Etwas mehr Geld in der Tasche

Zum Ortsvorsitzenden der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt wählten die Mitglieder Klaus Blohmann (Dritter von links). Über aktuelle Themen, insbesondere über die Ergebnisse der Tarifverhandlungen referierte Gewerkschaftssekretär Karl Toth (links). Bild: wro
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Wiesau
07.12.2016
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Zum Jahreswechsel steigt der Mindestlohn im Baugewerbe von 14,45 auf 14,70 Euro, informierte Gewerkschaftssekretär Karl Toth bei der Mitgliederversammlung der IG Bauen-Agrar-Umwelt. Gebäudereiniger erhalten statt 9 Euro ab dem nächsten Jahr 10 Euro.

Der Rückblick des Ortsvorsitzenden Klaus Blohmann auf die zurückliegenden vier Jahre des Wiesauer Ortsverbandes sowie Neuwahlen bildeten die Schwerpunkte der Mitgliederversammlung der IG Bauen-Agrar-Umwelt im "Faltenbacher Hof". Über die aktuelle Tarifrunde im Bauhauptgewerbe, bei der eine Lohnerhöhung von insgesamt 4,6 Prozent im Westen der Bundesrepublik (Laufzeit bis 28. Februar 2018) erzielt werden konnte, sprach Gewerkschaftssekretär Karl Toth.

Verpflegungspauschale

Als einen "Knackpunkt" dieser Verhandlungen bezeichnete er die Neuregelung für auswärtige Beschäftigte. Ab 1. Januar 2017 sei der Arbeitgeber verpflichtet, eine entsprechende Unterkunft zu stellen; auch müsse er die Kosten dafür übernehmen. "Auswärts untergebrachte Mitarbeiter haben darüber hinaus einen zusätzlichen Anspruch auf eine Verpflegungspauschale in Höhe von 24 Euro." Eine Anhebung auf bis zu 28 Euro sei mittels einer Betriebsvereinbarung möglich, betonte der Sprecher. "Betriebsräte in den Unternehmen sind wichtiger denn je."

Die neu geschaffene Flexi-Rente lobte Toth als einen Schritt in die richtige Richtung. Wichtig seien auch die verbesserten Hinzuverdienstgrenzen. Allerdings sei die Flexi-Rente für Mitarbeiter in der Baubranche meist untauglich, weil diese erst mit 63 Jahren in Anspruch genommen werden könne, bedauerte der Sprecher. Toth informierte: Aktuell gibt es in der Oberpfalz rund 13 970 Bauarbeiter. Davon seien 1,5 Prozent über 63 Jahre, 5,5 Prozent davon über 60 Jahre alt. "Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass wesentlich mehr zur Verbesserung der Erwerbsminderungsrente getan werden muss." Seitens der IG BAU fordere man daher die Abschaffung des Abzuges bei Erwerbsminderung.

Die EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie habe man besonders hart in deutsches Recht umgesetzt, monierte Toth. Die Banken - so der Sprecher - hätten nunmehr zu prüfen, ob die Darlehen über die gesamte Laufzeit bedient werden können. Vermögen und die Einkommenshöhe spielten dabei eine wichtige Rolle bei der Vergabe von Baugeld. Grundstücke und Wohnimmobilien dürften bei Privatpersonen künftig nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden, was große Probleme aufwerfe. Gerade bei jungen Familien, die sich Wohneigentum schaffen wollen, sowie bei älteren Menschen, die ihre Immobilie noch einmal renovieren möchten, könne dies dazu führen, dass Kredite abgelehnt werden, kritisierte Toth. Mit der Gesetzgebung habe man dem privaten Wohnungsbau einen "Bärendienst" erwiesen, stellte Karl Toth abschließend fest.

WahlenDas Ergebnis der Neuwahlen bei der IG Bauen-Agrar-Umwelt: Ortsvorsitzender ist Klaus Blohmann, stellvertretender Ortsvorsitzender Klaus Steidl. Beisitzer: Winfried Brunhofer, Renate Käs, Maximilian Gmeiner, Claudia Bauer, Herbert Eckert. Delegierter Josef Pöllmann, Ersatzdelegierter Maximilian Gmeiner. Bezirksbeirat Karl-Heinz Zandt, Stellvertreter Josef Weiß. (wro)
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