Auftaktveranstaltung "Oberpfalz dual"
Hörsaal und Werkbank

Rund 119 000 Euro hat die neue CNC-Abkantpresse am Beruflichen Schulzentrum Wiesau gekostet. Eine Hightech-Anlage, die mit anderen Maschinen kommuniziert. Stellvertretender Schulleiter Erich Porsch dankte dem Landkreis Tirschenreuth für die stete finanzielle Unterstützung. Im Beisein von Landrat Wolfgang Lippert (rechts) und zahlreichen weiteren Ehrengästen bat Pfarrer Max Früchtl am Donnerstag um den Segen Gottes. Bild: hd
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Wiesau
08.12.2016
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"Duale Studienangebote bieten Praxisnähe und wissenschaftliche Qualifikation auf hohem Niveau." Zitat: Sabine Märtin, Leiterin OTH Professional

Das Projekt ist in der Oberpfalz einmalig. "Oberpfalz dual" ermöglicht jungen Menschen eine berufliche Ausbildung in Kombination mit einem Hochschulstudium im Bereich Metall oder IT. Dies gelingt in einem Zusammenspiel von Hochschulen, dualer Ausbildung und Einbindung des Berufsschulzentrums Wiesau.

Fachkräftesicherung bedarf neuer Ideen. Vor Vertretern aus Wirtschaft und Bildung stellte Zukunftscoach Wolfgang Prebeck am Donnerstag deshalb das Projekt "Oberpfalz dual" vor, ein Gesamtkonzept für Verbundstudiengänge im Bereich Metall und IT. "Bislang gingen unsere jungen Leute weg, studierten und fanden weit weg einen Job", fasste Dr. Wolfgang Eckstein zusammen, Leiter des beruflichen Schulzentrums Wiesau. Hier setzt "Oberpfalz dual" an. Es soll die jungen Leute in der Region halten und die Unternehmen in der Region mit den nötigen Fachkräften versorgen. Dr. Eckstein: "Oberpfalz dual" richtet sich an alle Abiturienten und junge Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung. Das Berufliche Schulzentrum Wiesau sei umringt von Weltmarktführern. Diese Betriebe bräuchten hochqualifizierte Kräfte. Derzeit werde viel von Industrie 4.0 gesprochen - "bei uns sehen Sie Industrie 4.0", so Dr. Wolfgang Eckstein mit Verweis auf eine neue CNC-Abkantpresse am BSZ Wiesau. Er war sich sicher: "IT wird in jede Branche, in jedes Handwerk Einzug halten." Das Ziel von "Oberpfalz dual": "Wir wollen Arbeitskräfte heranbilden, die für die Herausforderungen von morgen gewappnet sind. "Klingt gut und ist gut", merkte Landrat Wolfgang Lippert zu "Oberpfalz dual" an. "Ich sehe hier Wissentransfer allererster Güte." Die Ausstattung des Beruflichen Schulzentrums Wiesau sei auf der Höhe der Zeit. Denn ein Student erwarte, dass Industrie 4.0 zur Verfügung stehe. "Ich sehe für unsere jungen Leute großartige Chancen."

Diplom-Volkswirtin Sabine Märtin, Leiterin OTH Professional, stellte heraus: "Duale Studienangebote bieten Praxisnähe und wissenschaftliche Qualifikation auf hohem Niveau." Die Studiengänge - besonders im Bereich IT und Maschinenbau - seien gefragt. Märtin sprach von einer passgenauen Verknüpfung von akademischem Hochschulstudium und intensiver betrieblicher Praxis. Der Student erwerbe wichtige Schlüsselqualifikationen. Die Job- und Karrierechancen seien glänzend. Sabine Märtin nannte auch zahlreiche Vorteile für die Unternehmen, unter anderem: hochqualifizierte Nachwuchskräfte, enge Verbundenheit zum Unternehmen, Kontakte zur Wissenschaft.

Start Herbst 2017

"Oberpfalz dual" bindet die Berufsschule ins Verbundstudium ein, erläuterte Wolfgang Prebeck, der dabei auf die künftigen Sonderklassen für Abiturienten am BSZ Wiesau verwies. Studierende und Unternehmen bekämen einen exakt abgestimmten Zeitplan. "Grundsätzlich kann jedes Unternehmen mitmachen." "Oberpfalz dual" soll mit dem Schuljahr 2017/18 starten und "die Unternehmen bei der Ausbildung von Fachkräften unterstützen". Professorin Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, sprach von einem Modell, "das die Region voranbringt". Sie hoffte darauf, dass sich möglichst viele Unternehmen einbinden. "Wir wollen nicht nur junge Menschen in der Region halten, sondern auch Fachkräfte für die Unternehmen in der Region ausbilden."

Auch im Hinblick auf den demografischen Wandel in der nördlichen Oberpfalz sei es wichtig, "junge Fachkräfte in der Region für die Region auszubilden", ergriff Professor Dr. Klaus Volbert von der OTH Regensburg das Wort. Besonders den Unternehmen falle eine wichtige Rolle zu, um "Oberpfalz dual" zu einem Erfolg zu machen. Glückwünsche kamen von Professor Herbert Reichel (FH Hof), Leitendem Regierungsschuldirektor Walter Schütz, Ralf Kohl (Bereichsleiter Berufsbildung IHK Regensburg) und Wolfgang Spöckner (Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz). Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht war wichtig, junge Menschen in der Region zu halten. "Wir brauchen Spitzen-Ingenieure und Spitzen-Handwerker." Es gelte Industrie 4.0 von der Begriffsebene in die Realität zu bringen.

Beste Erfahrungen machte das Waldershofer Unternehmen Ambros Schmelzer & Sohn mit jungen Kräften, die ein duales Studium absolvieren. Geschäftsführer Helmut Keck zeigte die Vorteile auf. So hätten die Studierenden viel Praxiserfahrung und zwei Abschlüsse in der Tasche. Die Unternehmen könnten sich so frühzeitig Nachwuchskräfte sichern.

Duale Studienangebote bieten Praxisnähe und wissenschaftliche Qualifikation auf hohem Niveau.Sabine Märtin, Leiterin OTH Professional


Wir wollen nicht nur junge Menschen in der Region halten, sondern auch Fachkräfte für die Unternehmen ausbilden.OTH-Präsidentin Dr. Andrea Klug


"Oberpfalz dual"Das Staatliche berufliche Schulzentrum Wiesau vermittelt den Studierenden im ersten Jahr des Ausbildungskonzeptes die Inhalte der beruflichen Grund- und Fachstufe. Parallel liefert das Unternehmen die Berufsausbildung. Nach eineinhalb Jahren legt der Studierende die IHK-/HWK-Abschlussprüfung Teil 1 ab. Die Vorbereitung auf die Prüfung erfolgt in enger Abstimmung mit der Berufsschule. Die IHK-Abschlussprüfung Teil 2 folgt im vierten Jahr. Feste Kooperationspartner im Studienmodell sind die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden, die Hochschule Hof und die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg. "Oberpfalz dual" kombiniert die Ausbildungsberufe Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker, Feinwerkmechaniker oder Metallbauer mit dem Bachelor-Studiengang Maschinenbau. Im Bereich IT werden die Ausbildungsberufe Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, IT-Systemkaufmann oder Informatikkaufmann mit den Bachelor-Studiengängen Technische Informatik oder Angewandte Informatik verknüpft. Die Gesamtdauer von Ausbildung und Studium: viereinhalb Jahre. (hd)
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