Evangelisch-lutherische Pfarrgemeinde lässt Orgel sanieren
Ganz neue Klänge

Blick über die Schultern eines Fachmanns: Im Beisein von Pfarrer Martin Schlenk, Maria Neumayr und Kirchenvorstand Andreas Neumayr (von links) legt Edgar Töpfer letzte Hand an. Nach dem Einbau der Registerzugknöpfe ist die Orgel der Wiesauer Auferstehungskirche wieder spielbereit. Bild: wro
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Wiesau
30.08.2017
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Pfarrer Martin Schlenk schaut ins Innere der Orgel, bei der rund 1000 gereinigte Holz- und Metallpfeifen wieder für einen sauberen Klang sorgen. Bild: wro

Wenn es gut klingen soll, dann kostet das. Und so nimmt die evangelische Kirchengemeinde 23 000 Euro in die Hand. Pfarrer Martin Schlenk informiert über die Arbeiten an der Orgel im Gotteshaus.

Nach mehr als zehnwöchiger Renovierungszeit ist die Orgel in der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche praktisch fertig und kann endlich wieder benutzt werden. Ausgestattet mit 16 Registern und rund 1000 Orgelpfeifen gehört das Kircheninstrument zwar nicht zu den größten, auch nicht zu den ältesten in der Region. Für die Gläubigen aber ist die Orgel mehr als ein Schmuckstück, begleitet sie doch seit über einem halben Jahrhundert die Gottesdienste in der Pfarrgemeinde. Gebaut wurde sie 1964 von der Regensburger Orgelbaufirma Eduard Hirnschrodt. Eingeweiht wurde das mit mechanischen Schleifladen arbeitende Instrument am 4. Advent des gleichen Jahres.

Pflegende Maßnahmen wurden jedoch nie durchgeführt. Äußere Einflüsse wie der Regenwasserschaden vor sieben Jahren und Staub, aber auch nicht mehr funktionierende Register waren der Grund dafür, dass die musikalische Begleitung während der Gottesdienste deutlich eingeschränkt war. "Eigentlich hätte man bereits vor mehr als 25 Jahren eine Säuberung, vielleicht sogar eine Renovierung durchführen müssen", erinnert Pfarrer Martin Schlenk an die unterlassenen Wartungsarbeiten. Wohlwissend, dass auch mit Nachstimmen kein nennenswerter Erfolg mehr zu erzielen war, habe man sich im Kirchenvorstand darauf geeinigt, ein detailliertes Gutachten für eine Renovierung einzuholen. Der evangelische Pfarrer spricht von dringendem "Handlungsbedarf", der gegeben war, und von Erfahrungen in seiner Vorgängerpfarrei Goldbach, wo er sich vor rund 15 Jahren mit den gleichen Problemen auseinanderzusetzen hatte.

Das von Orgelgutachter Dieter Eppelein (Neustadt/Aisch) erstellte mehrseitige Gutachten, zusammen mit dem von ihm mitgelieferte Leistungsverzeichnis, kam zu dem Schluss, dass nicht nur Verschleißteile und Dichtungen dringend ersetzt werden mussten. Eine Generalüberholung war auch für die Windlade, den Motor der Orgel, empfohlen worden. "Daraufhin haben wir mehrere Angebote eingeholt", fährt der Pfarrer fort. Ausgeschrieben wurden die Arbeiten bereits 2014; das Kostenvolumen beziffert Martin Schlenk auf 23 000 Euro.

Auch Schimmel

Die Entscheidung fiel schließlich auf Orgelbaumeister Edgar Töpfer aus dem unterfränkischen Albertshofen (Landkreis Kitzingen), der sich dann im Frühsommer 2017 an den Ausbau der Orgelpfeifen machte. Dabei kamen die Schäden deutlich zum Vorschein. "Von einer dicken Staubschicht umhüllt war manche Holz- oder Metallpfeife." Einige seien sogar von Schimmel befallen gewesen, berichtet Martin Schlenk. Unterstützt von den Kirchenvorständen Brigitte Busl und Klaus-Dieter Steffenhagen sowie Hausmeister Nazrul Islam und der Organistin Katrin Reindl wurden sämtliche Orgelpfeifen ausgebaut und für den Transport nach Unterfranken vorbereitet. Die größeren Pfeifen beließ man in der Kirche, um sie vor Ort zu reinigen. Währenddessen sorgte ein Ersatzinstrument - vorne am Altar - für die musikalische Gottesdienstbegleitung. "Die Klanglichkeit einer Orgel unterliegt einem Zeitgeist", beschreibt Orgelbaumeister Töpfer seine Ideen, die er während der Renovierungsphase einbinden durfte. Und so hat er die Orgel neu intoniert, sprich der Klang wurde gemildert. Was früher höher und schriller klang, wirkt jetzt angepasst. Insgesamt ist das Klangbild nun weicher und harmonischer. Die Tonqualität hat sich um ein Vielfaches verbessert. "Vor allem in den mittleren Tönen und im Bass-Bereich", fügt Töpfer hinzu. Was jetzt noch fehlt, ist ein größerer "Motor". Grund für die Nachrüstung ist das von Orgelbauer Töpfer veränderte Klangvolumen. Die Arbeiten am Gebläse müssen vom Kirchengremium aber noch genehmigt werden. Das zusätzliche Investitionsvolumen beziffert Pfarrer Schlenk mit rund 2000 Euro. Dank großzügiger Zuschüsse und Spenden, auch von den Marktgemeinden Wiesau und Fuchsmühl, sei die Renovierung bezahlbar. Eingesetzt wird die wieder spielbare Orgel ab sofort. Feierlich eingeweiht und offiziell in Betrieb genommen wird sie in einem Gottesdienst am Sonntag, 22. Oktober, um 10 Uhr.
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