28.02.2018 - 12:50 Uhr
Windischeschenbach

Die Stimulators aus München sind bereits Stammgäste im Schafferhof Heiß, heißer, heiser

Astreiner Blues, temperamentvolle Salsa, gefühlvolle Rumba - mit den "Stimulators" funktioniert die Stimulierung des Publikums perfekt. Sie sind die Band, die wohl schon am häufigsten in der Schafferhof-Tenne aufgetreten ist.

von Autor gagProfil

Neuhaus. (gge) Und noch immer strömen Fans in Massen herbei und freuen sich auf den "Monkey Man", der stets Teil der Zugaben ist. Gegründet vor genau 20 Jahren, war ihr erster Auftritt im Schafferhof schon fünf Jahre später. Damals noch als Geheimtipp, inzwischen als gute alte Bekannte und Garant für Spaß und tolle Musik. Der elektrisierenden Mischung aus Latin, Swing, Reggae, Blues oder Funk konnte sich auch diesmal keiner entziehen. Bereits beim zweiten Song kamen Begeisterungspfiffe aus dem Publikum. Mit der dynamischen Besetzung aus Schlagzeug (Oskar Pöhnl aus Weiden) und Percussion (anstelle des erkrankten Hans Mühlegg mit Florian Sagner) kochte bald die Tenne. Zusätzlich glänzte Sagner mit tollen Trompetensoli und Gesang.

"Johnny too bad", sang Frontmann und Bandgründer Peter Schneider in dunklem Sakko und melierter Schiebermütze, sein Markenzeichen, zur akustischen Gitarre. Zwischendurch tippte er mit dem Fuß die Pedale seines breiten Soundboards an oder blies in einen Gartenschlauch, was ganz unbekannte, schräge und jazzige Effekte ergab. Am Tisch vor der Bühne saß ein absoluter Fan, der jede Silbe mitsingen konnte. "Ich habe alle ihre CDs", erklärte er begeistert.

Zusammen mit dem Rest der Band, Marcio Turbino (Saxofon, Querflöte), Oliver Stephan (Gitarre, Leadsänger) und Uli Lehmann (Bass, Vocals), jammten die "Stimulators" in lateinamerikanischen Rhythmen ihr "Rock Steady Cumbia", was laut Oliver Stephan eine Mischung aus jamaikanischem Rock Steady und kolumbischem Cumbia ist. Völkerverständigung sozusagen. Verschmitzt brachte Oskar Pöhnl, einer der wenigen Drummer, die auch singen, "Don't think my days are gone", gerichtet an die Jugend: "Glaubt bloß nicht, dass ab 30 schon alles vorbei ist!" Dazu erzählten seine Bandkollegen von angeblichen wilden Parties bei Pöhnls (Oskar hat noch mehrere Musikerbrüder) "am Stockerhut in da Wei'n", damals vor etwa 20 Jahren. Schneider bekannte, dass er bereits etliche Oberpfälzer Ausdrücke benutze. Differenzieren müsse man, wenn einer im "Schougschäft" sei. Und die Steigerung von "Elvis" (in Mundart: Ölvis") sei "Zwölfis". Vor der Bühne gaben sich die Fans dem Musikmix der "Stims" von Samba und Salsa über Funk und Jazz bis zu Blues, Reggae und Ska hin. Ein echter Schmelztiegel verschiedener Stile und eingängiger Melodien, gekonnt gemischt und präsentiert. Auch der singende Fan von vorhin konnte nicht mehr still sitzen und zappelte entrückt mit.

Mit dem Anstimmen der Congas gab Oliver Sagner einen Geheimtipp preis: "Belize!" Da gebe es eine kleine Insel namens San Pedro. Meinte dazu aber auch: "Alleine is nix! Da musst jemanden mitnehmen, damit's kuschelig wird". Mit "Caipirinha" oder "Mojito" gab das Sextett dazu auch Getränkeempfehlungen ab. Im Glas oder im Rumba-Rhythmus. Und verlangte durstig nach Zoigl, das besonders Peter schmeckt.

"Man cool, woman cooler", bekannte Oliver Stephan, und die Damen auf der Tenne lächelten zustimmend. Inzwischen wurde der Platz vor der Bühne immer enger, die Beifallspfiffe immer lauter, die Hitze in der Tenne immer karibischer, die Gesänge der Fans immer heiserer. Dazu passten die Reggae- und Cha-Cha-Rhythmen. Nassgeschwitzt und top- gelaunt wollten die Zuhörer nicht so schnell aufhören wie die Band. Die Zugaben wurden nochmals intensiv gefeiert, und Peter begeistert mit einem Wahnsinns-Gitarrensolo, inzwischen auf einer handgeschnitzten Vollholz-Elektrogitarre. "I like it" und der obligatorische "Monkey Man" schicken die Fans in den Feierabend.

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