Interview mit Hubert Konz zur Pfarrgemeinderatswahl
Mit Pfarrer auf Augenhöhe

Hubert Konz wurde vor 36 Jahren Mitglied im Wiesauer Pfarrgemeinderat. Vor vier Jahren hat der Triebendorfer das Amt des Sprechers übernommen. Im Gespräch mit Oberpfalzmedien erzählt er von seiner Arbeit. Bild: wro
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Wiesau
23.02.2018
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Hubert Konz ist Landwirt, Sägewerk-Betreiber, CSU-Kommunalpolitiker und Pfarrgemeinderat. Seit 36 Jahren sitzt er schon in diesem kirchlichen Gremium. Trotz seiner Belastung möchte er dieses Amt nicht missen.

Vor 4 Jahren, als damals 54-jähriger, hat der "Hechtmüllner" zudem von seinem Vorgänger Bernhard Neumann das Amt des Pfarrgemeinderatssprechers übernommen. Wir haben ihn anlässlich der Wahl am Sonntag nach seinen Erfahrungen befragt.

Herr Konz, Sie bringen sich seit 36 Jahren aktiv in die Pfarrgemeinde ein. Was sind Ihre Beweggründe?

Konz: Ich möchte das Leben in der Pfarrei aktiv mitgestalten. Ausschlaggebend für meine Entscheidung, das Amt des Sprecher zu übernehmen, war die Gewissheit, dass ich mich auf "meine Leute" verlassen kann. Wir haben Sachausschüsse gebildet, in denen viel vorbereitete wird. Die Arbeit ist so auf mehrere Schultern verteilt. Fronleichnam, Pfarrfeste oder einen Pfarrball alleine zu gestalten, wäre schlicht unmöglich. Unterstützt werde ich daheim stets auch von meiner Ehefrau, die mir den Rücken freihält.

Nimmt die Arbeit im Pfarrgemeinderat viel Zeit in Anspruch?

Kurz gesagt ja. Zeit geht schon drauf. Bemessen kann man den Aufwand nicht, das ist sehr unterschiedlich. Gemeinsam mit den Pfarrern, mit denen wir auf Augenhöhe arbeiten dürfen, ist vieles gelungen.

Sie sprechen von Pfarrern ...

Ja, ich denke gerne an die bereits verstorbenen Pfarrer Josef Zehrer und Josef Unsicker zurück. Danach folgte Pfarrer Max Früchtl, der uns vergangenes Jahr verlassen hat. Jeder war etwas anders, gut ausgekommen bin ich mit allen. Jeder hatte seine Ansichten, brachte seine Ideen ein, die wir gemeinsam auch umgesetzt haben. Unterm Strich hat jeder Seelsorgern die Mitarbeit der Pfarrgemeinderäte geschätzt. Jetzt arbeiten wir mit Maximilian Roeb zusammen. Ergänzend will ich noch betonen, dass wir eine Zeitlang sogar überversorgt waren. Da hatten wir Kapläne, Ruhestandsgeistliche, Diakone und Pfarrer zur gleichen Zeit im Ort. Aber wir wussten, dass dies nicht so bleiben würde. Wir haben die Jahre mit ihnen aber sehr genossen. Jetzt haben wir leider nur noch einen Seelsorger im Ort.

Wie hat der Pfarrgemeinderat darauf reagiert?

Wir mussten uns noch breiter aufstellen. Maiandachten gestalten zum Beispiel jetzt Laien.

Wurden sie auch mit Enttäuschungen konfrontiert?"

Freilich gab es die auch. Die Reform der Laienarbeit durch Bischof Gerhard Ludwig zum Beispiel gab Anlass für viel Diskussion. Ich konnte auch nicht nachvollziehen, weshalb aus dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden "nur" noch ein Pfarrgemeinderatssprecher wurde. Aber das ist lange her. Es hat sich vieles wieder gelegt. Freilich ist nicht immer alles Gold, was glänzt, das ist doch selbstverständlich und gehört dazu.

Hatte die Reform durch den damaligen Bischof Auswirkungen auf die Arbeit im Gremium?

Nachdem die Diskussionen über die Reformen verstummt waren, rückten wir erst einmal noch näher zusammen. Rückblickend betrachtet möchte ich aber sagen: Es war ein Sturm im Wasserglas. Die Reform hat sich letztendlich nicht groß auf unsere Arbeit ausgewirkt. Wissen Sie: Das, was man mit dem Pfarrer und den Leuten vor Ort macht, das ist es letztlich doch, worauf es bei der Arbeit in der Pfarrei wirklich ankommt.

Wie beurteilen Sie diese Arbeit?

Unsere Aufgabe ist es zu gestalten, weniger zu verwalten. Der Pfarrgemeinderat mit seinem Sprecher leistet dabei Hilfestellung. Wir können nicht die Gottesdienste verändern, aber wir haben Einfluss auf das Umfeld. Negatives kommt eh von selber. Daran können wir nichts ändern. Vieles hat sich in der Pfarrei zum Positiven verändert. Denken Sie nur an das große Pfarrfest an Fronleichnam, auch an unsere Angebote, wie zum Beispiel das Adventsmenü oder die stets gut besuchten Ehejubiläen mit Feier im Pfarrzentrum. Unser maskierter Faschings-Pfarrball war wieder gigantisch.

Welche Wahlbeteiligung würden Sie sich diesmal wünschen?

Eine möglichst hohe. Wir brauchen auch eine Bestätigung unserer Arbeit. Das Interesse der Wähler ist für uns ein Stimmungsbarometer, ein Beweis dafür, dass wir gemeinsam vieles erreicht haben. Wir liegen in Wiesau bei der Wahlbeteiligung übrigens meist deutlich über dem Durchschnitt. In manchen Pfarreien gehen nur 15 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen, bei uns in Wiesau dagegen sind es rund 30 Prozent. Diese Zahl - oder eine noch bessere - wollen wir wieder erreichen. Wir haben nicht nur auf Plakaten und im Pfarrblatt für die Wahl geworben. Die Wahlbenachrichtigungen, mehr als 3000 Stück, wurden von den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates an die Haushalte verteilt. Insgesamt muss man aber das Ergebnis gelassen sehen, man darf nicht immer gleich aus jeder Mücke einen Elefanten machen.
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