Zustimmung quer durch alle Fraktionen
Ein Etat, der zu schultern ist

800 000 Euro sind im Haushalt für eventuell mögliche Grundstückskäufe im Ortskern - darunter das Schöner-Anwesen - eingeplant. Bild: Völkl
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
08.04.2018
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"Wir haben einen sehr guten Etat", fasst Bürgermeister Konrad Kiener zusammen. Seit September 2017 werden Themen gesammelt, die umzusetzen sind. Dank der Vorberatung mit allen Fraktionen ist ein "schulterbarer Haushalt" entstanden. Das 20-Millionen-Euro-Paket ist in rund 30 Minuten verabschiedet: einstimmig.

Bürgermeister Kiener skizzierte im Marktrat kurz die Eckdaten, die zu berücksichtigen waren: Grunderwerb im Ortskern sowie im Industrie- und Gewerbegebiet West II, dann die Unwägbarkeiten beim Straßenbau, solange nicht die gesetzlichen Ausführungsbestimmungen für Strabs (Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung) vorliegen, und natürlich die geplante Mehrfachhalle, für welche die Weichen gestellt werden.

Anstieg im nächsten Jahr

Der Verwaltungsetat umfasst 13 570 000 Euro, annähend gleich der Summe des Vorjahres. Der Vermögenshaushalt reduziert sich auf 6 729 000 Euro. Im Vorjahr waren es bedingt durch die hohen Investitionen 9 683 000 Euro. Die Hebesätze bleiben gleich. Kämmerer Bernhard Praschel ergänzte noch, dass der Gewerbesteueransatz 2018 mit 3,4 Millionen Euro von seiten der Verwaltung als gesichert erscheint. Man schätzt vorsichtig. Im Vorjahr waren 4 Millionen Euro kalkuliert, doch dann war ein Ausfall zu verzeichnen. Die Steuereinnahmen liegen pro Einwohner bei 1 394 Euro, also weiterhin über dem Landesschnitt von 1360 Euro.

Vom Verwaltungshaushalt können heuer 2 126 000 Euro auf die Investitionsschiene geleitet werden: Weniger als im Vorjahr, aber ausreichend. Die Darlehenstilgung beträgt 1 145 000 Euro. Praschel warf einen Blick auf die kostenrechnenden Einrichtungen: Die Kanal- und Wassergebühren sind kostendeckend. Das Defizit beim Hallenbad liegt bei 150 000 Euro. Für den Personalaufwand sind 2 618 000 Euro (+ 2,8 Prozent) angesetzt, wobei auch das Personal im neuen markteigenen Kindergarten zu berücksichtigen ist.

Um den Haushalt auszugleichen, muss ein Kredit in Höhe von 475 000 Euro aufgenommen werden. Der Schuldenstand beträgt 9 268 000 Euro (im Vorjahr 9 938 368 Euro). Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt von 1755 auf 1637 Euro. Das wird im nächsten Jahr wieder umschlagen, so Praschel mit Blick auf dann anstehende Maßnahmen. Der Finanzplan für die nächsten Jahre sieht 2019 aufgrund des Hallenprojektes eine Steigerung des Etatvolumens auf 24 196 00 Euro vor. 2020 reduziert sich die Summe auf 19 013 000 Euro, 2021 dann auf 17 997 000 Euro. Damit einher geht die entsprechende Nettoneuverschuldung: Der Anstieg im Jahr 2019 auf 3 406 000 Euro ist überwiegend auf den Neubau der Mehrfachhalle zurückzuführen.

Die Investitionen

Die wichtigsten Investitionsansätze 2018 sind die weitere Erschließung des Industriegebietes West II und ein Grunderwerb (1 000 000 Euro). Hier sind aber auch zwei Millionen Euro aus Grundstücksverkäufen angesetzt. Für möglichen Grunderwerb im Ortsteil Wernberg stehen 880 000 Euro im Haushalt und für den Sporthallenbau sind heuer 450 000 Euro angesetzt.

Die größten weiteren Positionen: Leitungsanbindungen Industriegebiet/Saltendorf an das Pumpwerk des Hochbehälters Fischberg: 545 000 Euro; Hochbehälter Fischberg: 400 000 Euro; Ortsdurchfahrt Neunaigen, Regenwasserkanal: 380 000 Euro; Gehweg in Neunaigen, SAD 54, Rohrdurchlass Schwallbach: 320 000 Euro; Erneuerung Wasserleitung Diebrunn: 260 000 Euro; Abwasserleitung Damelsdorf-Siedlung: 220 000 Euro; Planung Kanal, Wasser, Oberbau Paul-Schiedt-Straße: 80 000 Euro; Sonnenschutz und Zimmertüren für die Grund- und Mittelschule: 70 000 Euro; Bauhofanschaffungen: 58 000 Euro; Kulturscheune/Jugendheim Wernberg: 50 000 Euro.

Rückendeckung aller Fraktionen"Dieser Etat hat alles, was er sinnvollerweise braucht", meinte Marianne Schieder für die SPD-Fraktion. Mehrfachhalle, Grunderwerb im Ortskern, Ankauf und Verkauf im Gewerbegebiet, Ersatzfahrzeuge für den Bauhof. Trotz der "kleinen Delle" bei der Gewerbesteuer weise der Haushalt Zahlen auf, "von denen andere träumen würden". "Stimmig, schlüssig, gut erarbeitet", kommentierte Dieter Rosenberg den Etat für die CSU-Fraktion. Maria Schlögl (Freie Wähler) schloss sich dem an, und auch Gerhard Bäumler sah "keine Möglichkeit, irgend etwas zu streichen". Sparen und Rücklagen bilden heiße die Devise, "denn der nächste Etat wird happig". "Wir sind damit zufrieden", kommentierte Helmut Ries (Landlisten) den Haushalt. Bürgermeister Kiener dankte für die Rückendeckung aller Fraktionen für zukunftsweisende Projekte. "Es sind keine Luftnummern drin".
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