07.02.2018 - 16:56 Uhr
Wiesau

Wiesau muss enorme Herausforderungen meistern "Wir brauchen mehr Fläche"

Keine Atempause - "das wird gemacht". Bürgermeister Toni Dutz hat wieder viel vor. Die Liste der Projekte ist lang, die Wiesau heuer und in den nächsten Jahren stemmen will. Besonderes Augenmerk gilt dem interkommunalen Gewerbegebiet und dem Bahnhofsareal. Zwei Vorhaben, die jeweils mehrere Millionen Euro kosten.

"Das ist eine historische Chance für Wiesau." Zitat: Bürgermeister Toni Dutz zur Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebiets
von Harald Dietz Kontakt Profil

Viel ist bereits geschafft. Zum Zurücklehnen sieht Bürgermeister Toni Dutz aber keinen Anlass, wenn er auf die Aufstellung der Maßnahmen blickt, die 2017 abgeschlossen wurden oder deren Fertigstellung heuer geplant ist. Er verweist im Gespräch mit Oberpfalz-Medien auf die Sanierung des Mehrzweckhauses in Schönhaid (55 000 Euro), Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in der Mittelschule Wiesau (rund 35 000 Euro) sowie die Sanierung der Hauptstraße und den Abriss des Anwesens Hautmann (1,9 Millionen Euro).

Was Besucher, vor allem aber die Mitarbeiter jeden Tagen spüren: die Sanierung des Rathaus bei laufendem Betrieb. Schwierigkeiten und Beeinträchtigungen bleiben da nicht aus. "Etwas Dreck gibt's immer", berichtet Geschäftsleiter Thomas Weiß. "Aber alle zeigen das nötige Verständnis." Rund 1,9 Millionen Euro kosten die Arbeiten (energetische Sanierung, barrierefreier Umbau, verbesserter Brandschutz), die Ende Mai ihren Abschluss finden sollen.

Sanierung und Umrüstung der Kläranlage beziffert Toni Dutz mit 150 000 Euro, die Sanierung der Tiefbrunnen mit 75 000 Euro. 600 000 Euro kostet die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Wiesauplast und Otto-Kärner-Straße. Für die Weiterentwicklung des interkommunalen Industriegebiets mit Erstellen des Flächennutzungs- und Bebauungsplans sind nach Angaben von Thomas Weiß rund 150 000 Euro nötig. "Wir sind bislang schon mit etwa 1,2 Millionen Euro in Vorleistung gegangen", ergänzt Bürgermeister Toni Dutz. Die Überarbeitung bereits existierender Bebauungspläne werde etwa 25 000 bis 30 000 Euro kosten.

Dringlichkeitsliste

80 000 Euro sind für die Erfassung des Zustands des Kanalnetzes mit Erstellung eines Sanierungsplans nötig. "Das ist eine spannende Sache", meint Dutz. Im Hinblick auf die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung sei die Gemeinde Wiesau gut aufgestellt. "Wir haben ein Straßenzustandskataster, ein Kanalkataster und ein Zustandsbild der Wasserleitung." Entsprechend einer Dringlichkeitsliste sollen die Arbeiten vorgenommen werden. "Dazu werden wir beim Staat die nötigen Zuschussanträge stellen - als Folge des Endes der Straßenausbaubeiträge", so Bürgermeister Toni Dutz.

Richtig dicke Brocken im Zeitraum 2018 bis 2020 sind das interkommunale Gewerbegebiet und die Sanierung des Bahnhofsgebäudes. Die gesamten Maßnahmen im Bereich des Bahnhofs (unter anderem mit neuem Busbahnhof und Park- und Ride-Anlage) dürften mit rund 3,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Die Planungsphase läuft heuer, so dass 2019 mit den Arbeiten begonnen werden könnte. Natürlich gelte es auch, nötige Lärmschutzmaßnahmen abzustimmen. Mit 2,5 Millionen Euro rechnet Toni Dutz beim interkommunalen Gewerbegebiet. In den nächsten Monaten gehe es an den Grunderwerb von den Bayerischen Staatsforsten. "Das muss noch vor dem Sommer passieren, weil dieses Grundstücksgeschäft in den Landtag muss." Bürgermeister Toni Dutz hatte auch schon Gespräche mit privaten Grundstückseigentümern. Denn Wiesau braucht noch mehr Fläche. "Wir sind im Zugzwang durch ansiedlungswillige Unternehmen." Toni Dutz unterstreicht in diesem Zusammenhang: "Das ist eine historische Chance für Wiesau. Auch weil das Gelände in unmittelbarer Nähe zum Autobahn- und Bahnanschluss liegt." Er bittet deshalb um Entgegenkommen der Grundstücksbesitzer.

Von 20 auf 40 Hektar

Wegen des großes Interesses am interkommunalen Gewerbegebiet möchte Bürgermeister Toni Dutz statt der zunächst geplanten 20 Hektar nun sogar 40 Hektar ausweisen lassen. "Es gibt konkrete Anfragen von mehreren Interessenten." Als Ziel formuliert das Gemeindeoberhaupt: "Anfang 2019 sollte Baurecht geschaffen sein."

Weitergeführt werden sollen die Maßnahmen im Bereich des Förderprogramms "Soziale Stadt" und die Dorferneuerung Schönhaid. 2019 soll dann die Dorferneuerung Triebendorf starten. Etlichen Investitionsbedarf sieht Dutz auch beim Staatlichen Berufsschulzentrum, wobei hier der Landkreis gefordert ist.

Das ist eine historische Chance für Wiesau.Bürgermeister Toni Dutz zur Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebiets

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