Bewegende Trauerfeier für Geistlichen Rat Theodor Ernstberger - Letzte Ruhe im Priestergrab
Mann der Ökumene und Freund

Dekan Georg Flierl sprach am offenen Grab letzte Segensgebete, ehe der Sarg in die Priestergruft hinabgelassen wurde. Links neben Flierl Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen. Bild: kro
Politik
Wiesau
24.08.2014
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Er war vielen ein väterlicher Freund, wirkte ruhig und besonnen im "Weinberg des Herrn". Seine Predigten waren geschätzt. Eine große Trauergemeinde geleitete am Samstag Theodor Ernstberger zur letzten Ruhe. Der Bischöflich Geistliche Rat war am Mittwoch im Alter von 92 Jahren im Fuchsmühler Senioren-Servicehaus gestorben.

Theodor Ernstberger wirkte 35 Jahre als Seelsorger in der Diasporagemeinde Weidenberg und war von 1990 bis 2010 Ruhestandsgeistlicher in Wiesau. Seit 1990 lebte er im Senioren-Servicehaus in Fuchsmühl.

In einer bewegenden Trauerfeier nahm am Samstagvormittag die Pfarrei Wiesau Abschied von einem allseits beliebten Seelsorger. Hauptzelebranten des Trauergottesdienstes waren Dekan Georg Flierl aus Tirschenreuth, Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen und Pater Stephan aus Falkenberg. Mit dabei auch zahlreiche Priester aus der Region. Es sang der Wiesauer Kirchenchor unter der Leitung von Jakob Schröder. Seine letzte Ruhestätte fand Ernstberger im Wiesauer Priestergrab.

Religiöse Familie

Dekan Georg Flierl zeichnete das Leben Theodor Ernstbergers nach, der am 30. November 1921 als 15. Kind einer sehr religiös geprägten Bauernfamilie in Helmbrechts bei Poppenreuth (Stadt Waldershof) zur Welt kam. Nach dem Besuch der Volksschule in Poppenreuth wechselte er an das Alte Gymnasium in Regensburg, wo er 1940 das Notabitur ablegte, ehe er Kriegsdienst in Frankreich, Russland, Finnland und Jugoslawien leistete. Im Krieg wurde er fünfmal verwundet.

Aufbauarbeit

Zurück aus der Gefangenschaft absolvierte er von 1945 bis 1950 ein Philosophie- und Theologiestudium, wurde am 29. Juni 1950 in Regensburg zum Priester geweiht. Nach fünf Kaplansjahren in Regensburg-Sallern folgte 1955 die Berufung ins oberfränkische Weidenberg-Rosenhammer. Er leistete dort, so Flierl, eine enorme Aufbauarbeit, "denn viele Flüchtlinge fanden dort eine neue Heimat". Das besondere Augenmerk galt Jugend, Familie, aber auch der Mission. 35 Jahre wirkte Ernstberger in Weidenberg, ehe er 1990 als Ruhestandsgeistlicher nach Wiesau kam.

Der Dekan betonte: Ernstberger sah sich seiner Berufung zutiefst verpflichtet. Georg Flierl abschließend: "Wünschen wir ihm, dass ihm die unvergängliche Osterfreude geschenkt wird."

"Menschlicher Geistlicher"

Abschiedsworte sprach auch Pfarrer Reinhard Forster, der von einem "geistlichen Menschen" und einem "menschlichen Geistlichen" sprach. "Er war Seelsorger und Pädagoge, er war ein Mann der Ökumene. Wir werden dankbar mit ihm im Gebet verbunden bleiben."
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