufgeführt sind diverse Gutachten: Es gibt einen schalltechnischen Bericht der Firma Kötter Consulting Engieneers. An zu betrachtenden Imissionsorten werden verschiedene Anwesen in Glaubenwies, Rattenberg, Kötschdorf und Feistelberg, ebenso in der Kärntner Straße und am Sonnenhang in Wernberg-Köblitz sowie in Luhe-Wildenau aufgeführt. Die Entfernungen zu den Windrädern liegen zwischen 896 und mehr als 2000 Meter. Das Büro kommt zu dem Ergebnis, dass die Immissionsrichtwerte lediglich zu etwa einem Viertel ausgeschöpft würden. Da die Beschattungszeiten geringfügig überschritten seien, wäre eine Abschaltautomatik vorzusehen. Wie es um das "Schutzgut Pflanzen und Tiere" bestellt ist, ermittelte das Ingenieurbüro Umweltforschung und Raumplanung. Nach derzeitigem Wissenstand gebe es keine erheblichen Beeinträchtigungen von Fledermäusen - vorbehaltlich einer späteren Prüfung durch ein Gondelmonitoring - und keine negativen Auswirkungen auf die ermittelten Vogelarten.

Mit Sichtbarkeitsanalysen

Untersuchungen hätten weiterhin ergeben, dass die geplanten Anlagen im näheren Umfeld aufgrund des reliefstarken Geländes und der Waldbestockung kaum sichtbar sein würden. Sie würden allerdings mindestens im Radius von einigen Kilometern eine erhebliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes verursachen. Davon seien aber kaum hochwertige Einheiten berührt. Das landschaftsprägende Denkmal Burg Wernberg liege relativ tief, so dass die Empfindlichkeit hier deutlich geringer sei. Im weiteren Verfahren werden zu den Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die landschaftsprägenden Baudenkmäler zusätzliche Bewertungen anhand flächiger Sichtbarkeitsanlysen und Fotomontagen gemacht. Aus "momentaner Sicht" werden von der Verwaltung keine Hindernisse für die drei Windkraftanlagen gesehen.

Das Marktratsgremium genehmigte den Bebauungsplanentwurf. Jetzt geht es in die erste frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung, werden Informationen gesammelt, um weitere Erkenntnisse für die zweite Auslegung zu gewinnen. Die erste Runde läuft bis 27. Januar. Im Zuge dieser Öffentlichkeitsbeteiligung ist zwischen 16. und 20. Januar eine Informationsveranstaltung für Bürger und betroffene Nachbargemeinden geplant. Ende Februar könnten die Bedenken und Anregungen abgewogen und die zweite Auslegung gestartet werden, die dann in der Aprilsitzung Thema wäre, skizzierte Stefan Falter den möglichen Fahrplan. "Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn die fachlichen Stellungsnahmen eingehen", fasste Bürgermeister Georg Butz zusammen.

Von Verwaltungsseite wurde verdeutlicht: Durch den Bebauungsplan wird kein Baurecht geschaffen. Er ist jedoch erforderlich, um eine Abweichung von der geltenden 10-H-Reglung zu begründen. Erst durch die Genehmigung des immissionschutzrechtlichen Antrags kann Baurecht geschaffen werden.

Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn die fachlichen Stellungsnahmen eingehen.Bürgermeister Georg Butz
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