Florian Ascherl, neuer Leiter der Kleinkunstbühne Futura 87, will verstärkt die Jugend als ...
Frischzellenkur für die Zielgruppe

Kultur
Windischeschenbach
07.06.2014
22
0
Dieter Nuhr, Dieter Hildebrand, Günther Grünwald oder Helmut Schleich - sie alle standen schon mal auf der Kleinkunstbühne der Futura 87. Die Größen und die Newcomer des deutschen Kabaretts fühlten sich gleichermaßen wohl in der nördlichen Oberpfalz und schätzten vor allem das fachkundige Publikum bei Vorpremieren neuer Programme. Davon zeugen die alten Veranstaltungsplakate an den Wänden des kleinen Saals. Durch starke Konkurrenz und ein gewisses Überangebot in der Region ließ das Besucherinteresse in letzter Zeit allerdings nach. Das Image einer der besten Kabarettadressen in der Region begann zu bröckeln.

Kind für die Jungfrau

Mit frischen Ideen will der neue Künstlerische Leiter und Geschäftsführer Florian Ascherl die Futura etwas entstauben, sie wieder in die Erfolgsspur bringen. Er will, so sagt er, vor allem wieder mehr jüngere Besucher für die Kabarettkunst begeistern. Eigentlich kam der 43-jährige Windischeschenbacher zu seinem neuen Job wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind. Seine Vorgängerin Anne List-Pfadenhauer hatte den Posten abgegeben, um sich stärker familiären Aufgaben widmen zu können. Auf der Suche nach einem Nachfolger klopften die beiden Vorstandsmitglieder Dominik Neitz und Richard Zwolan bei ihm an.

Ascherl hatte bis dato nichts mit dem Verein und der Kabarettszene zu tun: Er studierte Bayerische Landesgeschichte, Soziologie und Politikwissenschaften in Erlangen und arbeitete die vergangenen Jahre im elterlichen Schreibwarengeschäft in Windischeschenbach. Er sagte spontan zu.

Flink auf Facebook

"Unser Angebot ist nach wie vor einmalig", sagt Florian Ascherl. "Wir präsentieren auch in Zukunft eine Mischung aus Talenten und Größen des Kabaretts wie zum Beispiel Christian Springer oder Luise Kinseher", erzählt er im Gespräch mit der Kulturredaktion. Er arbeite momentan mit Hochdruck am Programm der nächsten Saison. "Die Futura hat nach wie vor einen guten Namen in den einschlägigen Kreisen, also ist es auch nicht schwierig, die Künstler auf unsere Bühne zu holen."

Ascherls großes Ziel ist es, durch forcierte Werbung auch ein jüngeres Publikum anzusprechen. Einen ersten Schritt unternahm er bereits und richtete eine Seite auf Facebook ein. Er will verstärkt die sozialen Medien für Werbezwecke einsetzen.

Der Programmcharakter soll sich jedoch nicht entscheidend ändern. "Comedy wird es auch in Zukunft nicht auf der Futura-Bühne geben", bekräftigt er. Mittelfristig denkt er auch über Musikveranstaltungen in Zoiglstuben nach: "In den Anfängen hat die Futura schließlich vor mehr als 25 Jahren unter der Regie von Erwin Schlott in der Gaststätte 'Zum Wolfenhäusl' musikalische Events organisiert."

Demnächst soll die Pausen-Bar in den Futura-Räumlichkeiten ansprechender gestaltet werden. Ein schöneres Ambiente, notfalls auch an einem anderen geeigneten Veranstaltungsort, kann sich Ascherl aber auch vorstellen. Doch so einen zu finden, sei schwierig. Nach der Sommerpause wird sich zeigen, ob Ascherls Ideen Früchte tragen.

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.futura87.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.