17.11.2017 - 17:44 Uhr
WiesauOberpfalz

Vorbereitungsarbeiten für Tirschenreuther Weihnachtsmarkt am Fischhof beginnen Ärger beim Aufbau: Sturm zerstört Snowflakes

Schon Wochen vor dem ersten Advent sind die Weihnachtswichtel beim Fischhofpark an der Arbeit. Doch diesmal ist vieles anders als sonst: Ein Sturm hat dem Aufbauteam viel zusätzliche Arbeit und Kosten beschert.

Beim Aufbau der Buden bekommt Franz Göhl (Zweiter von links) Hilfe von fünf jungen Migranten, die kräftig zupacken. Bilder: ubb (3)
von Ulla Britta BaumerProfil

Tirschenreuth. "Der Sturm hat ganz schön gewütet. Das kostet uns 3500 Euro zusätzlich", stöhnt Franz Göhl. Der Organisator des kunsthandwerklichen Weihnachtsmarktes im Fischhofpark packt selbst mit an, um mit sechs jungen Migranten die Buden aufzustellen. Der Orkan der vergangenen Tage hat die teuren "Snowflakes" am Baum im Hof des Amtsgerichts komplett zerstört. "Die sind in Stücke gerissen. Jetzt flicken wir, was geht. Der Rest muss neu gekauft werden", so Göhl. 1,4 Kilometer Kabel müssten ersetzt werden. Aber das ist wenigstens nur Materialschaden." Alle sind glücklich, dass nicht mehr passiert ist, weil der plötzlich einsetzende, starke Wind beinahe einen Kranwagen umgeworfen hätte.

Im vom Wetter geschützten Schuppen erklärt Göhl dem jungen Iraker Bini, wie er die Kabel der noch brauchbaren Snowflakes wieder verbinden kann. Fünf weitere Migranten bauen draußen die ersten Buden auf und kommen gut voran. "Zwei von unseren Flüchtlingen helfen schon seit sechs Jahren mit", freut sich Göhl über die Unterstützung durch die kräftigen jungen Kerle. Zu tun gibt es genug. Immerhin müssen bis zum ersten Advent 90 Häuschen für 130 Aussteller stehen.

Großartiges Netzwerk

Für die weihnachtliche Dekoration bekommt der Lionsclub 200 Nadelbäume von der Stadt. Der Chef der Ziegler Group von der Betzenmühle ist Clubmitglied. "Er stellt uns für den Transport einen Sattelzug", freut sich Göhl über ein bestens funktionierendes Netzwerk, ohne das dieser große Markt gar nicht möglich wäre. Mit dem Betzenmühler Sattelzug wurden nicht nur die Bäume, sondern auch die zerlegten Markbuden zum Fischhofpark transportiert. Sechs Mal, so Göhl, sei dieser gefahren.

Was den Tirschenreuther Markt ausmacht, sind die 250 000 LEDs, die einen wunderschönen Weihnachtszauber verbreiten. Dieser Glimmer, jedes Jahr in einer neuen Farbe, lockt Zigtausende Besucher an. Ausnahmsweise lüftet Göhl das Geheimnis der Farbgebung schon. In brombeerfarbenes Licht werde diesmal der Markt eingetaucht. "Wenn wir das frühzeitig verraten, klauen uns andere Märkte unsere Idee", fügt er schmunzelnd an. Sogar ein großer Markt in Regensburg schaue gern solche Sachen ab.

Wieder gut im Zeitplan

Aber Regensburg wird es eh nicht schaffen, das Tirschenreuther Weihnachtsflimmern zu kopieren. Dafür müsste die Oberpfalzmetropole schon ihre Steinerne Brücke nach dem Vorbild der Tirschenreuther Fischhofbrücke mit Tausenden LEDs ausstatten. Denn die leuchtende Brücke ist zum Markenzeichen des Weihnachtszaubers der Kreisstädter geworden.

Viereinhalb Wochen dauert der Aufbau, informiert Göhl. Trotz der Rückschläge durch die Sturmschäden liege man wieder gut im Zeitplan. Der kunsthandwerkliche Weihnachtsmarkt des Lionsclubs Tirschenreuth findet am 2. und 3. Dezember von 15 bis 22 Uhr und von 13 bis 20 Uhr sowie am 9. Und 10. Dezember um dieselben Zeit statt. Über 130 Aussteller zeigen handwerkliche Produkte. Weiter gibt es eine Tombola, viele kulinarische Köstlichkeiten, und der Nikolaus kommt täglich von 16 bis 18 Uhr. Die ersten 2000 Besucher bekommen wieder eine Weihnachtssammeltasse. Die Alphornbläser spielen weihnachtliche Weisen. Auch eine Kindereisenbahn wird aufgebaut.

Eröffnet wird der Weihnachtsmarkt am Samstag, 2. Dezember, um 16 Uhr mit Ehrengästen und dem feierlichen Einschalten der "Snowflakes". Der Erlös kommt sozialen, kulturellen und karitativen Einrichtungen in der Heimat zugute.

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