09.02.2018 - 16:58 Uhr
Wiesau

Die Vorbereitungen für den Nordgautag laufen Die Oberpfalz zu Gast in Wiesau

Bürgermeister Toni Dutz rechnet mit Tausenden Besuchern - aus der Oberpfalz, aber auch aus Franken und Tschechien. Der Nordgautag werde wegen seines vielfältigen Programms ein Publikumsmagnet, so Dutz.

Bürgermeister Toni Dutz (links) und Thomas Weiß (rechts), Geschäftsleiter im Wiesauer Rathaus, informierten über das Programm und die Vorbereitungen zum Nordgautag. Bild: hd
von Harald Dietz Kontakt Profil

Ob er wirklich kommt, ist noch nicht sicher. "Angefragt haben wir", berichtet Bürgermeister Toni Dutz, der aber Verständnis hat, sollte Ministerpräsident Horst Seehofer keine Zeit haben und seinen Stellvertreter Joachim Herrmann zum Nordgautag nach Wiesau schicken. Die Vorbereitungen für das große Kulturfest der Oberpfalz laufen. Wiesau will sich vom 4. bis 8. Juli aus perfekter Gastgeber präsentieren.

Die ersten Gespräche stimmen Dutz zuversichtlich. Er ist überwältigt von der Reaktion aus einigen Nachbargemeinden, was die Unterstützung anbelangt. "Der Festzug wird riesig. Allein Neualbenreuth will mit sieben Wägen dabei sein", berichtet der Wiesauer Bürgermeister im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Abstimmungsgespräche

Freilich ist der Nordgautag logistisch eine Herausforderung. Einiges ist bereits "festgezurrt". So werde der Hauptteil der Nordgautag-Besucher im Bereich Festplatz und Rewe-Markt abgefangen. "Hier haben wir Parkplätze", informiert Thomas Weiß, Geschäftsleiter im Rathaus. Noch im Februar gibt es ein Abstimmungsgespräch mit Polizei und Feuerwehr. Die Aufstellung zum Festzug soll im Bereich Sportzentrum/Festplatz erfolgen. Alle Mitarbeiter im Rathaus und vor allem die des Bauhofs sind eingebunden, sagt Dutz, der sich auf seine Leute verlassen kann. Gefragt und gefordert sind auch alle Wiesauer Vereine. "Der Bürgerfestausschuss ist mit dabei." Es gibt ja gewissermaßen ein "Bürgerfest" innerhalb des Nordgautags, so Dutz. Die Bewirtung erfolgt im Bereich der Berufsschule. Froh ist Dutz, dass sich die Schule für Hotel- und Tourismusmanagement Wiesau mit ihrem Wissen und Können einbringt. Natürlich kostet die fünftägige Veranstaltung auch Geld. Für die Durchführung des Nordgautags 2018 sind im Gemeindehaushalt 80 000 Euro eingeplant, wobei laut Bürgermeister Dutz Zuschüsse und Spenden in beträchtlicher Höhe zu erwarten sind.

Aktuell laufe an den Schulen ein Wettbewerb zur Gestaltung von Flyern und des Covers der Festschrift. Toni Dutz sagt nicht ohne Stolz: "Die Festschrift zum Nordgautag 2018 hat Buchqualität." Auch freut den Bürgermeister: Zum Auftakt treten "Altneihauser Feierwehrkapell'n" und "Sing Out" auf. "Und schon jetzt sind 600 Eintrittskarten verkauft." Auch verweist Dutz auf zwei große Konzerte im Vorfeld: Am 17. Februar ist das Bezirksorchester der Oberpfalz zu Gast und am 25. März folgt nach einem Probenwochenende das Abschlusskonzert der Blaskapellen im Landkreis in der Wiesauer Dreifachturnhalle. Entschieden widerspricht Toni Dutz aktuell kursierenden Gerüchten, es gebe keine Verpflegung für mitwirkende Blaskapellen. "Alle Gruppen werden im Bereich des Sportzentrums empfangen und verpflegt." Laut Bürgermeister gibt es bereits Sponsoren. "Bei uns in Wiesau wird keiner hungern oder dürsten müssen."

Nordgautag

Der Nordgautag ist das Kulturfest der Oberpfälzer und ein wichtiges Element zur Bewahrung von Traditionen. Woher kommt der Begriff Nordgau? Er bezeichnete im siebten Jahrhundert ein Gebiet im Westen der heutigen Oberpfalz. Bis ins zehnte Jahrhundert gab es eine Erweiterung nach Osten und Nordosten. "Seit dem Zerfall des Nordgaus als herrschaftspolitische Einheit im elften Jahrhundert lebte der Name als identifikationsstiftendes Element für den gemeinsamen Kulturraum fort, erläutert Volker Liedtke, Präsident des Oberpfälzer Kulturbundes. "So bezeugen bis heute Nordgaustraßen in Regensburg und Amberg, die Nordgauhalle in Nabburg oder die Nordgaukaserne in Cham die nachhallende Wirkung des mittelalterlichen Begriffs. Der Nordgau erstreckte sich bis ins Egerland und dokumentiert laut Liedtke kulturelle Verbundenheit über Staatsgrenzen hinweg. Aus dem Gefühl der Zusammengehörigkeit von Oberpfälzern und Egerländern sowie ähnlichen Bestrebungen in der Heimatpflege entwickelte sich aus den Festen "Nordgauische Woche" in Eger und "Oberpfälzer Woche" in Nürnberg eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die seit 1931 "Bayerischer Nordgautag" heißt. (hd)

Kommentare

Um Kommentare vefassen zu können müssen Sie sich Anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.