01.08.2017 - 11:44 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Regionaldekan Strigl beantwortet bis 22. August Fragen rund um den Glauben: Telefon-Seelsorger

Johannisthal. Es läutet zwei Mal, dann meldet sich Manfred Strigl auch schon. Ein Viertelstündchen habe er, sagt er, dann müsse er "zu Exerzitien im Bogenschießen". Unseren Fragen stellt er sich so lange gerne - und darum geht es ja im Grunde auch: um Fragen am Telefon. Der Regionaldekan und Direktor des Hauses Johannisthal ist einer von fünf Geistlichen, die vom 22. Juli bis 22. August das "Sommertelefon" des Bistums betreuen. Der 55-Jährige steht bereit, um (laut Pressetext) "Zweifel, Ärger, offene Fragen" mit den Anrufern zu diskutieren.

Regionaldekan Manfred Strigl betreut das "Sommertelefon" des Bistums. Bild: exb
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Nach einer Woche Telefon-Aktion: Sind Sie schon heiser?

Manfred Strigl: Nein, es geht noch. Heuer verteilt sich die Aktion ja auf zehn Schultern, also fünf Personen. Letztes Jahr waren wir zu zweit, da war es schon anstrengender.

Wie viele Anrufe nehmen Sie denn so entgegen?

Bei der Premiere 2016 hatte ich etwa 50 in einem relativ kleinen Zeitraum. Momentan sind es im Schnitt drei bis fünf täglich. Die Aktion läuft ja insgesamt sechs Wochen. Wir merken gerade, dass die Anrufe mehr werden. Das kann daran liegen, dass jetzt die ersten Presseberichte darüber erscheinen.

Welche Themen diskutieren Sie mit den Anrufern?

Das ist breitgefächert. Es geht um Bibelübersetzung, um Bibeltexte, aber auch schon mal um kirchenpolitische Themen wie Missbrauch oder den einen oder anderen Bischof oder Kardinal. Andere haben gerade einen neuen Pfarrer bekommen, der anders ist als der alte, und sie fragen: Macht er's richtig? Darf der das? Da können wir Brücken bauen. Ein großes Thema ist auch ist Frage, ob Hauptamtliche im Kirchendienst nicht viel zu stark in die Verwaltungsarbeit eingebunden sind.

Das klingt eher nach Problemen, die nicht das Seelenheil betreffen. Soll sich die Aktion nicht in erster Linie an die Zweifler und die Verzweifelten richten?

Doch, doch! Es gibt ja viele Themen, die Menschen betreffen, von denen sie ihren Glauben abhängig machen. Im weiten Sinn sind wir eine zeitlich befristete Telefonseelsorge - die Telefonseelsorge in Weiden leistet ja bereits super Arbeit. Bei der bunten Mischung an Themen kommen viele Glaubensfragen zur Sprache. Wenn Menschen beispielsweise nach dem Busunglück von Münchberg fragen: Wo ist da der liebe Gott? Lässt er uns im Stich? Grundsätzlich können uns die Leute mit Themen konfrontieren, über die sie mit ihrem Pfarrer nicht reden können oder wollen.

Wer hat sich die Aktion einfallen lassen?

Die Medienstelle der Diözese mit dem Bischof - es ist also ein echtes Regensburger Kindl.

Und es hat sich bewährt?

Ja, eine tolle Idee. Übers Internet erhalten wir Anrufe sogar aus dem gesamten Bundesgebiet. Bei der Aktion kommt sehr gut zum Ausdruck, dass wir bei den Menschen und für sie präsent sein wollen. Wir haben viel zu tun.

Sommertelefon

Alle Katholiken des Bistums sind vom 22. Juli bis zum 22. August zu Telefongesprächen mit Geistlichen eingeladen. Regionaldekan Manfred Strigl ist dabei Ansprechpartner für die Region Weiden - bis 6. August sowie wieder vom 13. bis 20. August. Erreichbar ist er unter Telefonnummer 01573/4878428 . Die Aktion richtet sich insbesondere an Menschen, die kritisch gegenüber der Kirche eingestellt sind. Diese lädt Strigl zusätzlich vom 3. bis 5. November zum Austausch ins Haus Johannisthal ein. (rg)

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