Futura feiert 30-jähriges Bestehen mit Sommer-Open-Air
Katzen und Obst zum Jubiläum

Kultur
Windischeschenbach
26.07.2017
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Bild: Sebastian Dahmen

"Ich werde neben der wunderbaren Futura vor allem eins nie vergessen: Zoiglbier! Ich war nach einem Konzert selten so überglücklich betrunken wie bei Euch." So erinnert sich Martin Weber an seinen ersten Auftritt auf der Kleinkunstbühne. Jetzt kehrt er wieder zurück ...

Von Hans Prem

Die Kleinkunstbühne "Futura 87" feiert am Freitag, 28. Juli (19.30 Uhr), in der Braugasse ihr 30-jähriges Jubiläum mit einem Open-Air. Eingeladen dazu hat der Künstlerische Leiter Florian Ascherl die Band "Cats n Fruits" mit Katy Sedna und Martin Weber aus Köln. Die Musiker haben für sich einen ganz eigenen Musikstil entwickelt, einen Stil, den man so noch nie gehört hat. Was sich dahinter verbirgt, erzählen sie im Interview mit der Kulturredaktion.

Katzen mögen doch eigentlich keine Früchte. Wie passt das denn zusammen?

Martin Weber: Das stimmt nicht! Katzen mögen Früchte. Schauen Sie beispielsweise mal auf "You Tube" "Cats love papaya" oder "Cats Wearing Fruit Helmets". Und wir beide mögen uns ja auch sehr gerne.

Was ist der Hintergrund für den Bandnamen "Cats n Fruits"?

Der Name ist tatsächlich der modernen Handytechnik geschuldet. Bei den alten Knochen-Nokia-Handys war ja jede der Zifferntasten mit drei Buchstaben versehen. Um das Schreiben von Nachrichten zu vereinfachen, gab es die automatische Wortergänzung. Tippte man zwei, drei Buchstaben ein, dann schlug einem das Handy ein aus seiner Sicht passendes Wort vor. Tippte ich "Katy" ein, wurde sinnvollerweise "Katz" vorgeschlagen. Wollte ich die ersten vier Buchstaben von Martin schreiben, dann stand "Obst" auf dem Display. Irgendwann war uns die Korrektur der Autokorrektur zu lästig, und wir begannen uns einfach "Katz" und "Obst" zu nennen. Das taten wir dann auch im realen Leben. Sie ist die Katz und ich bin der Obst.

Wann und wie haben Sie zusammengefunden?

Wir haben uns an einem Sommerabend 2005 in Köln am Aachener Weiher gefunden. Ich saß nach einem Konzert mit Orchesterleuten musizierend am Wasser. Aus irgendeinem Grund saß auch Katz mit ihrer Gitarre in der Runde, verhielt sich aber ganz still. Als sie von uns aufgefordert wurde, etwas zu spielen, stand sie auf und sang einen tieftraurigen portugiesischen Fado. Alle verstummten vor Rührung. Wir tauschten Nummern aus, um vielleicht mal gemeinsam Musik zu machen. Ein Jahr später erhielt ich eine Nachricht von Katz mit dem folgenden Inhalt: "Haben morgen ein Konzert im 'Blanc de Blanc Weinhaus'. Sollten heute proben!" Ein wunderbarer spontaner erster Auftritt. Seitdem gibt es uns beide als Duo.

Frau Sedna, sie haben bisher ein abwechslungsreiches Leben in Deutschland, Europa, den USA, teilweise in Indien, Togo und in Kenia geführt. Hat das Einfluss auf ihre Musik genommen?

Katy Sedna: Nur! Es ist wie die Heimat, in meinem Falle viele, mit sich zu nehmen, wo auch immer man sich befindet. So trägt man sie nicht nur verborgen in sich, sondern nimmt sie mit und lässt sie im Gesang erscheinen. So muss man sie nicht so vermissen, sie ist direkt da - in dem Lied.

Was darf man unter "Weird World Wide Music" verstehen?

Weber: Den Begriff hat "WDR 3" für uns erfunden. Wir finden, das passt ganz gut. Katz ist diejenige, die all die Musikstile professionell gelernt hat - eine echte Weltmusikerin. Sie hat in den vielen Ländern, deren Lieder sie singt, auch tatsächlich gelebt. Sie hat sich dort Lehrer gesucht und ist ernsthaft in die unterschiedlichen Kulturen abgetaucht. Man kann also sagen - sie macht echte "World Wide Music". Ich bin ein Geiger, zwar mit großer Liebe zu außereuropäischer Musik, jedoch mit wenigen Kenntnissen. Ich spiele, was ich ästhetisch schön oder interessant finde. Wenn wir dann noch das Publikum auffordern dazu zu miauen und zu wimmern, dann hat das schon erst einmal etwas verrücktes, eben "weird".

Wie würden Sie den Musikstil von "Cats n Fruits" beschreiben?

Weber: Irgendwas zwischen Worldmusic, Singer-Songwriter und Indie, als hätten Cesaria Evora, Radiohead, Lhasa de Sela und Andrew Bird einen Workshop bei Pascal Comelade gemacht, um dann gemeinsam am Aachener Weiher zu jammen.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und www.nt-ticket.de sowie Abendkasse.
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