Zwei Jahre nach brutalem Überfall auf Dieter Loew in Wernberg-Köblitz
Anwälte verlangen Verfahrenseinstellungen

Die Spezialisten der Kriminalpolizei waren tagelang in Dieter Loews Haus, um Spuren zu sichern. Archivbild: Völkl
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
03.01.2017
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Gerade jährte sich zum zweiten Mal die Gewalttat an dem Unternehmer Dieter Loew, der in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2014 in seinem Haus in Wernberg-Köblitz überfallen und schwerverletzt worden war. Der damals 76-Jährige starb vier Wochen später in einem Krankenhaus. Die Kriminalpolizei Amberg entfaltete daraufhin unter Federführung der Staatsanwaltschaft Amberg umfangreiche Ermittlungstätigkeiten. Die Verteidiger aus einer Regensburger Anwaltskanzlei verbreiteten am Dienstag eine Presseerklärung und forderten darin Verfahrenseinstellungen.

Seit März 2015 stehen die getrennt lebende Ehefrau und deren Lebensgefährte im Fokus der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Dies wurde durch die Ermittlungsbehörden ab diesem Zeitpunkt gegenüber der Öffentlichkeit so kommuniziert. "Selbst zwei Jahre nach der Tat sind die Ermittlungen noch immer nicht vollständig abgeschlossen. Der an die Öffentlichkeit herangetragene Tatverdacht bleibt daher mit allen damit einhergehenden negativen Makeln bestehen", schrieben die Rechtsanwälte.

Bereits mit einer Presseerklärung vom 4. Januar 2016 hatte die Verteidigung die überlange Spurenanalysedauer bemängelt. Zuletzt war Verlautbarungen zu entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft Amberg mit dem Ende der letzten Spurenauswertungen zu Jahresbeginn 2017 rechne.

"Die bisherigen Ermittlungen und Spurenauswertungen konnten den zunächst in den Raum gestellten Verdacht gegen meine Mandantin bis dato nicht bestätigen. Das Gegenteil ist der Fall", erklärte der Verteidiger der Frau, Robert Hankowetz. "Mein Mandant sieht sich in der Öffentlichkeit weiterhin als Polizist diesem Makel ausgesetzt, obwohl er mit den Ermittlungsbehörden bereits im Jahr 2015 hinsichtlich eines Spurenabgleiches kooperiert hat und die diesbezüglichen Ermittlungsergebnisse für ihn Entlastung brachten," äußerte sich der Verteidiger ihres Lebensgefährten, Thomas Winkelmeier.

Beide Verteidiger sind der Auffassung, dass die umfangreichen Ermittlungen, welche auch in Richtung anderer möglicher Täter und Hintergründe geführt worden sind, zu keinen greifbaren Ergebnissen geführt haben. Aus diesem Grund haben beide Verteidiger bereits weit vor Weihnachten die Einstellung der jeweiligen Ermittlungsverfahren gegenüber der Staatsanwaltschaft in Amberg beantragt.

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht zum Sachstand. Sie gab auf Nachfrage unserer Redaktion zu verstehen, dass die Ermittlungen noch andauern, wohl aber kurz vor dem Abschluss stünden.
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