26.07.2017 - 12:10 Uhr
WiesauOberpfalz

SV Schönhaid ist jetzt Stützpunktverein "Integration durch Sport" Gemeinsam auf Torejagd

Der SV Schönhaid lebt Integration. 23 aus Krisengebieten geflüchtete Jugendliche jagen hier dem runden Leder hinterher. Dafür gibt es nun eine Auszeichnung durch den BLSV.

BLSV-Bildungsreferentin Lisa Scherm (Vierte von rechts) überreichte die Ernennungsurkunde zum Stützpunktverein "Integration durch Sport". Es gratulierten (von links) Integrationsbeauftragter Oliver Zrenner, BLSV-Kreisvorsitzender Andreas Malzer und stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler. Glückwünsche seitens der Marktgemeinde kamen von Michael Dutz (rechts). Über die Ernennung freuten sich Herbert Schaumberger (Fünfter von rechts), zweiter Vorsitzender Konrad Burger (Dritter von rechts) und Betreue
von Werner RoblProfil

Schönhaid. Die Schönhaider haben sich die Ehre wahrlich verdient. Als einziger Sportverein im Landkreis Tirschenreuth wurde dem SV um Vorsitzenden Herbert Schaumberger in einer Feierstunde die BLSV-Ernennungsurkunde zum Stützpunktverein "Integration durch Sport" überreicht. Unter den Ehrengästen waren stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, Vertreter aus den Reihen des BLSV, Michael Dutz als Vertreter der Marktgemeinde und Integrationsbeauftragter Oliver Zrenner aus Wiesau. Gekommen waren aber auch die Bewohner vom Wohnheim "St. Christophorus", die sich vor Monaten bereits dem Sportverein angeschlossen haben.

"Heute ist ein ganz besonderer Tag", freute sich SV-Vorsitzender Herbert Schaumberger. "Wir bekommen eine Urkunde überreicht, die uns viel bedeutet." Der SV Schönhaid ist bereits der 96. Stützpunktverein. Als Zwölfter in der Oberpfalz ist er der einzige im Landkreis Tirschenreuth. Angeregt wurde die besondere Ehre durch Mitarbeiter aus dem Wiesauer Wohnheim für jugendliche Kriegsflüchtlinge. BLSV-Bildungsreferent Malte Wulfinghoff schließlich ebnete den Weg. Dieser stand dem Verein auch bei der Antragsstellung unterstützend zur Seite. Hintergrund der besonderen Ernennung sind die 23 derzeit beim SV Schönhaid spielenden Jugendlichen aus unterschiedlichsten Krisenregionen, mit denen auch eine eigene U19-Mannschaft gebildet werden konnte.

"Wir schaffen das"

"Vorurteile wurden abgebaut, Großartiges entstand", lobte Vorsitzender Schaumberger die vorbildliche Integrationsarbeit seiner Leute. "Die Jungs vom Wohnheim fühlen sich hier wohl." Man habe sie gerne, vor allem aber freundlich aufgenommen. In Anlehnung an die Zusicherung der Bundeskanzlerin - "Wir schaffen das" - wurden für Spielausrüstung Geld- und Sachspenden gesammelt, Ausflüge, Wanderungen und gemeinsame Nachmittage organisiert. Ein Höhepunkt war das Teichfest vor wenigen Tagen. Unterstützung erfuhr die Arbeit auch durch die Aktion "Lichtblicke". Aber auch außerhalb der sportlichen und gesellschaftlichen Tätigkeiten engagierte man sich für die "Perlen", so Schaumberger wörtlich. Praktikums- und Ausbildungsplätze wurden gesucht, eine Beschäftigung am Sportgelände angeboten. "Letzteres jedoch noch ohne Erfolg", bedauerte er und versprach, bei den Behörden noch einmal nachzufragen. "Man kämpft gegen Windmühlen."

"Mein Dank gilt jedem, der mitgeholfen hat, die oft schwierige Situation zu meistern", freute sich der Sprecher. "Was wir geleistet haben, ist einfach klasse." Schaumberger: "Wenn das die Früchte unserer nicht immer einfachen Arbeit sind, dann kann ich nur sagen: Es hat sich gelohnt. Wir haben alles richtig gemacht." Schaumberger schloss: "Wir werden auch weiterhin für die geflüchteten und hilfebedürftigen ausländischen Menschen da sein. Wir möchten ihnen den Start ins neue Leben leicht machen." Noch einmal blickte er auch auf die Ereignisse vor mehreren Monaten zurück, als dem SV Schönhaid Rassismus vorgeworfen wurde: "Ich hoffe, dass wir davon nun endgültig freigesprochen werden, damit auch rehabilitiert sind."

Respekt

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler gratulierte für den Landkreis und überbrachte ein Geldgeschenk. "Sport verbindet", stellte er fest. Integration müsse wachsen. Besondere Vorteile sah er dabei in einem Verein, wo Menschen ihrem Drang nach Bewegung nachgehen können, zugleich aber auch auf andere Menschen treffen. In seiner Eigenschaft als Vertreter der Marktgemeinde Wiesau würdigte Michael Dutz das Geleistete. Voller Respekt zeigte sich auch der Wiesauer Integrationsbeauftragte Oliver Zrenner: "Macht weiter so, die Zusammenarbeit mit euch macht Spaß. Wenn alle so anpacken würden, hätten wir weniger Probleme im Land."

BLSV-Kreis- und stellvertretender Bezirksvorsitzender Andreas Malzer sagte: "Ihr könnt stolz auf euch sein." Ebenso lobend und anerkennend wandte sich auch BLSV-Bildungsreferentin Lisa Scherm an den neuen BLSV-Stützpunktverein.

Die Jungs vom Wohnheim fühlen sich hier wohl.SV-Vorsitzender Herbert Schaumberger

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