05.12.2017 - 20:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Rauchwarnmelder retten Leben Schlafende riechen nichts

Wer "oben ohne" ist, sollte sich beeilen. Zum Jahreswechsel werden Rauchwarnmelder für alle Wohnungen in Bayern Pflicht. Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Feuerwehr Wernberg mit Kommandant Manuel Kraus in den Landgasthof Burkhard eingeladen. Der frühere Kreisbrandmeister Willi Duschner ging auf die Hintergründe der Gesetzesänderung ein.

Willi Duschner informierte über die gesetzlichen Vorschriften. Bild: bnr
von Richard BraunProfil

So sterben in Deutschland jährlich 500 Menschen bei Bränden, die meisten davon in den eigenen vier Wänden und nachts. Da der Geruchssinn im Schlaf beeinträchtigt bzw. ganz "abgeschaltet" ist, atmet ein Schlafender bei einem Brand die hochgiftigen Rauchgase ein. Sie können dann bereits nach kurzer Zeit zur Bewusstlosigkeit führen. Ein Rauchwarnmelder warnt und weckt.

Der Referent gab darüber Auskunft, wo Rauchmelder zu installieren sind, nämlich in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in den dazugehörigen Fluren. Auch in Einzimmer-Apartments müssen Rauchmelder installiert werden. Über diesen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestschutz ist aber auch ein Rauchmelder im Keller sowie im Wohn- und Essbereich empfehlenswert.

Bei selbst genutzten Wohnungen ist der Eigentümer für den Ankauf und die Wartung verantwortlich, in Mietwohnungen ist der Vermieter für die Bereitstellung von Rauchmeldern zuständig. Die Betriebsbereitschaft obliegt dem Mieter, wenn keine andere Vereinbarung getroffen wird. Eine jährliche Prüfung mit einer Grobreinigung ist unbedingt erforderlich. Für hörgeschädigte oder gehörlose Personen gibt es spezielle Melder, die mit einer Blitzeinrichtung und/oder einem Rüttelkissen verbunden werden. Willi Duschner regte an, beim Ankauf nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auch auf Qualität. So sind Rauchmelder zu empfehlen, die mit dem "Q-Zeichen" ausgestattet sind. Diese haben eine langlebige Batterie oder einen Akku, der mindestens zehn Jahre Lebensdauer garantiert. Nach zehn Jahren sollte dann jeder Rauchmelder generell erneuert werden, da die Funktion durch Verschmutzung nicht mehr gewährleistet ist und es zu Fehlalarmen kommen kann.

Die Frage aus dem Publikum, ob Rauchmelder auch in Büros oder Praxen vorgeschrieben sind, konnte der Referent verneinen, da sich in diesen Räumen Personen nicht dauerhaft aufhalten.

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