Kein Patentrezept für die Milch

Milchbauern aus der Region und Schüler der Landwirtschaftsschule Weiden informierten sich über Neuerungen in der Milchkuhhaltung.
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
30.11.2016
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Möglichkeiten zur Reduzierung von Antibiotika in der Milchkuhhaltung zeigte Dr. Stefan Paarmann vom Tiergesundheitsdienst auf. Bild: bnr

Der Milcherzeugertag ist eine gute Gelegenheit mit Fachleuten aktuelle Themen rund um die Milch zu diskutieren. Die Landwirte nahmen eine Botschaft mit nach Hause: Es gibt keinen generell richtigen Weg, sondern nur auf die Betriebsart abgestimmte Lösungen.

Das Fachzentrum für Rinderhaltung in Cham und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf hatten in das Gasthaus Sperl eingeladen. Milcherzeuger aus den Landkreisen Schwandorf, Neustadt und Amberg-Sulzbach nutzten die Gelegenheit, ihr Fachwissen auf den neuesten Stand zu bringen. Herbert Wendl vom AELF konnte dazu auch eine Klasse der Landwirtschaftsschule aus Weiden begrüßen.

Mehr Futter, mehr Milch?

"Die optimale Intensität für meinen Milchviehbetrieb" - damit beschäftigte sich das Referat von Albert Feldkirchner vom Fachzentrum für Rinderhaltung in Cham. Von "optimaler Intensität" spricht der Fachmann, wenn der zusätzliche Mehraufwand durch die zusätzlichen Mehreinnahmen abgedeckt ist. Dabei bedeutet mehr Kraftfutter nicht zugleich mehr Milchleistung. Ab einer bestimmten Leistungsobergrenze der Kuh lässt sich die Milchmenge nicht mehr steigern. Dann wird aus mehr Kraftfutter proportional weniger Milch produziert.

Mit zwei unterschiedlichen Strategien kann hier der Milcherzeuger erfolgreich sein. Die High-Input-Strategie strebt eine Maximierung des Outputs an. Hoher Einsatz bedeutet hohen Ertrag. Die Low-Input-Strategie setzt auf konsequente Minimierung des Betriebsmitteleinsatzes und der Kosten. Aufwandreduzierung bedeutet hier Kostenreduzierung. Mit beiden Strategien lässt sich ein vergleichbares Betriebseinkommen erzielen. Der Referent konnte kein Rezept für die optimale Intensität liefern, sondern nur Anregungen geben. "Der richtige Weg ist von der Art des Betriebes abhängig", so Feldkirchner. Wichtig ist es in jedem Fall, die Möglichkeiten der Betriebsauswertungen zur Erfolgskontrolle zu nutzen.

Im zweiten Referat befasste sich Dr. Stefan Paarmann vom Tiergesundheitsdienst mit dem Konzept des selektiven Trockenstellens. Das sind die 30 Tage vor dem Kalben, in der die Kuh nicht mehr gemolken wird. In der gesellschaftlichen Diskussion wird der Einsatz von Antibiotika zunehmend kritisch gesehen. Durch selektive Trockenstellung kann der Einsatz von Antibiotika deutlich reduziert werden. Entzündungen des Euters entstehen überwiegend in der Trockenstandzeit der Milchkuh. Die Zeit, in der die Kuh "trocken steht", kann genutzt werden, um bakterielle Entzündungen ausheilen zu lassen. Mit Hilfe von antibiotischen "Trockenstellern" soll das Risiko einer Erkrankung der Tiere minimiert werden. Die selektive Trockenstellung dient dazu, für jede Kuh festzulegen, nach welchem Verfahren - mit oder ohne Antibiotka - die Trockenstellung erfolgen soll.

Auf Stallhygiene achten

Ein Maß für die Gesundheit der Tiere ist der Zellgehalt der Milch. Werte über 200 000 deuten auf eine Euterentzündung hin. Eine wirksame Methode einer Euterentzündung vorzubeugen, ist eine ausreichende Stallhygiene in Verbindung mit dem Reinigen des Euters, dem Vormelken und dem Desinfizieren.
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