06.04.2018 - 19:34 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Marktrat segnet Entwurfsplanung ab Kulturstadl nimmt Kontur an

Jetzt passt es: Statt 3,2 Millionen Euro steht nun die Zahl 2,24 Millionen Euro unter Bert Reiszkys Entwurfsplanung für den Umbau des Jugendheims zum Kultur- stadl. Wo eingespart wird, erläutert er den Markträten.

So präsentiert sich der Kulturstadl auf der Eingangsseite. Der Marktrat stimmte der Entwurfsplanung zu. Plan/Foto: Architekturbüro Reiszky (2)
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Der Architekt hatte im letzten Jahr einen schweren Stand. Er "überraschte" das Gremium mit einer enormen Kostensteigerung im Vergleich zum ersten Entwurf. Der Marktrat gab dem Architekten eine Überplanung mit auf den Weg. Daraufhin wurden die Kostengruppen durchforstet, erläuterte Bürgermeister Konrad Kiener. Er suchte das Gespräch mit der Städtebauförderstelle, die bei Projekten oft mit rund 60 Prozent einsteigt. Doch die Zusage eines gewissen Prozentsatzes wird von einer Planung abhängig gemacht. Erfreulich war auch die Nachricht, dass es den Kulturfonds weiterhin geben wird, aus dem Gelder fließen könnten. Konrad Kiener stellte aber auch klar heraus, dass das Jugendheim eine städtebauliche Verbesserung erfahren muss: "Wenn wir uns kaputt sparen, wird die Städtebauförderung Nein sagen".

Was geändert wird

Bert Reiszky präsentierte seinen überarbeiteten Plan. Er sieht nun keinen Neubau im früheren Hausmeisterbereich vor. Das bestehende Gebäude soll saniert werden. Im Erdgeschoss sind ein Seminarraum, zwei Umkleiden für die Kegelbahn und die Toiletten eingebaut. Am Kellergeschoss wird wenig gemacht, es ist wegen der geringen Raumhöhe und der Grundwasserproblematik nur sehr eingeschränkt nutzbar. Im Hauptgebäude befinden sich erdgeschossig das Eingangsfoyer mit Garderobe, Saal mit Bühne, Bühnentechnik, Küche mit Kühlräumen und ein Lagerraum für Tische und Stühle. Der Aufzug entfällt, da im Obergeschoss lediglich noch ein zweiter Seminarraum und im Kellergeschoss neben der Kegelbahn nur noch Technikräume vorhanden sind. In den bisherigen Sammelumkleiden ist ein Kreativraum mit eigenem, überdachten Treppenaufgang inklusive Podestlifter geplant. Als Dacheindeckung ist eine beschieferte Dachpappe und als Außenverkleidung eine kreuzweise Holzlattung vorgesehen. Die Dachneigung des Hauptgebäudes wurde auf 26 Grad erhöht. An der Eingangsseite gibt es eine dezente Oberlichtreihe und Glastüren. In der Innenausstattung dominiert viel Holz, auf edles Grau getrimmt.

Ein großer Einsparungsposten war der Verzicht auf eine Lüftung (180 000 Euro). Da im Saal kein Dauerbetrieb herrscht, genügt es laut Reiszky, nach Veranstaltungen zu lüften. Das Eichenparkett bleibt, auch die Klinkerwand im Bühnenbereich. Reiszky hat auch einen Beton- und Schadstoffgutachter sowie einen Akustikplaner im Boot, damit es keine unliebsamen Überraschungen gibt. Der Architekt hat seine Berechnung auf die voraussichtliche Kostensituation 2019 gestützt. Wenn das Projekt erst 2020 auf der Agenda steht, müsse man die mögliche Preissteigerung noch hinzurechnen.

"Es soll überraschen"

Marktrat Hans Zitzler konnte sich mit der Dachpappe nicht anfreunden, und Thomas Weber fürchtete Witterungsschäden bei der Einlattung. Der Architekt hielt dagegen, dass er schon seit Jahrzehnten damit arbeite und sich die Materialien bewähren. Das Gebäude solle doch auch etwas Besonderes sein, "es soll überraschen". Marianne Schieder befürchtete, dass der Boden so kalt bleibt wie bisher. Bert Reiszky erläuterte, dass die durchlässigen Glasbausteine zu einem Kaltluftsee am Boden führten. Das Haus wird nun gedämmt. "Ein Holzfußboden kann dann nicht kalt sein". Und könnte man sich nicht vorstellen, das Gebäude ganz normal zu verputzen?, wollte Christa Mösbauer wissen. "Das wäre dann aber gestalterisch etwas völlig anderes", meinte Reiszky, der den Kulturstadl von der üblichen Bebauung abheben möchte. Er teilte auch nicht Bernhard Hagns Vorschlag, die Glasflächen an der Ostseite zu reduzieren. "Man sollte auch nach außen "Leben im Stadl sehen".

"Ich höre die Wernberg-Köblitzer schon sagen, dass das eine alte Schupfa mit Dachpapp drauf ist", orakelte Marianne Schieder überspitzt. "Für mich ist es ein schöner Kulturstadl", so Maria Schlögl. Das Erscheinungsbild müsse auch entsprechend in der Bevölkerung kommuniziert werden, meinte Architekt Reiszky. "Sie haben geliefert", fasste Dieter Rosenberg an Reiszky gewandt zusammen. Und es müsse eine erkennbare Veränderung eintreten, um Fördermittel zu beantragen. Beides sei erfüllt. "Jetzt können wir den Deckel drauf machen." Drittem Bürgermeister Georg Schlögl war es ein Anliegen, dass Mehrfachhalle und Kulturstadl nicht kollidieren. Das wird es nicht. Laut Kiener ist lautet die Devise: zuerst die Halle, dann das Jugendheim. Die Entwurfsplanung wurde einstimmig gebilligt.

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