"Wechselschritt und drehen"

Heuer setzte ein Boom ein: 44 Mädchen und Buben - auf dem Bild durch die Urlaubszeit etwas dezimiert - wollten bei der Kinder-Tanzgruppe dabei sein.
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
01.09.2017
141
0
 
Bernhard Weber kann sich auf sie verlassen: Helga Burkhard (links) Marina Bauderer (rechts) und Janine Riedel (nicht im Bild) studieren mit den Kindern die Tänze ein.

"Wer hod Kirwa? Mir hom Kirwa! Was hom die andern? An ...dreck". Helga Burkhard weiß, wie sie die kleinen Tänzer zum Lachen bringt. Der Jüngste ist gerade mal drei Jahre alt, die Ältesten sind elf. Seit Pfingsten üben die Kinder jeden Mittwoch den "Timple Boarischen" für den großen Auftritt.

Was ist passiert? 13 Kirwabegeisterte hoben 2003 den Wernberger Kirwaverein aus der Taufe, erzählt Bernd Weber. Erst war es eine Wirtskirwa, dann wurde im Jugendheim gefeiert, und als der Marktplatz fertig war und ein tolles Ambiente bot, wurde daraus 2012 eine Zeltkirwa mit Baumaustanzen am Marktplatz. Die Mitgliederzahlen überschlugen sich. Jedes Jahr kamen 50, 60, 70 neue Mitglieder hinzu, erzählt der Vorsitzende. Aktuell sind es 463. Kirwa ist in: Gemeinsam feiern macht immer Spaß, und - die Tracht macht's. Ins Dirndl und in die Lederhose schlüpfen, sich fesch machen und aufbrezeln: Wer macht das nicht gerne? Zum Fest gehören natürlich auch die perfekt einstudierten Tänze der Kirwamoidln und -burschen.

Nur neun Buben

Warum sollten nicht auch die Kinder eingebunden werden? Vor fünf Jahren wurde die Kindergruppe gegründet. "Heuer hat sie einen Zulauf wie noch nie", erzählt Helga Burkhard, die zusammen mit Marina Bauderer und Janine Riedl die Gruppe betreut. Die Buben sind allerdings mit neun in der Unterzahl. Helga Burkhard hat die kleinen Tänzer gut im Griff. Man merkt, dass sie in ihrer Jugend als Übungsleiterin das Kinderturnen betreut hat.

Die Gruppe ist gut organisiert. Es gibt eine eigene Whats-App-Gruppe, in der sich abmeldet, wer nicht kommen kann oder krank ist. Seit Pfingsten wird jede Woche am Mittwoch eine knappe Stunde geprobt. Burkhard hat ein Händchen dafür, wo wer beim "Boarischen" im Einsatz ist. Die "Großen" tanzen in der Mitte und paarweise, im Außenkreis sind die Kleinen, die noch nicht so gut koordinieren können, gut aufgehoben. Dazwischen machen die Mädchen ohne Partner ihre Schrittfolgen.

Hübsch sehen sie aus: "Mit einem Dirndl ist es oft nicht abgetan", erzählt Bernd Weber. "Ich hab meins von meiner Großtante bekommen, berichtet die neunjährige Emilia. "Die hat ein Geschäft". Kariert, geblümt, mit hübschen Schürzen drehen sie sich, gestylt mit Kettchen und Blumen im Haar, die Buben in Lederhose und Waidlerhut. "Wechselschritt und drehen", Helga Burkhard gibt mit kräftiger Stimme die Figuren vor. "Manche haben es sich als Hausaufgabe aufgeschrieben." Nachdem jetzt immer mit CD geübt wurde, ist am nächsten Mittwoch große Generalprobe mit Musik der Geschwister Baier, die die Kinder auch am Kirwasonntag, 10. September, begleiten. Darauf fiebern alle hin: "Vor den vielen Leuten auf dem Marktplatz zeigen wir dann, was wir gelernt haben", schwärmt Emilia.

Krüge und Herzerln

Sie ist zum fünften Mal dabei. Die Kinder bekommen kleine Krüge mit ihrem Namen. Da kann Emilia heuer das fünfte Herzerl dranbinden. Für die Buben gibt es Anhänger in Lederhosenform. Die kleinen Tänzer sind schon am Samstag beim Baumaufstellen dabei, ebenso am Sonntag beim Kirchenzug. Und dann: der große Auftritt beim Baumaustanzen am Nachmittag. Im Bierzelt erinnert dann ein großes Herz mit Gruppenbild und Namen daran.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.