19.03.2017 - 20:00 Uhr
WiesauOberpfalz

Festkommers leitet Jubiläumsfeiern ein Blasmusik in sechs Jahrzehnten

Mit großen Kreismusikfesten feierte der Musikverein bereits in den Jahren 1982 und 2007 das 25- und das 50-jähriges Bestehen. Und dieses Jahr wird groß der 60. Geburtstag gefeiert.

Die Wiesauer Blaskapelle in den 1930er Jahren. Das Wirken danach war jedoch nur von relativ kurzer Dauer: Der Zweite Weltkrieg rief viele Musiker zu den Waffen und an die Fronten. Repro: wro
von Werner RoblProfil

(wro) Ein Festkommers am Samstag, 25. März, um 20 Uhr im Pfarrzentrum und eine Neuauflage der Kreismusikfeste am 16. Juli erinnern an das Jubiläum. Es klingt aus am 30. September mit einem "Böhmischen Abend" in der Dreifachturnhalle, gemeinsam mit den "Hergolshäuser Musikanten". Begleitet werden die Gäste von Moderator Georg Ried.

Alfred Vollath, begeisterter Klarinettist, blickt in die Historie zurück: "In Wiesau gab es bereits in den beginnenden 1920er Jahren eine gut besetzte Blaskapelle mit etwa 20 Musikern", meint das Gründungsmitglied des Musikvereins "Wiesau und Umgebung" sich an Berichte Altvorderer erinnern zu können. Die eigentliche Geschichte aber begann mit dem Jahr 1924, als Josef Stock nach Wiesau zog. Der Wahl-Wiesauer gründete ein Orchester und war lange Jahre auch dessen Leiter. Anerkennend für seine Verdienste wurde er "Musikmeister Stock" genannt. Geprobt wurde in den ehemaligen Gasthäusern "Zur Linde" am Kirchplatz und "Zur Krone" in der Alten Schulstraße. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges leitete die Kapelle Schuhmachermeister Hans Müller.

Altböhmische Schule

Ein Mann der ersten Nachkriegs-Stunde war Gustl Peter, ein exzellenter Musiker altböhmischer Schule. Leider verließ er den Ort nach kurzer Zeit. Danach wechselten die Namen, bis 1953 Andreas Härtl die Geschicke der Musiker in die Hand nehmen durfte, um sie schließlich in eine entscheidende Richtung zu lenken. Musiker aus Schönhaid, Friedenfels und Fuchsmühl füllten nach und nach die durch den Krieg oder während der Nachkriegsjahre entstandenen Lücken. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Kapellen Ulrich aus Fuchsmühl, die sich 1953 den Wiesauern anschloss und aus Friedenfels, die später dazu stieß.

Die endgültige Geschichte des Musikvereins beginnt in den 1950er Jahren. Verstärkt mit Musikern aus der Umgebung - daher auch der Namenszusatz - hatte sich inzwischen eine wieder gut besetzte Gruppe gebildet. Am 27. April 1957 unterschreiben im Gasthaus "Egerländer" 16 Musiker eine Gründungsurkunde. Zum Vorsitzenden wird Johann Götz, zum Kapellen-Leiter Andreas Härtl gewählt. Die Einsätze beschränken sich auf Wiesau und die nähere Umgebung. 1960 aber flattert eine Einladung für einen Auftritt in Berlin auf den Tisch. Eine einheitliche Kleidung wird angeschafft. Die Aufgaben des Vereins bleiben in den Folgejahren vielseitig.

Schöner und Oroudji

Johannes Schöner, der den Verein heute als Vorsitzender leitet, erinnert im Rückblick an Dirigenten wie etwa Paul Leitner, Günter Grillmayer oder Josef Heinz. Heute im Jubiläumsjahr steht mit Patrick Oroudji, einem Enkel von Gründungsmitglied Josef Meierl, ein blutjunger Kapellmeister am Dirigentenpult. Neben Johann Götz, Alfred Vollath oder Ludwig Linder standen in den Vereinsfolgejahren umsichtige Leute an der Spitze der Gemeinschaft.

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