19.01.2018 - 20:10 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Neue Vortragsreihe am der KTB Über die Alpen hinaus

"Neugierig sein", dazu fordert der Titel einer Veranstaltungsreihe der Umweltstation an der KTB, mit dem Geopark Bayern-Böhmen und der Volkshochschule Weiden/Neustadt auf. "Die Vorträge könnten unterschiedlicher nicht sein - und sind sich trotzdem sehr ähnlich", kündigt Geologe Dr. Frank Holzförster an.

Die Gipfelregion vom Vorab und dem Piz-Segnaz-Massiv im schweizerischen Vorderrheintal ist ein Extremstandort, der mit den Bodenstandorten in der Antarktis vergleichbar ist. "Der erste Boden nach dem Eis - neue Erkenntnisse aus der Antarktis", heißt auch der Vortrag von Dr. Jens Boy (Leibniz-Universität Hannover) zum Auftakt der Vortragsreihe "Alpen, Antarktis, Boden ... neugierig sein". Bild: Holzförster
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

"Eigentlich wollten wir eine Vortragsreihe über die Geologie der Alpen machen. Dann aber, als wir über die Alpen hinaus blickten, wurde es immer interessanter", sagt Frank Holzförster. "Die Alpen sind ein Ausdruck der plattentektonischen Kräfte, die unsere Erdoberfläche prägen", erklärt der Wissenschaftliche Leiter des GEO-Zentrums. Die Kollision der Platten wirke weit in die europäische Erdkruste hinein, verbiege sie und lasse weit im Norden auch den Harz aufsteigen, erklärt Holzförster.

Sie verursache auch das enorme Relief der Erdoberfläche im Alpenraum. Zudem ziehe die Alpenbildung die Entstehung besonderer Böden nach sich. "Die Vorträge in dieser Reihe nehmen die Alpen zum Anlass, um aus ganz unterschiedlichen Winkeln auf diese extreme Welt zu schauen und dabei den Blick zu erweitern", sagt Holzförster. Alle Veranstaltungen finden im Dieter-Betz-Saal der Umweltstation an der KTB statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, der Eintritt kostet je vier Euro.

Der erste Boden nach dem Eis - Erkenntnisse aus der Antarktis

Jens Boy vom Institut für Bodenkunde der Leibniz-Universität Hannover gewährt am Mittwoch, 31. Januar , einen Einblick in die abzusehende Begrünung der Antarktis. Seit Jahrtausenden entsteht in der Antarktis neues Land - durch Erwärmung und Gletscherrückzug. Bodenwissenschaftler, Algenforscher und Molekulargenetiker erforschen diesen Prozess, der durch den Klimawandel noch verstärkt wird. Das Zusammenspiel auf Pflanzen und Böden schafft hier fruchtbare Natur.

Die Alpen - Entstehung des europäischen Hochgebirges

Professor Anke Friedrich vom Lehrstuhl Geologie der LMU München zeigt die Alpen am Mittwoch, 7. Februar , von einer ganz anderen Seite und informiert über die Entwicklungsgeschichte des europäischen Hochgebirges. Ist es doch kaum vorstellbar, dass diese prägende Landschaft vor geologisch kurzer Zeit noch unter dem Meeresspiegel verborgen war. "Selbst das Matterhorn ist kein europäischer Untergrund, sondern ursprünglich Teil Afrikas", weiß die Wissenschaftlerin. Und das heutige Hochgebirge verändere sich stets weiter.

Die Gipfelstürmer unter den Böden - Deutschlands Böden des Jahres

Robert Traidl vom Landesamt für Umwelt, Bodenkundliche Landesaufnahme, ermöglicht einen Einblick in die Unterwelt der Alpengipfel. Bei ihm geht es am Mittwoch, 7. März , um den Boden des Jahres, den alpinen Fels-Humus-Boden. Er bildet sich an extremen Standorten des Hochgebirges, aber auch im Tal. Seit dem Rückzug der eiszeitlichen Gletscher ermöglichen diese Böden das Leben von Pflanzen und Tieren in den Alpen. "Robert Traidl ist ein absoluter Boden-Experte, der dieses doch sehr schwierige Thema auf äußerst unterhaltsame Art und Weise vermitteln kann", verspricht Frank Holzförster.

Die Alpen in Norddeutschland - ein fast unglaublicher Zusammenhang

Warum es nicht stimmt, dass die Alpen am Südrand Bayerns beginnen, erklärt Thomas Voigt vom Lehrstuhl Allgemeine und Historische Geologie an der Universität Jena am Mittwoch, 11. April. Er erforscht die Zusammenhänge seit vielen Jahren und nimmt die Zuhörer mit in eine ganz andere Alpenwelt.

Zuerst nach Windischeschenbach

Bevor am Mittwoch, 31. Januar, um 19 Uhr der erste Vortrag in der Reihe "Alpen, Antarktis, Boden ... neugierig sein" startet, wird die Wanderausstellung "Alpiner Felshumusboden - Boden des Jahres 2018" am Geo-Zentrum eröffnet.

Um 18.30 Uhr spricht Christiane von Seckendorff, Leiterin des Referats Bodenschutz, Altlasten und Geologie im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Die Ausstellung ist bis zum 7. März zu sehen. "Weil die vielen unterschiedlichen Böden kaum jemand kennt", erklärt der Wissenschaftliche Leiter des Geo-Zentrums an der KTB, Dr. Frank Holzförster, "wird jedes Jahr ein besonderer Boden des Jahres bestimmt." Den alpinen Felshumusboden könne man bei der Ausstellung "wie im Bilderrahmen" betrachten. "Weil es diesen Boden nur in Bayern gibt, kommt diese Wanderausstellung als allererstes zu uns nach Windischeschenbach." (olr)

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