Zwei gewonnene Jahre

Zur Verlängerung des Pachtvertrages für die TSV-Detag-Halle leistet die Marktgemeinde ihren Beitrag und übernimmt die Energielieferkosten. Bilder: Völkl
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
08.12.2016
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Franz Käsbauer.

Ein Stein fällt den Sportlern vom Herzen, die die TSV-Halle nutzen. Der Pachtvertrag mit Pilkington soll um zwei Jahre verlängert werden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden. Für die Kommune heißt das Übernahme der Energielieferkosten. Die Markträte waren einhellig dafür.

Ins Rollen gebracht hat das Ganze Unternehmer Franz Käsbauer. Es war schon beschlossene Sache, dass in der TSV-Detag-Halle am 31. Dezember 2016 die Lichter ausgehen, da der Pachtvertrag zwischen TSV und Pilkington ausläuft. Die finanziellen Vorstellungen für eine Verlängerung lagen zu weit auseinander.

Energiekosten tragen

Franz Käsbauer suchte nach einer Diskussionsgrundlage, um dem TSV sein Sportgelände zu erhalten. Er trat als privater Kaufinteressent auf. Aus den Verhandlungen resultiert nun anscheinend eine Verlängerung des Pachtvertrages. Das Thema wurde auf Antrag von Vitus Bauer aus der "Nichtöffentlichen" in die öffentliche Sitzung verlegt. Bürgermeister Georg Butz berichtete von einem Telefonat, wonach sich die Eigentumsverhältnisse im Dezember ändern sollen und Franz Käsbauer die Halle vom Eigentümer Pilkington kaufen wolle.

Von der Flachglas - vor Pilkington Eigentümer und nach Gründung der Flachglas-Mitarbeiterbeteiligungs GmbH sozusagen noch der verlängerte Arm des Konzerns - war zu erfahren, dass Flachglas bei einer zweijährigen Vertragsverlängerung mitzieht, wenn folgenden Konstellationen zustande kommen: TSV und Flachglas sorgen für den Brandschutz. Der TSV übernimmt weiter die Unterhaltskosten von 17 000 Euro jährlich und der Markt trägt die Kosten, die der Flachglas für die Energielieferungen entstehen: 10 000 Euro im Jahr.

"Wir brauchen eine Lösung", kommentierte Markträtin Marianne Schieder das vorliegende Angebot, mit dem die Halle noch zwei weitere Jahre zur Verfügung stehen würde. Dem TSV falle "ein Stein vom Herzen". Die Energiekosten übernehmen, meinte auch Zweiter Bürgermeister Alexander Werner. Die geplante neue Mehrfachhalle wird dem aktuellen Zeitplan nach Mitte 2019 fertig, reichen dann zwei Jahre? Keiner sperre eine Halle zu, wenn man kurz vor der Fertigstellung des neuen Gebäudes stehe, meinte Bürgermeister Butz zu einer Frage von Drittem Bürgermeister Georg Schlögl.

Bei den Energiekosten könnte sich eine Variante ergeben, die dem TSV zugute komme: Von der Flachglas wird Fernwärme geliefert, die dann mit einer Zusatzheizung des TSV auf dessen Bedürfnisse hochgefahren wird. Ein Vertragswechsel zum Gaslieferanten der Marktgemeinde könnte dies positiv beeinflussen. Die Einsparung würde aufs TSV-Konto gehen. Christa Mösbauer vergewisserte sich noch einmal: Der TSV schließt einen Vertrag mit dem Besitzer der Halle. Die Pacht wird verlängert, wenn die Kosten geklärt sind. Butz präzisierte: Der TSV schließt einen Vertrag mit X., ob er Käsbauer oder Pilkington heiße, und der Markt sage Flachglas die Übernahme der Energiekosten zu.

Marianne Schieder sprach den Aspekt Fußballplatz an: Es sollten Gespräche geführt werden, zu welchen Bedingungen die Gemeinde den Platz übernehmen könnte. Bürgermeister Butz erinnerte, dass der erste Anlauf bekanntlich gescheitert sei, da der Gemeinde gegenüber andere Preise auf dem Tisch lagen, wie sie jetzt gehandelt würden. Er werde die neuen Modalitäten abklären. "An die jetzigen Vertragsbedingungen anknüpfen", meinte auch Marktrat Konrad Kiener. Das Gremium war einhellig dafür, die Energiekosten zu übernehmen.

"Wäre unterschriftsreif"

Wie zu erfahren war, gab es am Montag ein Gespräch, zu dem Franz Käsbauer Fraktionsvertreter und Spartenleiter eingeladen hatte. Wie Käsbauer, Urgestein des TSV, auf NT-Anfrage erläuterte, veranlasste ihn das "Hickhack um die Halle", als privater Kaufinteressent das Gespräch mit Pilkington zu suchen. Statt eines sechsstelligen Betrages gäbe es Halle und Gelände für 45 000 Euro. Er habe sich auch über Altlasten und Nutzungsänderungen informiert, einen Anwalt beigezogen. Ein Kauf wäre unterschriftsreif, jetzt könnte die Gemeinde einsteigen und hier die neue Mehrzweckhalle bauen, so Käsbauers Vorstellungen. Für den Fußballplatz bleibe das Altlastenrisiko bei Pilkington - unter der Bedingung, dass das Areal Fußballplatz bleibe. Und selbst wenn die Kommune am Mehrzweckhallenstandort neben der Schule festhalte, könnte das TSV-Hallengelände in einigen Jahren einer anderen Nutzung zugeführt werden. "Mit ist es darum gegangen, Fakten zu schaffen", so Käsbauer.

Bürgermeister: Fakten auf den TischBürgermeister Georg Butz stellt zu Käsbauers Vorstoß klar, dass der Marktrat zu seinem Entschluss, eine neue Halle am neuen Standort neben der Schule zu bauen, stehe. Das sei durch den Bürgerentscheid untermauert. Außerdem könne die geplante Mehrfachhalle am alten Standort der TSV-Einfachhalle räumlich nicht umgesetzt werden. "Das gibt das Gelände nicht her". Zu Käsbauers privaten Aktivitäten wollte sich Butz im jetzigen Stadium nicht äußern. "Es wird viel erzählt". Um sich mit der Thematik beschäftigen zu können, müssten zuerst alle Fakten und die bisher zwischen Pilkington und Käsbauer getroffenen Absprachen - vor allem mit Blick auf Altlasten - "schwarz auf weiß auf dem Tisch liegen". Ein Gespräch sei anberaumt. (cv)
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