Jo Strauss veröffentlicht neues Album „Der blinde Fleck“ – Am 7. April am Schafferhof
Ein ziemlich individueller Österreicher

Kultur
Windischeschenbach
05.04.2018
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Es ist beinahe alles markant an ihm - obwohl die Stimme allein schon das Zeug zum Individuellen, zum Exotischen hat. Jo Strauss ist keinesfalls einer unter vielen, das beweist der Sänger und Kabarettist mit seinem neuen Album "Der blinde Fleck". Am Samstag, 7. April (20 Uhr), steht der Österreicher auf der Schafferhof-Bühne in Neuhaus bei Windischeschenbach.

Linzer Dialekt

Es ist eigentlich egal, ob man von "Reibeisen-Stimme" oder "Charakter-Stimme" spricht. Was zählt: sie ist unverwechselbar und eindeutig wiedererkennbar. Kombiniert wird dies noch mit einem extrem "breiten" österreichischen Dialekt, der gar nicht erst versucht, so zu klingen, als wäre es hochdeutsch.

Das Booklet erleichtert es dem Zuhörer den Liedern zu folgen - wenngleich es vorsichtshalber schon einmal darin heißt, dass den abgedruckten Texte "keinerlei Anspruch auf korrekte Abbildung des gesprochenen Wortes oder Erfüllung der gängigen orthografischen Standards" innewohnt. Die ersten Verse des Openers machen gleich einmal deutlich, was damit gemeint ist: "Aum eaxtn is s ma r one dia um fire in da Fria, wann de easchtn Aumschln schrein."

Musikalische Suchtgefahr

Insgesamt zehn Songs vereint das Album, das bei "Donnerwetter Musik" erschienen ist. Die meisten stammen aus der Feder von Jo Strauss selbst, der dabei von seinem Bandkollegen Stefan Sonntagbauer unterstützt wurde. In den Liedern stecken Poesie und Lyrik, sie regen zum Nachdenken und auch zum Lächeln an.

Sie werden mal poppig, mal folkig serviert - gemeinsam ist ihnen das Authentische, ja bisweilen auch das Philosophische von Jo Strauss, der übrigens studierter Philosoph ist. Da überrascht es dann auch nicht, dass das Duett "Für immer wir zwaa" mit Ricarda Maria Oberneder einen Platz auf dem Album gefunden hat. Genauso gut könnte es aber auch das "Große Finale" eines österreichischen Erfolgs-Musicals sein.

"Der blinde Fleck" lädt zum Reinhören ein und lässt das Ohr nicht mehr los. Wer sich einmal in den gesanglichen und textlichen Ergüssen von Jo Strauss über die Liebe, den Verlust und den Herbst verloren hat, begibt sich in große musikalische Suchtgefahr. Schön, wenn dies einem Österreicher auch nach Georg Danzer und Ludwig Hirsch noch gelingt.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter % 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0, www.nt-ticket.de sowie Abendkasse.
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