02.03.2018 - 20:00 Uhr
Wernberg-Köblitz

Regenerative Energien bereits durch Windkraft gefördert Absage an Photovoltaik-Flächen

Mit seiner konstruktiven Vorgehensweise bei Windkraft unterstützt der Markt den Ausbau regenerativer Energien. Das soll genügen. Zwei Vorstöße von Projektanten, die Photovoltaikanlagen an den Autobahnen bauen wollen, liefen im Marktrat ins Leere.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Zum einen ging es um eine Photovoltaik-Freiflächenanlage bei Kettnitzmühle. Für das 10 602 Quadratmeter große private Wiesengrundstück zwischen der A 93 und dem Schäferhundeplatz würde sich laut Bürgermeister Konrad Kiener die Firma Voltgrün interessieren. Sie beantragte deshalb die Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungplanes.

Da die Wiesen im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliches Areal dargestellt sind, müsste auch er geändert werden. Die Kosten der Bauleitplanung würde der Antragsteller übernehmen und das Gelände liegt nicht in der Naturparkzone. "Können wir uns das vorstellen?", wollte Bürgermeister Konrad Kiener von den Markträten wissen.

Für Gerhard Bäumler war es "eine Grundsatzentscheidung". Wenn die Kommune das Projekt zulasse, "werden weitere kommen", die dann auch zu genehmigen wären. Stelle man die Weichen in Richtung Photovoltaik oder nicht? "Wir haben schon einiges getan", meinte Zweiter Bürgermeister Alexander Werner mit Blick auf die Politik der Gemeinde bei der Windenergie. "Ich denke, wir sollten nicht damit anfangen". Mit 11:7 beschloss das Gremium keinen Bebauungsplan aufzustellen.

Zehn Hektar

Das zweite Projekt wäre wesentlich größer und liegt bei Alletshof in der Gemarkung Deindorf an der A 6. Die Zeno Natur GmbH Floß hat bei der Verwaltung angefragt, ob sich der Markt Wernberg-Köblitz die Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplanes für ein Projekt auf einem zehn Hektar großen Areal vorstellen könnte. Die überplante Fläche liegt zu einem Teil in der Schutzzone des Naturparks Oberpfälzer Wald. Die Kommune müsste für diese Grundstücke beim Landkreis Schwandorf die Herausnahme aus der Schutzzone beantragen.

Kein Fass aufmachen

"Das ist Schutzgebiet. Beim Projekt Kettnitzmühle hätte ich zugestimmt, doch in diesem Fall nicht", so Markträtin Maria Schlögl. Dritter Bürgermeister Georg Schlögl befürchtete "ein Fass aufzumachen". Der Druck auf Flächen an der Autobahn steige, "da es die einzigen sind, die der Gesetzgeber noch dafür frei gibt". Marktrat Vitus Bauer erinnerte daran, dass das Gremium 2015 ein ähnliches Projekt schon geprüft habe. "Daran hat sich nichts geändert. Jetzt ist es nur ein anderer Antragsteller". Josef Appl führte ins Feld, dass landwirtschaftlich genutzter Boden verloren gehe. Dieter Rosenberg sprach die Versiegelung der Fläche an, die dann 20 Jahre belegt sei.

Christian Liebl sah das gleiche Problem. Man sollte eine Zone ausweisen "wo es geht". Mit einer entsprechenden Bauleitplanung ermögliche man aber dann solche Projekte analog der forcierten Bauleitplanung für Windkraft, gab Bürgermeister Kiener zu bedenken. "Mit der Windkraft haben wir eine gute Entscheidung getroffen, Photovoltaik-Freiflächenanlagen sollten wir ausschließen", fasste Marktrat Vitus Bauer zusammen. Der Beschluss, keine Bebauungplanänderung vorzunehmen, fiel einstimmig.

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