19.04.2018 - 15:36 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Kolumne: OTon Lasst mich in Ruhe mit eurem DIY-Life-Hack-Mist

Selbermachen macht glücklich. Und ehrlich, ich bin Fan davon, mir selbst helfen zu können, wenn es ums Schraubenziehen, Lampen aufhängen, tackern, Scheibenwischerwasser auffüllen, Ölstand prüfen, oder Vogelhäuschen bauen geht.

Do-it-yourself-Tipps und Life-Hack-Tricks sind nur zum Teil sinnvoll. Im Internet stößt unsere Kollegin allerdings auf ziemlich absurde Ratschläge.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Aber warum ballern mich Facebook und Youtube permanent mit sinnlosen Life-Hacks und Do-it-Yourself-Anleitungen zu? Dauernd sprießen neue Blogs; sogar Zeitschriften präsentieren ständig neue Bastelhobbys. Das Internet strotzt nur so vom Selbermach- und Lebenshilfe-Wahnsinn.

Da wird kokettiert, dass alles "ganz einfach" ist - der Laie wird binnen fünf Minuten zum Experten. Und das auch noch mit Dingen, die man eh in der Hosentasche hat – Mac-Gyver-mäßig versteht sich. Denn Life-Hacks dienen dazu, ein Problem zu lösen, das Ziel auf kreative, ungewöhnliche Weise zu erreichen oder den Alltag zu erleichtern.

Rasierschaum am Spiegel? Nein!

Aber ich will meinen Badezimmerspiegel nicht mit Rasierschaum einseifen, damit er nach dem Duschen nicht beschlägt. Ich kann auch einfach das Fenster aufmachen. Auch den Alufolien-Trick, um das WLan zu verstärken, kenne ich schon. Und ich will auch keine modische Kette aus lackierten Haarnadeln tragen.

Es geht noch weiter: "Wenn du über das Staubsaugerende eine Socke stülpst und mit einem Gummi besfestigst, kannst du verlorene Ohrringe sicher unter der Couch hervor fischen". Oder: "Deine Stoff-Sneaker imprägnierst du am besten, indem du mit einem Teelicht über den Stoff radierst. Anschließend erwärmst du mit einem Fön das Wachs und lässt es wieder trocknen." Es geht noch absurder: Eine zuschraubbare Bonbontüte? Nicht mal zum Wandern würde ich mir so eine Konstruktion mitnehmen.

Alles "ganz fancy"

Ich will nicht wissen, was ihr mit Zahnpasta zusammenpantscht und einem Luftballon anrichtet. Oder wie ihr mit einem Tacker eure zerissene Hose flickt. Oder wie ihr aus euren alten T-Shirts einen Putzlappen macht. Auch dann nicht, wenn das Video dazu ganz fancy ist.

Für mich geht es in diesem Videos mittlerweile nicht mehr um kreative Lösungsfindung, ich schaue mir die Clips irritiert an und frage mich, ob diesen Blödsinn wirklich jemand nachmacht. Wenn es darum geht, rote Flecken aus einer weißen Bluse zu waschen, oder eine verkorkte Weinflasche ohne Öffner zu öffen, höre ich mir gerne Tipps an. Aber wenn man mir vorschlägt, meine Shirts mit einem Glätteisen zu bügeln, hört der Spaß auf.

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. Im „OTon“ werden wir in losen Abständen über das berichten, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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